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61 Prozent der Bürger fürchten Anschläge in Deutschland

In Deutschland wächst die Angst vor Terroranschlägen. Rund 80 Polizisten durchsuchten Wohnungen in NRW - die Verdächtigen sollen versucht haben, an gefälschte französische Pässe zu kommen. Die Ereignisse des Tages.

Zwei Streifenpolizisten auf dem Frankfurter Weihnachtsmarkt

Zwei Streifenpolizisten auf dem Frankfurter Weihnachtsmarkt: Bezüglich der Terrorgefahr stehen die Weihnachtsmärkte im Zentrum der Aufmerksamkeit

Die Terrorgefahr ist weiterhin hoch. Bei ihrer Herbstkonferenz wollen die Innenminister der Länder über die Lage in Deutschland sprechen. Das britische Parlament hat für die Ausweitung des Kampfeinsatzes in Syrien gestimmt - mit klarer Mehrheit. Die Ereignisse des Tages für Sie zum Nachlesen. 

+++ 17.51 Uhr: EU diskutiert Wiedereinführung von Grenzkontrollen +++

Angesichts von Flüchtlingskrise und Terror-Gefahr diskutieren die EU-Innenminister am Freitag über die Wiedereinführung von Grenzkontrollen im Schengen-Raum für bis zu zwei Jahre. Die luxemburgische EU-Ratspräsidentschaft hat dieses Thema auf die Agenda des Treffens gesetzt. Die EU-Kommission solle entsprechende Vorschläge unterbreiten, wie Mitgliedsländer Kontrollen an ihren gesamten Schengen-Grenzen oder nur in bestimmten Abschnitten einführen könnten, heißt es in dem Dokument. Luxemburg spricht sich darin aber zugleich dafür aus, dass alle erdenklichen Maßnahmen ergriffen werden, um ein normales Funktionieren des Schengen-Raums wiederherzustellen. Dies sollte vor allem durch stärkere Kontrollen der Außengrenzen geschehen.

+++ 17.46 Uhr: Tschetschenischer Präsident bestätigt Enthauptung eines Russen durch IS +++

Der Präsident der russischen Republik Tschetschenien, Ramsan Kadyrow, bestätigt die Enthauptung eines Russen durch die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien. Auf Kadyrows amtlicher Website heißt es, bei dem Mann handele es sich um einen Russen aus Tschetschenien. Allerdings habe er - anders als von den Dschihadisten behauptet - nicht für den russischen Geheimdienst gearbeitet. Vielmehr hätten die IS-Kämpfer den Mann zu einer derartigen Aussage "gezwungen".

Der IS hatte am Mittwoch im Internet ein Video veröffentlicht, das die Hinrichtung eines angeblichen russischen Spions zeigen soll. Vor seiner Enthauptung sagt der Mann darin, der russische Geheimdienst habe ihn angeworben, damit er Informationen über den IS und dessen Kämpfer aus dem Kaukasus sammele. Ein russischsprachiger IS-Kämpfer wendet sich daraufhin direkt an Moskau und verkündet, dass Russland in Syrien eine Niederlage bevorstehe und seine Soldaten getötet würden.

+++ 16.23 Uhr: 61 Prozent fürchten Anschläge in Deutschland +++

Nach den Anschlägen von Paris fürchten laut einer aktuellen Umfrage 61 Prozent der Bürger, dass es in nächster Zeit auch Anschläge in Deutschland geben wird. 38 Prozent fürchten dies nicht, wie aus dem am Donnerstag in Köln veröffentlichten "Deutschlandtrend" im Auftrag der ARD-"Tagesthemen" hervorgeht. Zugleich sprechen sich 58 Prozent für militärischen Beistand durch Deutschland im Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) aus. 37 Prozent lehnen dies ab.

63 Prozent der Befragten fürchten demnach, dass durch den Einsatz der Bundeswehr gegen den IS die Gefahr terroristischer Anschläge in Deutschland steigen wird. 34 Prozent äußern die Einschätzung, dass das Anschlagsrisiko gleich bleibt. Zwei Prozent der Befragten glauben, dass es sinken wird.

