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26. Juni 2011, 12:14 Uhr

Hackergruppe LulzSec macht Feierabend

Die CIA, Sony, der US-Senat - sie alle wurden Opfer von LulzSec, einer Hackergruppe, die gestohlene Daten veröffentlichte, um Konzerne und Regierungen bloßzustellen. Nach 50 Tagen wünschen die Mitglieder nun allerdings "bon voyage" und ziehen sich zurück.

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Die stilisierte Darstellung eines Schiffs dient den LulzSec-Hackern als Logo© Reuters

Die Hackergruppe LulzSec, die in den vergangenen Wochen durch spektakuläre Attacken von sich Reden machte, hat ihre eigene Auflösung verkündet. In den vergangenen 50 Tagen habe man Unternehmen und Regierungen gestört und bloßgestellt, jetzt sei es an der Zeit, "bon voyage (gute Reise) zu wünschen", teilte LulzSec am Sonntag in einer "letzten Erklärung" im Internet mit. Einen konkreten Grund nannte die nach eigenen Angaben sechsköpfige Gruppe nicht, jedoch war in den letzten Tagen der Fahndungsdruck auf die Netzpiraten gestiegen.

Mitglieder von LulzSec waren in die Rechner diverser Firmen und Regierungseinrichtungen eingedrungen. Außerdem wurden Internetseiten mit massenhaften Datenanfragen, sogenannten Denial-of-Service-Angriffen (DDoS), lahmgelegt. Der Name der Gruppe leitet sich ab vom englischen Szenewort "lulz" (LOL steht für "laugh out loud", laut lachen) und "Security" (Sicherheit).

"Unsere geplante 50-Tage-Kreuzfahrt ist vorbei, und nun müssen wir in die Ferne segeln", erklärten die Hacker, die sich die stilisierte Darstellung eines Schiffs als Logo gewählt hatten. Zugleich riefen sie andere Hacker auf, weiter Internetseiten von Firmen und Regierungen anzugreifen. "Wir hoffen, wünschen, bitten sogar, dass sich die Bewegung in einer Revolution manifestiert, die ohne uns weitergehen kann."

FBI und CIA fahnden nach LulzSec-Mitgliedern

LulzSec hatte in den vergangenen Wochen mit Attacken etwa auf Computer des Elektronik-Giganten Sony oder des US-Geheimdienstes CIA für Aufsehen gesorgt. Zuletzt hatten die Hacker aus Protest gegen das scharfe Einwanderungsrecht in Arizona interne Daten der Sicherheitsbehörde des US-Bundesstaates im Internet veröffentlicht.

Internationale Ermittler und Sicherheitsfirmen fahnden nach den Mitgliedern der Gruppe. Nach Informationen der "New York Times" arbeitet die US-Bundespolizei FBI dabei mit Agenten des Auslandsgeheimdienstes CIA und europäischen Sicherheitsbehörden zusammen.

Anfang der Woche hatten britische Fahnder in Wickford bei London einen 19-Jährigen wegen Hacker-Attacken festgenommen. Wie LulzSec bei Twitter mitteilte, gehöre er aber nicht zu der Gruppe.

Doch auch innerhalb der Szene hat der Druck auf LulzSec in den letzten Tagen zugenommen. Aktivisten der niederländischen Gruppe TeamPoison legten das Blog eines mutmaßlichen Mitglieds der Gruppe lahm und drohten damit, Namen und Daten von LulzSec-Mitgliedern preiszugeben.

mlr/DPA
 
 
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