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6. Januar 2010, 16:34 Uhr

Wie unabhängig sind die Experten?

Kurz vor der geplanten Schweinegrippe-Impfaktion äußert die Antikorruptions-Organisation Transparency Deutschland Zweifel an der Unabhängigkeit vieler Experten im Gesundheitswesen. Der Vorwurf: Einigen Fachleuten gehe es nicht um Gesundheitsschutz, sondern um Profilierung.

Zur Person Dr. Angela Spelsberg ist Ärztin und Epidemiologin und arbeitet als Ärztliche Leiterin des Tumorzentrums in Aachen. Seit 2002 ist sie Mitglied bei der Antikorruptionsorganisation Transparency Deutschland International e.V., seit 2007 auch Vorstandsmitglied. Spelsberg leitet dort zurzeit kommissarisch die Arbeitsgruppe Gesundheit.

Frau Spelsberg, Mitte Oktober soll der H1N1-Impfstoff verfügbar sein. Bald könnten Millionen von Bürgern geimpft werden. Viele sind verunsichert. Wie ist Ihre Meinung dazu?

Wir sehen das sehr kritisch. Ich war kürzlich auf dem Epidemiologen-Kongress in Münster. Dort wurde die Situation äußerst kontrovers diskutiert. Viele der Fachkollegen sind der Meinung, dass dies eine Infektion mit einem sehr milden Verlauf ist, deren gefährlicher Charakter nicht mehr als gegeben angesehen werden kann. Dennoch gibt es keine Entwarnung.

Das Robert-Koch-Institut erwartet eine neue Welle, hieß es.

Die bisherigen Erfahrungen sprechen dagegen. Auf dem Kongress war ein Wissenschaftler aus Brasilien, wo die Infektion auch mild verlaufen ist. ‚Wir fragen uns, was das sollte’, sagte er. Dort fiel die Pandemiewarnung mit der normalen, saisonalen Grippe zusammen. Man hatte Angst, dass die Kinder sich anstecken, also schloss man die Schulen für einen Monat. Passiert ist aber nichts. In Deutschland gibt es nicht einen bestätigten Todesfall. Bei uns gehen die Infektionsraten zurück. Wir haben weltweit genügend Erfahrung gesammelt, um die Situation besser einschätzen zu können. Trotzdem argumentiert das Robert-Koch-Institut (RKI), dass man nicht weiß, was in Zukunft passiert. Das weiß man ohnehin nicht.

Muss die Regierung nicht trotzdem auf einen solchen Fall vorbereitet sein?

Natürlich. Aber wir können uns des Eindrucks nicht erwehren, dass es hierbei mehr um Profilierung als um wirklichen Gesundheitsschutz der Bevölkerung geht. Die Vorgehensweise bei dieser Pandemie ist fragwürdig.

Inwiefern?

Schauen Sie sich den Verlauf an: Einer der ersten, der öffentlich von einer Pandemie sprach, war der englische Wissenschaftler Sir Roy Anderson, ein Berater der britischen Regierung. Nach Angaben der britischen Zeitung Daily Mail wird er aber vom Pharmakonzern GlaxoSmithKline bezahlt. In einem Radio-Interview am 1. Mai erklärte er, eine Pandemie sei im Anzug, aber man habe zum Glück gute Medikamente. Da waren die ersten Fälle der neuen Grippe in Mexiko gerade erst aufgetreten.

Im Juni änderte die WHO dann ihre Pandemie-Definition.

Richtig. Vier Wochen später rief die WHO-Generaldirektorin Margaret Chan die Pandemiestufe Sechs aus. Damit wurden die Regierungen in die Lage gebracht, präventive Maßnahmen ergreifen zu müssen, also Impfmaßnahmen. In vielen Ländern wurden von der Regierung Impfstoffe in großen Mengen gekauft, ohne unabhängige Fachleute zu fragen. Genau genommen ging es aber schon früher los.

Wann denn?

Im Zuge der Vogelgrippe wurden in den Jahren 2004 und 2005 Pandemiepläne entwickelt, an die sich das Gesundheitsministerium im entsprechenden Fall hält. Doch schon die Vogelgrippe war eine Fehlleitung. Sie war nie eine Pandemie, wurde aber als solche verkauft. Die Infektion war nicht sehr ansteckend und trat nur auf, wenn Mensch und Tier auf engstem Raum zusammen lebten, wie das in Asien manchmal der Fall ist. Weltweit traten nur sehr wenige Fälle auf. Dennoch hat man die Vogelgrippe zum Anlass genommen, Pandemiepläne zu entwickeln. Und die führten zu einer neuen Impfstrategie.

Wie sieht diese Strategie aus?

