. .
Politik im Ausland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
23. Juli 2007, 06:58 Uhr

Schusswunden bei toter Geisel festgestellt

Deutsche Beamte haben den Leichnam des in Afghanistan getöteten Deutschen untersucht und Schusswunden festgestellt. Die Todesursache bleibt jedoch weiter unklar - womöglich war der Mann bereits tot, bevor man auf ihn schoss.

In diesem Krankenwagen wurde der Leichnam des Deutschen nach Kabuk gebracht© Musadeq Sadeq/AP

Der Leichnam des in Afghanistan getöteten Deutschen weist nach Angaben des Auswärtigen Amtes Schusswunden auf. Dies habe sich bei einem ersten Augenschein durch deutsche Beamte gezeigt, sagte AA-Sprecher Martin Jäger am späten Sonntagabend auf Nachfrage. Die Leiche befinde sich seit dem Abend in Kabul. "Eine abschließende Aussage zur Todesursache lässt sich zur Stunde nicht treffen", erklärte der Sprecher.

Über die Todesursache gibt es bislang widersprüchliche Angaben. Außenminister Frank-Walter Steinmeier hatte gesagt, der Ingenieur sei an Erschöpfung gestorben und nichts weise auf einen Mord hin. Dagegen hieß es in westlichen Sicherheitskreisen in Afghanistan, die Leiche weise eine tödliche Schusswunde auf.

Der Sprecher des Gouverneurs von Wardak schloss nicht aus, dass der Ingenieur auf einem strapaziösen Fußmarsch durch die Berge Afghanistans zusammengebrochen war und seine Entführer später auf ihn feuerten. Der Leichnam des Mannes soll nun möglichst schnell nach Deutschland übergeführt und dort obduziert werden.

Telefonkontakt mit lebender Geisel

Die Getötete war einer der beiden Deutschen, die seit Mittwoch in Afghanistan vermisst werden. Die Bemühungen um das Leben des zweiten ins afghanische Bergland verschleppten deutschen Ingenieurs gehen unterdessen weiter. Ein von den Kidnappern freigelassener Afghane sagte der Polizei, der Deutsche und vier weitere mit ihm entführte Afghanen seien noch am Leben, berichtete der Sprecher des Gouverneurs der in Zentralafghanistan gelegenen Provinz Wardak. Zudem soll es laut Medienberichten am Wochenende einen Telefonkontakt zwischen der noch lebenden deutschen Geisel und einem Mittelsmann der Behörden gegeben haben.

Nach ZDF-Angaben handelt es sich bei dem Toten um einen 44-Jährigen aus Teterow in Mecklenburg-Vorpommern. Die zweite deutsche Geisel soll nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" angeblich aus Ottobrunn bei München stammen. Die beiden sollen für die Baufirma KBC-Kabul Berlin Corporation gearbeitet haben. Sie waren zusammen mit fünf Afghanen am Mittwoch entführt worden.

Stammesfehde als Hintergrund für die Entführung?

Beobachter in Kabul schlossen nicht aus, dass eine Stammesfehde Hintergrund der Entführung ist und die Kidnapper es ursprünglich auf den inzwischen frei gelassenen afghanischen Ingenieur Eshak Noorzai abgesehen hatten. Auch deutsche Ermittler glaubten inzwischen an diese Version, berichtete Spiegel online. Noorzai ist der Bruder des stellvertretenden Parlamentssprechers Arif Noorzai und gehört einer prominenten, wohlhabenden und mächtigen afghanischen Familie an.

Steinmeier zeigte sich empört darüber, dass das Schicksal der Geiseln von den radikal-islamischen Taliban instrumentalisiert worden sei. Damit bezog er sich auf Äußerungen eines Sprechers der Islamisten, der behauptet hatte, dass die beiden deutschen Ingenieure von den Taliban entführt und nach Ablauf eines an Berlin gerichteten Ultimatums zum Abzug der deutschen Truppen ermordet wurden. Eine entsprechende Mitteilung auf der Internetseite der Taliban wurde bis Sonntag wieder aus dem Netz genommen.

