Netzkrieg zwischen Provokation und Profit

19. Juli 2011, 14:44 Uhr

Beinahe täglich brechen Hacker in Server von Unternehmen oder Regierungen ein, um Passwörter und Kundendaten zu stehlen. Doch wer steckt hinter den Angriffen? Eine Hacker-Typologie. Von Christoph Fröhlich

Hacker, FBI, Lockheed Martin, Krieg, Rewe, Sun, Internet,

Die Maske der Anonymous-Hacker, die ursprünglich aus dem Film "V wie Vendetta" stammt

Geschmackloser Scherz am Montagabend: "Leiche des Medienmoguls entdeckt", brüllte es von der Internetseite der britischen Boulevardzeitung "The Sun". Daneben ein Foto von Rupert Murdoch, Chef des mittlerweile eingestellten Skandal-Blatts "News of the World". Er ist nicht der erste Mann öffentlichen Interesses, der von Hackern aus Spaß für tot erklärt wurde. Erst vor zwei Wochen sorgte die Falschmeldung vom Tod Barack Obamas für Schlagzeilen: Hacker hatten den offiziellen Twitter-Account des amerikanischen Nachrichtensenders Fox News gekapert und die Meldung an die 33.000 Follower verbreitet.

Guter Hacker, böser Hacker

Scheinbar mühelos dringen Hacker in fremde Computersysteme ein, verbreiten Schabernack oder klauen Kundendaten und Passwörter. Weder Regierungsbehörden noch Privatfirmen haben der selbsternannten Webguerilla etwas entgegenzusetzen, sobald sie den Zorn der Hacker auf sich gezogen haben. Denn eines haben alle Hacker gemeinsam: Sie handeln unauffällig und effizient, mit großem technischen Know-How. Doch nicht alle haben die gleichen Absichten: Ein Hacker im traditionellen Sinn ist gesetzestreu, das schreibt die "Hacker-Ethik" des Technik-Redakteurs Steven Levy vor. Nach seiner Philosophie umgeht ein Hacker Schutzvorkehrungen von Webseiten, Servern und Programmen, um Sicherheitslücken aufzudecken und lässt fremde Menschen aus dem Spiel.

Ein Hacker grenzt sich innerhalb der Szene stark vom "Cracker" ab, der meist kriminelle Motive hegt. Die guten Hacker bezeichnen sich selbst als "White Hats", die bösen als "Black Hats". Hacker, die auf kriminelle Methoden zurückgreifen müssen, um ein moralisch ehrbares Ziel zu erreichen - beispielsweise das Entlarven von Lügen - sind "Grey Hats". In der Umgangssprache oder in der Politik wird diese Unterscheidung für gewöhnlich nicht gemacht. Experten wie der ehemalige Hacker Kevin Poulsen unterscheiden vier Typen:

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