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9. Oktober 2007, 10:01 Uhr

Katholiken beklatschen Eva Herman

Der NDR hat sie geschasst, quer durch die Republik wurde sie gescholten. Wegen ihrer umstrittenen Äußerungen zur Familienpolitik hat Ex-Tagesschau-Moderatorin Eva Herman viel einstecken müssen. Nun hat sie laut Berichten viel Beifall bekommen - und viel Lob - bei einem Kongress in Fulda.

Bekommt den erhofften Zuspruch: die Ex-Fernsehmoderatorin Eva Herman (Archivbild)© Michael Kappeler/DDP

Der September war für Eva Herman ein harter Monat. Der NDR entließ sie wegen ihrer umstrittenen Äußerungen zur Familienpolitik der Nazis fristlos, von allen Seiten prasselte Kritik auf sie herab. Und sie selbst, sie verstand die Welt nicht mehr. Die Buchautorin und Ex-Fernsehmoderatorin fühlte sich missverstanden, zu Unrecht in die rechte Ecke gestellt.

Der Oktober scheint milder mit ihr umzugehen, fast pfleglich. Zumindest scheint er ihr auch Schulterklopfen einzubringen, Lob, Beifall - allerdings von Seiten eines ausgewählten Publikums. Denn jetzt trat Herman vor dem "Forum Deutscher Katholiken" in Fulda auf. Und sie wurde begeistert empfangen.

Sie sei "eine tapfere Frau", die gegen das "öffentliche Geheul" anstimme, kündigte der Leiter des Kongresses, Alois Konstantin Fürst zu Löwenstein, die Gastrednerin an. In ihrer 40-minütigen Rede betonte Herman laut "Bild"-Zeitung die Wichtigkeit der Werte, die sie auch schon in ihren Büchern propagiert hatte: Liebe, Familie und Kinder.

"Mit Nazi-Parolen in Zusammenhang gebracht"

Vor den 700 Teilnehmern der Tagung äußerte sie sich auch zur öffentlichen Schelte, die sie in der Vergangenheit über sich ergehen lassen musste: "Letztes Jahr hatte ich bereits öffentlichen Gegenwind bekommen für diese Thesen bekommen, persönliche Beleidigungen waren keine Seltenheit. Alles, was nach Familie, Glück mit Ehepartnern und mit Kindern, nach dem Weiblichen, dem Männlichen und dem Muttersein klingt, wird in unserem Land auffallend schnell mit Nazi-Parolen in Zusammenhang gebracht", zitiert die "Bild"-Zeitung Herman.

Offenbar sieht sie nicht ihre eigenen missverständlichen Äußerungen als Grund für ihre Entlassung, sondern die Vorverurteilung durch die Öffentlichkeit: "Sofern jemand das Wort erhebt und sich für diese Werte einsetzt, wird er bombardiert. Es wird Nazi-Lob in ihn projiziert und gleichzeitig wird er als Sympathisant öffentlich verurteilt. Ganz egal übrigens, wie er wirklich dazu steht. Auch egal, ob er sich jahrelang entschieden gegen rechts eingesetzt hat."

Schirmherr sagt Teilnahme ab

Der Schirmherr der Veranstaltung, der hessische Wirtschaftsminister Alois Rhiel (CDU), hatte aus Protest gegen den Auftritt Eva Hermans seine Teilnahme abgesagt und bereits im Vorfeld darauf gedrungen, die Gastrednerin auszuladen. Anders der Augsburger Bischof Walter Mixa, der im Februar selbst durch Kritik an der Politik von Bundesfamilienminsterin Ursula von der Leyen eine kontroverse Debatte ausgelöst hatte: Er sah offenbar keinen Grund für eine Absage.

tk
 
 
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