74 Prozent der Befragten äußern die Auffassung, dass bei der Bekämpfung von Terror in Deutschland mehr getan werden muss, um weitere Sicherheitslücken zu schließen. 23 Prozent finden dies nicht. Eine Mehrheit von 54 Prozent geht davon aus, dass die Bundesrepublik alles in allem gut geschützt ist gegen terroristische Angriffe. 41 Prozent sind gegenteiliger Auffassung.

+++ 12.58 Uhr: Zwei neue Strafverfahren in Belgien nach Paris-Anschlägen +++

In Belgien sind Strafverfahren gegen zwei weitere Verdächtige eingeleitet worden. Die beiden seien bereits am Sonntag festgenommen worden, sagt ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft in Brüssel zu AFP. Nach Informationen des flämischen Senders VRT war einer der beiden ein Bekannter von Bilal Hadfi, der sich am Stade de France in die Luft gesprengt hatte.

+++ 12.27 Uhr: Kein Einsatz von Bundeswehr-Spezialtruppe KSK in Syrien +++

Das Kommando Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr wird laut Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) nicht im Zuge des Militäreinsatzes gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) eingesetzt. Die Spezialtruppe werde an keinen Rettungsaktionen von Soldaten in Syrien teilnehmen, sagt von der Leyen in Berlin. Das liege ganz klar in der Verantwortung der USA und gelte für das gesamte Einsatzgebiet. Das KSK ist eine für Rettung und Kampf am Boden ausgebildete Einheit.

+++ 12.24 Uhr: Erstes attackiertes Lokal in Paris macht wieder auf +++

Drei Wochen nach den Anschlägen in Paris mit 130 Toten wird das erste der angegriffenen Lokale wieder öffnen. Das Restaurant "La Bonne Bière" im elften Pariser Bezirk wird nach Angaben der Verantwortlichen am Freitag wieder den Betrieb aufnehmen.

Auch andere betroffene Bars und Restaurants wollen wieder öffnen, Termine stehen aber noch nicht fest. Die Konzerthalle Bataclan, in der drei Angreifer bei der Anschlagsserie 90 Menschen töteten, soll nach dem Willen ihrer Betreiber Ende 2016 wieder öffnen.

+++ 11.51 Uhr: Russland ruft OSZE zum gemeinsamen Kampf gegen den Terror auf +++

Russland ruft die 57 Staaten der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa zum gemeinsamen Kampf gegen Terrorismus auf. "Wir brauchen eine breite Front gegen den Terrorismus unter Beteiligung von Staaten der OSZE und Ländern des Nahen und Mittleren Ostens", sagt der russische Außenminister Sergej Lawrow beim OSZE-Ministerrat in Belgrad laut offizieller Übersetzung.


+++ 11.49 Uhr: Röttgen: Russland bombardiert in Syrien weiter Opposition +++

Der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen wirft Russland vor, in Syrien weiter vor allem Ziele der syrischen Opposition zu bombardieren. Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag pocht in Berlin ebenso wie seine französische Kollegin Elisabeth Guigou darauf, dass alle Kräfte gegen die Extremistenmiliz IS konzentriert werden sollten. "Das ist zwar seit langem die politische Aussage Moskaus, aber die Realität sieht anders aus", kritisiert Röttgen. So greife die russische Luftwaffe auch die turkmenischen Bevölkerung an der türkisch-syrischen Grenze an.

+++ 11.48 Uhr: Kein Hinweis auf Terror bei NRW-Razzia +++

Die Razzien in NRW haben keine Erkenntnisse über einen terroristischen Hintergrund der Verdächtigen erbracht. "Es gibt keine Beziehungen zu den Anschlägen in Paris", sagt ein Sprecher der federführenden Staatsanwaltschaft Berlin. Es seien vier Personen betroffen, die der islamistischen Szene zugerechnet würden. Sie sollen versucht haben, sich in Berlin gefälschte französische Pässe zu beschaffen. Bei den Durchsuchungen seien Beweismittel wie Speichermedien und Unterlagen sichergestellt worden, die nun ausgewertet würden.