Den Herstellern wird es ermöglicht, in relativ kurzer Zeit einen Impfstoff durch die Zulassung und auf den Markt zu bringen, für den Fall, dass wir es mit einem wirklich gefährlichen Erreger zu tun haben. Der Modellimpfstoff ist eine Grundmixtur, für die die Hersteller bereits drei Viertel der Zulassung haben. In einem Kurzverfahren wird er dann mit dem jeweiligen Virus-Antigen bestückt, das im Pandemiefall notwendig ist. Dann erfolgt die Zulassung bei der Europäischen Zulassungsbehörde Emea sehr schnell, innerhalb von drei Tagen.

Seite 1: Wie unabhängig sind die Experten?
Seite 2: Was daran ist aus Ihrer Sicht verkehrt?
KOMMENTARE (8 von 8)
 
Medienhistorie (02.10.2009, 09:17 Uhr)
Pharma-Lobby ist die Mafia schlecht hin
..und in diesem zusammenhand könnte man mehr licht auf die gesundheitsreform des messias O-yes-we-can-man werfen !!
> Nach Außen scheint dies eine gute Sache zu sein, na toll... nur warum wollen die amis das nicht ?? Auch wenn es erneut scheitert, irgendwann wirds durchgepaukt, per Notgesetz dann eben !!
Es lebe die Eugenik !!

Pharma´s / Bankster´s / Umweltretter´s / Gentechniker´s (Monsato)/ Öllobbysten und WAAAAAFFENINDUSTRIE sind die geballten Fäuste der neuen Weltordnung

welcome in the NWO
jomimo (01.10.2009, 14:03 Uhr)
Hat ja reichlich gedauert ....
bis dieser Schmu offen diskutiert wird.
Kann übrigens jetzt schon garantieren,
dass sog. Experten eine Katzen - oder Hundegrippe nicht erfinden werden.
crvnshkr (01.10.2009, 11:55 Uhr)
Panikmache
Es gibt in Deutschland jährlich mehrere TAUSEND Tote durch die "normale" saisonale Grippe (Zahlen variieren stark je nach Quelle). Und durch die Schweinegrippe? Kein einziger bestätigter Todesfall, nicht mal unter Alten und Kranken. Da hab ich keine Fragen mehr, was die Prioritäten der Pharmaindustrie angeht: Menschenleben retten oder mit überteuerten, ungetesteten Impfstoffen ganze Staaten abzocken. Das ist kein Zynismus, nur die Tatsachen. DWIS
Gaffelfall (01.10.2009, 11:46 Uhr)
Expertenmoral
Seit ich gelernt habe, was Experten wie Rürup und Raffelhüschen für vereinbar mit dem Adjektiv "weise" erachten, begleitet sie mein Mißtrauen ebenso wie ihre Auftraggeber in Wirtschaft und Politik.
Arioffz (01.10.2009, 11:45 Uhr)
Korruption
an allen Ecken und Enden, WHO usw. alle unterwandert von den Pharmakonzernen, sogenannte Experten worin? im Hand aufhalten und wer nicht mitspielt hat ausge-expertet. Das Gesundheitssystem ist mit das korrupteste was es gibt auf Kosten der Gesundheit. Der Mensch steht ganz hinten an und ist NICHTS wert, wenn sich mit ihm Geld verdienen lässt. Es gibt ja genug!
bernie-abg (01.10.2009, 11:25 Uhr)
Wundert sich angesichts...
...solcher Zustände noch jemand das Medikamente in Deutschland um 1000% überteuert sind?
undjetztnochder (01.10.2009, 11:17 Uhr)
Ich bin enttäuscht
Ich habe bislang - auch hier im forum - immer ein sehr positives Bild vom PEI und von der Stiko gehabt und vetreten. Diese wichtigen Gremien dürfen niemals von der Pharma-Industrie abhängig sein! Als ersten Schritt sollten alle Mitglieder der Kommission ihre Interessenskonflikte offenlegen. Zudem sollten empfindliche Sanktionen drohen, falls ein bestehender Interessenskonflikt verschwiegen wird. Schließlich sollte man einen Ehrenkodex erarbeiten, der jegliches Sponsoring der Entscheidungsträger verbietet. - Ehrlich gesagt ging ich bislang ganz selbstverständlich davon aus, dass die o.g. Regelungen längst existieren. Hier muss kurzfristig nachgebessert werden! Nationale Impfempfehlungen müssen nach besten Wissem und Gewissem dem jeweiligen wissenschaftlichen Stand entsprechend getroffen werden und es darf keinerlei Industrieinteresse in diese Entscheidungen mit einfließen.
Malt (01.10.2009, 10:52 Uhr)
Trau schau wem!
Also, wenn ich irgendwo lese dass irgendwelche Experten mal wieder dieses und jenes sagen oder empfohlen haben werd' ich erst recht hellhörig und prüfe nach, wer was dazu gesagt hat... heutzutage kann man sich vor durch die Pharmakonzerne bezahlten Wissenschaftlern und Lobbyisten kaum noch retten... und die haben IMMER den Geldbeutel des Unternehmens und den eigenen im Sinn... aber ganz sicher NICHT das Wohl der Mitmenschen!
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