Reuters/DPA
 
 
KOMMENTARE (6 von 6)
 
Countryjoe (24.07.2007, 07:01 Uhr)
Das nicht sein kann was nicht sein darf.
Um die Moral wegen der Verteidigung der Heimat an der Hindukuschfront nicht endgültig ins bodenlose sinken zu lassen, muß der Tod halt ein durch natürlichen Beschuß eingetretener Herzinfakt sein.
Spocks_Kommentar (23.07.2007, 18:03 Uhr)
Ich bin doch nicht blöd
Für wie blöd hält uns die Regierung eigentlich?
Pfui Teufel - so blöd ist ja nicht einmal ein 3jähriges Kind, daß es glaubt, die hätten einen Toten erschossen.
sportartmakler (23.07.2007, 12:10 Uhr)
das hat doch nichts mit gleichgültigkeit zu tun
die regierung kann sich doch nicht erpressen lassen, das würde tür und tor öffnen. zumindest nicht bei politischen forderungen. in sachen geld sind wir ja leider seit jahren erpressbar, ich will gar nicht wissen ob die jährlichen aufwendungen dafür sich schon im 3stelligen millionenbereich befinden oder "nur" im 2stelligen.
habibati (23.07.2007, 11:22 Uhr)
erstaunlich
Bei Aljazeera war zu lesen, dass die Taliban das Überleben der Geiseln vom Abzug der Soldaten abhängig gemacht hat.
Während es hier offiziell hies, eine Geisel sei wegen Krankheit und Erschöpfung gestorben erklärte die Taliban offen (natürlich nicht in unseren Medien) die Ermordung der Geisel und auch das die zweite Geisel ebenfalls sterben wird, wenn die Soldaten nicht abziehen.
Heute ist zu lesen, dass beide Geiseln getötet wurden.
Vielleicht sollten wir mal überlegen warum die Regierung so tut als ob sie Interesse am Überleben der Geiseln hätte wo sie doch deren leben in der Hand hatte und deren Tod durch Gleichgültigkeit selbst verursacht hat.
NeuerMensch (23.07.2007, 10:21 Uhr)
Hoffnung
Man weiß es nicht, man vermutet es wahrscheinlich auch nicht, sondern hofft es. Denn jeder in Afganistan erschossene Deutsche dürfte die Einstellung zum Afghanistan-Einsatz an der sog. Heimatfront 'beeinträchtigen'.
Ernst1 (23.07.2007, 08:26 Uhr)
Woher weis man eigendlich das die Geisel vorher tod war?
Sind das Vermutungen oder wie kommt man eigendlich auf diese Behauptung?
MEHR ZUM ARTIKEL
Afghanistan Totale Verwirrung um Schicksal der Geiseln

Wurde die Leiche der toten deutschen Geisel geborgen - oder nicht? Starb er an einem Schwächeanfall - oder an einer Schusswunde? Das Informationschaos um die beiden in Afghanistan entführten Männer ist perfekt, die Meldungen werden immer widersprüchlicher. mehr...

Afghanistan Deutsche Geisel tot geborgen

Die afghanische Polizei hat den Leichnam einer toten deutschen Geisel geborgen, wie ein Kommandeur am Sonntag mitteilte. Die Behörden hatten tags zuvor mitgeteilt, einer der beiden im Süden des Landes entführten Deutschen sei einem Herzanfal erlegen. mehr...

Geisel-Schicksal Dramatische Suche nach der Wahrheit

Verwirrung um die beiden deutschen Geiseln in Afghanistan: Sie seien hingerichtet worden, meldeten die Taliban am Morgen. Eine Geisel sei an Erschöpfung gestorben, die andere lebe, hieß es danach aus Kabul. Waren die Erpresser, die den Abzug der Deutschen aus Afghanistan forderten, nur Trittbrettfahrer? mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe