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17. August 2006, 11:09 Uhr

Schröder adoptiert russischen Bub

Nachwuchs bei Schröders: Die Familie von Altkanzler Gerhard Schröder hat einen russischen Jungen adoptiert. Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, kommt der knapp einjährige Bub aus St. Petersburg, der Heimatstadt von Schröders Adoptivtochter Viktoria.

Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) neben seiner Ehefrau Doris Schröder-Köpf: Sie haben angeblich einen rusischen Jungen adoptiert© Michael Kappeler/DDP

Die Familie von Altkanzler Gerhard Schröder hat Nachwuchs bekommen: Der kleine Adoptivsohn aus St. Petersburg habe hübsche Pausbäckchen und große dunkle Augen, schreibt die "Bild"-Zeitung. Weitere Details zur zweiten Adoption der Familie Schröder gibt es nicht. Die Sekretärin des Altkanzlers Marianne Duden wollte sich nicht zu der Adoption äußern: "Ich dementiere nicht und bestätige auch nicht", sagte sie stern.de. Die Familie befinde sich derzeit im Urlaub.

"Kindern eine bessere Perspektive geben"

Angeblich wundern sich die Nachbarn der Familie aber schon seit Tagen, warum Schröders Ehefrau Doris Schröder-Köpf (43) mit einem Jungen im Kinderwagen spazieren geht. Die Schröders hatten ihre Tochter Viktoria 2004 adoptiert. Die damals Dreijährige lebte zuvor in einem russischen Kinderheim. Doris Schröder-Köpf hat ihre Tochter Klara (15) mit in die Ehe gebracht.

In einem Interview hatte Schröder (62) vor zwei Jahren gesagt: "Diejenigen, die Platz im Herzen und zu Hause haben, sollten sich überlegen, ob sie nicht auch ein Kind adoptieren wollen." Es gebe viele Kinder, "denen man eine bessere Perspektive bieten kann, als sie sie haben".

Noch als Bundeskanzler hatte Schröder zugegeben, dass er aus Zeitgründen die Kindererziehung seiner Frau Doris überlassen müsse. Sie lege die Kriterien der Erziehung fest, und er greife nicht ein, weil er nicht die Zeit habe, für die Einhaltung der Kriterien gerade zu stehen. "Wenn ich mich einmische, bin ich wie die meisten Väter zu ihren Töchtern: zu nachgiebig." Er rede nicht darüber, wie seine Adoptivtochter Viktoria sein Leben verändert habe, erklärte Schröder damals. "Das Privatleben muss tabu sein." Auch Kinder von Politikern müssten die Chance haben, ganz normal aufzuwachsen, in ganz normale Kindergärten und Schulen zu gehen. Aber eines wolle er doch sagen, erklärte der Kanzler: "Wir sind sehr glücklich mit unserer neuen Tochter. Sie hat sich unglaublich schnell eingelebt, lernt rasend schnell. Glück heißt eben auch, eine intakte Familie zu haben."

Zu Vorhaltungen, er und seine Frau Doris Schröder-Köpf hätten die vorgeschriebene Altersgrenze als Adoptiveltern deutlich überschritten, sagte Schröder im Jahre 2004: "Der Vorwurf ist falsch. Das Bürgerliche Gesetzbuch kennt für Adoptionen keine Altersgrenze." Die bestehenden Richtlinien seien rechtlich nicht verbindlich. Angesichts der Tatsache, dass die Menschen immer älter werden, sollte man darüber nachdenken, ob die Richtlinien zum Alter der Eltern nicht geändert werden sollten. Seine Frau und er hätten jedenfalls weder Privilegien gehabt noch in Anspruch genommen. Schröder: "Ich wünsche all denjenigen, die sich um eine Adoption bemühen, dass es klappt."

mta/DPA/AP
 
 
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