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26. Oktober 2011, 08:45 Uhr

Bangkoks Innenstadt wappnet sich gegen Fluten

Das Wasser des Flusses Chao Phraya hat einen Rekordhöchststand erreicht. Behörden und Hotels bereiten sich auf die Überschwemmung der Innenstadt vor. Sollte das Geschäftsviertel tatsächlich überflutet werden, könnte es bis zu vier Wochen unter Wasser stehen.

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Wasser von allen Seiten: Eine junge Frau läuft durch den Regen. Die ersten Sandsäcke wurden in der Bangkoker Innenstadt aufgetürmt© Paula Bronstein/Getty Images)

Seit Tagen bangt Bangkoks Bevölkerung: Wann erreichen die Fluten die thailändische Metropole? Die Sorge vor einer Überschwemmung der Innenstadt von Bangkok wächst mit dem ständig steigenden Pegel. Das Hochwasser im Fluss Chao Phraya, der durch den dicht besiedelten Westteil der thailändischen Hauptstadt fließt, hat am Mittwoch eine Rekordmarke von 2,40 Metern erreicht. Die Flutbarrieren sind 2,50 Meter hoch. Regierungschefin Yingluck Shinawatra rief die Behörden dazu auf, den Abfluss des Wassers aus den Überschwemmungsgebieten weiter zu beschleunigen. "Wir hoffen, dass die Innenstadtbereiche trocken bleiben", sagte sie. Anderenfalls könnte die Stadt bis zu vier Wochen unter Wasser 'stehen.

Hochwasser im Golf von Thailand bedroht Bangkok

Kopfzerbrechen bereitet den Behörden, dass im Golf von Thailand zum Wochenende ein besonders hoher Wasserstand bei Flut erwartet wird. Das drückt in die Mündung des Chao Phraya und könnte den Wasserpegel auf 2,60 Meter erhöhen, sagte ein Sprecher der Marine im Fernsehen. Dann würde das Wasser in die tiefliegenden Stadtteile entlang des Flusses strömen.

Hotels in der Innenstadt bereiteten sich auf die Möglichkeit vor, dass auch die belebte Sukhumvit Road überschwemmt werden könnte. Dazu gehört das Fünf-Sterne-Nai Lert Hotel im Herzen des Geschäftsviertels. "Wir haben alle tief liegenden Ausgänge zum Garten und Pool mit PVC-Platten geschützt und das mit Silikon abgedichtet", sagt Hotelmanager Torsten Pinter. Eine Küche wurde aus dem Untergeschoss auf die Höhe der Lobby verlegt. Die höher gelegenen Veranstaltungsräume werden zur Lagerung von Vorräten genutzt. "Bei der undurchsichtigen Nachrichtenlage bereiten wir uns auf alles vor", sagte Pinter.

Krisenzentrum steht unter Wasser

Die Regierung hat die Tage von Donnerstag bis Montag zu Feiertagen erklärt. So brauchen viele Bangkoker nicht zu arbeiten und können die Stadt verlassen oder ihre Häuser und Wohnungen besser schützen. Das Krisenzentrum der Regierung (Froc) operiert weiter von dem wegen Hochwassers geschlossenen Don Muang-Flughafen aus. Die Mitarbeiter seien im zweiten Stock, sagte ein Sprecher. Die Behörden werden wegen chaotischer Planung und irreführender Angaben immer schärfer kritisiert. Mitarbeiter widersprechen sich gegenseitig, wo die Gefahrenzonen sind, welche Deiche halten und welche nicht.

Ein US-Flugzeugträger, der eigens mit Hubschraubern für Evakuierungen in den Golf von Thailand gekommen war, fuhr unverrichteter Dinge wieder ab, berichtete die "Bangkok Post". Es sei nie eine Bitte um Hilfe eingegangen, sagte ein US-Sprecher der Zeitung.

swd/DPA
 
 
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