+++ 11.30 Uhr: Zahl deutscher Salafisten auf neuem Höchststand +++

Die Zahl der Salafisten in Deutschland hat laut Verfassungsschutz einen neuen Höchststand erreicht. Zuletzt seien rund 7900 Menschen als Anhänger der ultrakonservativen Islamauslegung identifiziert worden, sagt Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen dem "Tagesspiegel" (Freitagsausgabe). Vor zwei Jahren habe ihre Zahl noch etwa 5500 betragen.

Zugleich nimmt Maaßen zufolge die Zahl von Islamisten, die sich aus Deutschland in die Konfliktgebiete in Syrien und Irak begeben, nicht mehr so stark zu wie zuvor. Seit Jahresanfang gab es demnach hierzulande etwa 760 "Dschihad-Reisende". 

+++ 11.17 Uhr: Festnahmen bei Razzien in NRW +++

Bei den drei Razzien in Düsseldorf und Schwelm sind vier Verdächtige festgenommen worden, die nach Angaben der Berliner Staatsanwaltschaft zur islamistischen Szene gehören sollen.

+++ 10.24 Uhr: Von der Leyen reist nach Ankara +++

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) reist am Nachmittag ins türkische Ankara, um über den bevorstehenden Syrien-Einsatz der Bundeswehr zu sprechen. Es sei ein Treffen mit ihrem türkischen Amtskollegen Ismet Yilmaz geplant, sagt ein Sprecher des Verteidigungsministeriums.

+++ 9.12 Uhr: Durchsuchungen in NRW wegen gefälschter französischer Pässe +++

Rund 80 Polizisten, darunter Spezialeinsatzkräfte der Bundespolizei, durchsuchen Wohnungen in Nordrhein-Westfalen. Die Verdächtigen sollen versucht haben, sich in Berlin gefälschte französische Pässe zu besorgen. Die Durchsuchungen in Düsseldorf und Schwelm habe die Berliner Staatsanwaltschaft veranlasst, wie ihr Sprecher Martin Steltner sagte. Ob es eine Verbindung zu den Anschlägen in Paris gibt, wollte der Sprecher nicht sagen.

+++ 7.57 Uhr: Taliban-Chef Mullah Mansur schwer verletzt +++

Mullah Mansur, Anführer der radikal-islamischen Taliban in Afghanistan, ist bei einer Schießerei im pakistanischen Quetta verletzt worden. Das berichtet die DPA unter Berufung auf pakistanische Talibankreise. 

"Wir haben erfahren, dass er während eines internen Treffens in Kuchlak außerhalb von Quetta angeschossen wurde. Er ist schwer verletzt. Nur Gott weiß, ob er überleben wird", sagte demnach einer der beiden Informanten. Afghanische Regierungskreise gingen weiter. Ihnen zufolge ist Mansur tot. Mansur sei in ein Krankenhaus in Quetta eingeliefert wurde, wo er in der Nacht gestorben sei. 

+++ 7.28 Uhr: Britische Kampfjets beschießen erstmals IS-Stellungen +++

Die britische Luftwaffe beschießt erstmals Stellungen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien. Das bestätigt das Verteidigungsministerium in London. Britischen Medien zufolge starteten in der Nacht vier "Tornado"-Jets von einer Luftwaffenbasis auf Zypern. Ihr Ziel blieb zunächst unklar. Kurz zuvor hatte das britische Parlament mit deutlicher Mehrheit eine Ausweitung des Kampfeinsatzes auf das Bürgerkriegsland gebilligt.

+++ 7.15 Uhr: "Peace for Paris"-Künstler will Einnahmen spenden +++

Das Bild aus dem Eiffelturm und dem Friedenszeichen wurde zum Symbol für die Solidarität mit Paris. Der Zeichner, Jean Jullien, will das Logo nun vermarkten und die Einnahmen spenden. "Ich werde mich mit den richtigen Leuten zusammentun, um eine Reihe von Drucken zu machen, deren Einnahmen direkt an die Opfer und deren Familien gehen", sagt Jullien, 32. Das Zeichen sei urheberrechtlich geschützt, "sodass Leute mit falschen Absichten kein Geld damit machen", sagt Jullien.


kis/tim/DPA
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