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18. Oktober 2007, 13:44 Uhr

Putin zelebriert Aufrüstung

Der russische Präsident Wladimir Putin lässt die Muskeln spielen. Erst, mit nacktem Oberkörper, im wörtlichen Sinne, jetzt, im übertragenen Sinne, in der Sicherheitspolitik. Mit euphorischen Worten hat er eine neue Generation von Atomwaffen angekündigt und von "grandiosen" Plänen geschwärmt.

Aufmerksame Zuschauer: Putins Rede wurde live im Fernsehen übertragen© Said Tsarnayev/Reuters

Russlands Präsident Wladimir Putin setzt zum Ende seiner Amtszeit auf eine Politik der militärischen Stärke. Er kündigte jetzt den Bau einer neuen Generation atomarer Sprengköpfe an und rechtfertigte die Aufrüstung mit dem US-Krieg im Irak. Rohstoffreiche Länder müssten ihre Interessen schützen, erklärte er während einer live im Fernsehen übertragenen Fragestunde für russische Bürger.

"Gott sei Dank ist Russland nicht der Irak", sagte Putin. Das Land sei stark genug, seine Interessen zu wahren, "nebenbei bemerkt, auch in anderen Regionen der Welt". Dann fügte er in der vermutlich letzten Fragestunde dieser Art vor seinem Ausscheiden aus dem Amt im Frühjahr hinzu: "Wir werden eine Raketentechnologie entwickeln, einschließlich vollkommen neuer nuklearstrategischer Systeme, vollkommen neu." Dabei gehe es nicht nur "um den gesamten atomaren Dreiklang aus strategischen Raketen, Luftwaffe und einer nuklearen U-Boot-Flotte", sondern auch um konventionelle Waffen. Die Pläne für den Ausbau der Verteidigung seien grandios, so der Präsident, der sich bei der Parlamentswahl im Dezember um ein Abgeordnetenmandat bewerben will.

Waffensysteme sollen verlegt werden

Putin drohte zudem mit einer Verlegung russischer Waffensysteme, sollten die USA seine Bedenken gegen den in Osteuropa geplanten Raketenschild nicht berücksichtigen. "Ich kann versichern, dass solche Schritte derzeit vorbereitet werden", sagte er. Wo welche Raketen stationiert würden, sei eine Entscheidung des Generalstabs der Armee.

Auch im Atomkonflikt mit dem Iran schlug Putin einen scharfen Ton an. Direkte Gespräche seien der bessere Weg als Sanktionen oder ein Militäreinsatz, sagte er mit Blick auf seinen jüngsten Besuch in Teheran, auf den die USA kritisch reagiert haben. Ein Dialog sei "immer produktiver und der kürzeste Weg zum Erfolg als eine Politik der Drohungen und Sanktionen oder gar der Plan, Gewalt einzusetzen."

US-Präsident George W. Bush hatte am Vorabend der Fragestunde Putin aufgefordert, klarzustellen, ob Russland nach wie vor die internationalen Bedenken gegen das iranische Atomprogramm teile. Er warnte vor einem Dritten Weltkrieg, sollte der Iran in den Besitz von Atomwaffen gelangen. Gemeinsam mit den europäischen Vermittlern bemühen sich die USA derzeit um eine Verschärfung der internationalen Sanktionen gegen den Iran.

Reuters
 
 
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