27. August 2012, 12:32 Uhr

Rebellen schießen Armee-Hubschrauber ab

Den Aufständischen in Damaskus ist es offenbar gelungen, einen Helikopter der Assad-Truppen zum Absturz zu bringen. Die Türkei kündigt derweil an, keine syrischen Flüchtlinge mehr aufnehmen zu wollen.

In der syrischen Hauptstadt Damaskus haben Rebellen nach Angaben von Augenzeugen am Montag einen Armee-Hubschrauber abgeschossen. Dieser habe zuvor den Stadtbezirk Dschobar beschossen. Dort sei es zu heftigen Gefechten zwischen Aufständischen und Truppen von Präsident Baschar al Assad gekommen. Das staatliche Fernsehen berichtete ebenfalls vom Absturz eines Hubschraubers im östlichen Viertel Kabun. Auf Video-Material von Oppositionellen war einabstürzender brennender Helikopter zu sehen. Unbestätigten Medienberichten zufolge sollen die Aufständischen von arabischen Golfstaaten mit Flugabwehrraketen des US-Typs Stinger ausgerüstet worden sein.

Unterdessen hat nach den jüngsten Kämpfen und Massakern im Süden von Damaskus eine Massenflucht aus Syrien eingesetzt. Ein libanesischer Grenzbeamter sagte am Montag, binnen weniger Stunden hätten mehr als 6000 Menschen die Grenze überquert. Die meisten Flüchtlinge stammten aus den südlichen Vororten der syrischen Hauptstadt.

Bei Kämpfen zwischen Revolutionsbrigaden und Regierungstruppen wurden am Morgen 20 Menschen getötet, darunter fünf Kinder. Indessen begannen die türkischen Behörden damit, Syrer an einer Flucht über die Grenze zu hindern. Wegen der schnell wachsenden Flüchtlingszahl wolle die Türkei nicht mehr alle Syrer aufnehmen, berichteten türkische Medien. Ein Regierungsvertreter bestätigte die Berichte auf Anfrage, ohne Details zu der neuen Politik zu nennen. Türkische Kommentatoren sehen in der Entscheidung einen möglichen Schritt auf dem Weg zur Einrichtung einer Schutzzone auf syrischer Seite der Grenze. Bislang sind mehr als 80.000 Syrer in die Türkei geflüchtet.

Assad unterstützt Teherans Syrien-Friedensplan

Das syrische Staatsfernsehen berichtete derweil von Erfolgen der Regierungstruppen im Kampf gegen "Terroristen" in der Provinz Idlib. Rebellen dort meldeten ihrerseits, sie hätten nach dreitägigen Kämpfen eine Straßensperre der Regierungstruppen im Bezirk Dschabal al Sawija überrannt. Einer der Kämpfer der "Brigade der Falken von Damaskus" sagte, in der Schlacht seien auch mehrere Angehörige seiner Brigade gefallen.

Assad unterstützt nach Angaben aus Teheran den iranischen Vorstoß für einen neuen Syrien-Friedensplan. Assad begrüße die Bemühungen der Regierung in Teheran, sagte der iranische Abgeordnete Alaeddin Borudscherdi nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Isna. Borudscherdi ist der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im iranischen Parlament. Er war am Sonntag mit Assad in Damaskus zusammengekommen.

Der Iran will seine Syrieninitiative diese Woche auf der Konferenz der Blockfreien Staaten in Teheran präsentieren. Details sind bislang nicht bekanntgeworden. Es heißt lediglich, es handele sich um einen umfassenden Plan. Der Iran ist in der Region der engste Verbündete des Assad-Regimes.

Assad hatte den Aufständischen am Sonntag einen "Kampf um jeden Preis" erklärt. Zugleich bezeichnete der bedrängte Staatschef die seit 17 Monaten andauernde Erhebung gegen sein Regime erneut als ein vom Ausland gesteuertes Komplott. Bei einem neuen Massaker in Syrien sollen mehr als 200 Menschen getötet worden sein. Ihre Leichen wurden in Darija gefunden, nachdem der Vorort von Damaskus von Regierungstruppen eingenommen worden w

mlr/DPA/Reuters/AFP
 
 
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