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4. Januar 2010, 18:35 Uhr

Brauchen wir Nacktscanner?

Pro und Contra

Sind sie Teufelszeug oder ein Segen für die Sicherheit? Sollen die so genannten Körperscanner auch an deutschen Flughäfen aufgestellt werden? Florian Güßgen findet ja, Manuela Pfohl hält dagegen.

Ein Fortschritt, kein Allheilmittel

Ein Fast-Anschlag auf einen Flieger. Eine Fast-Katastrophe. Und die Reflexe funktionieren. Mit aller Macht versuchen Politiker weltweit, aktiv zu erscheinen, das Unmögliche möglich zu machen, uns absolute Sicherheit zu verschaffen - als Bürger, als Flugpassagiere. Das Ergebnis: Den Al-Kaida-verseuchten Jemen wollen sie jetzt aufräumen, die Geheimdienste, allen voran die CIA, wollen sie an die Kandare nehmen - und in der Flugsicherheit soll jetzt auch alles viel besser gemacht werden, in Deutschland unter anderem mit Körperscannern. Bei aller Skepsis gegenüber dem Aktionismus von Politikern ist es dabei richtig, dass der Nutzen der Scanner nun erneut bewertet wird. Entscheidend ist doch: Die Dinger sind kein Allheilmittel, den Sprengstoff in der Unterhose des Nigerianers Umar Faruk Abdulmutallab hätten sie nicht entdeckt. Aber sie erhöhen die Chance, Waffen bei Flugpassagieren vor dem Abflug zu entdecken. Das allein wäre ja schon ein Fortschritt, wenn man bedenkt, dass Tests der Bundespolizei ergeben haben, dass 30 Prozent der Testpersonen mit Schusswaffen locker die Sicherheitschecks an deutschen Flughäfen überwunden haben. Wenn es bei den Geräten der neueren Generation tatsächlich so ist, dass sie die nackten Körper der Passagiere nicht eins zu eins abbilden, also eine Art Peep-Show liefern, sondern dass nur Körper-Piktogramme zu sehen sind, dann fällt auch das Gegenargument weg, dass hier zu sehr in die Intimsphäre der Passagiere eingegriffen werde. Bewähren sie sich in der Testphase, sollten die Körperscanner also auch an deutschen Flughäfen eingesetzt werden. Schnell. Denn sie bedeuten, obgleich sich die ersten Bilder prächtig als Symbole für eine vermeintliche Totalüberwachung eignen, keineswegs eine neue Qualität der Datensammlung. Sie können aber ein Mehr an Sicherheit bringen. Es wäre dumm, diese Chance nicht zu nutzen. Ebenso dumm wäre es zu glauben, damit wäre es getan. Das Personal an Flughäfen muss besser geschult - und vielleicht auch bezahlt - werden, um die Personenkontrollen zu verbessern. Und: Die Regierungen müssen sicherstellen, dass vorhandene Daten effektiv vernetzt werden. Dabei ist die Wachsamkeit von Datenschützern nötig. Wofür werden welche Daten erhoben und wer darf sie wie vernetzen? Was sollen und dürfen Fluglinien und Regierungen über mich wissen, wenn ich an einem Flughafen ankomme? Wie viel Risiko will ich als Passagier eingehen, um meine Freiheit gegenüber dem Staat zu schützen? Das sind wichtige Fragen, die in Zeiten der Terrorgefahr immer wieder neu gewichtet, austariert, neu beantwortet werden müssen. Die Nacktscanner spielen da keine entscheidende Rolle.

KOMMENTARE (10 von 21)
 
SozialforumNeustadt (06.01.2010, 17:57 Uhr)
Mit Angst regiert es sich wohl leichter
Die Menschen bekommen Angst, und die Politik versucht, mit symbolischem Handeln diesen Ängsten entgegenzuwirken und die Privatsphäre bleibt auf der Strecke.
Denn wo ist der Datenschutz, wenn das Gerät mich trotzdem nackt sieht und nur "unklar" darstellt? Ob Daten geschützt sind, ist eine objektiv messbare Größe und nicht eine Frage der Darstellung. Nacktscanner bleiben Nacktscanner auch wenn man sie Körperscanner nennt.
Mit Angst regiert es sich scheinbar leichter, erst Schweinegrippe, nun wieder mal Terrorgefahr.
Mehr zu Nacktscannern: http://www.aktion-freiheitstattangst.org/cgi-bin/searchart.pl?suche=nackt&sel=meta
Marsmann (06.01.2010, 17:00 Uhr)
Nacktsein - die natürlichste Sache
Nun, wenn die Gesellschaft nicht so prüde mit dem Nacktsein umgehen würde, wäre es wohl mit diesem Nacktscanner nicht so problematisch. Aber wenn sich da nur Auserwählte über mich als Nacktfrosch verlustieren dürfen, möchte ich aber, dass jeder sich überall jedem so zeigen kann, wie er will. Anderer Leute Schamgrenze wie das Bedecken des weiblichen Haupthaares soll ja auch durch Anweisung von oben heruntergeschraubt werden.
Offenbach (06.01.2010, 08:00 Uhr)
Keine Probleme
ich frage mich was schlimmer ist sich kurz scannen zu lassen aber dafür eine höhere Sicherheit zu bekommen, oder durch eine nicht entdeckte Bombe o.ä perforiert zu werden. Ich sehe auch meine Persönlichkeitsrechte nicht negativ berührt, die Kontrolierenden habe sicherlich andere Sorgen als sich an den vermeindlich Nackten zu verlustieren.
jetrabbit (05.01.2010, 12:51 Uhr)
terrorist brauchte starthilfe/staathilfe
diese geschichte erschüttert, und zeigt, wie scheinheilig die terrorstory ist...
http://www.radio-utopie.de/2010/01/05/flug-253-chronologie-akt-iii-von-detroit-nach-jemen/#more-11813
x-cube (05.01.2010, 12:44 Uhr)
Na Klar!
Immer her damit. Die Forderung ist doch absolut berechtigt.
Nur Nackte Terroristen sind guteTerroristen.
Ich zumindest möchte bitte unbedingt bis in die letzte meiner Ritzen ausgeleuchtet werden. Ich würde mich sogar bücken wenn es "Dem Kampf gegen den Terrorismus" hilft.
Bitte Pflanzt mir auch einen Chip ein, am besten ins Gehirn, damit ich nicht auf "Falsche" Gedanken komme.
Fakten (05.01.2010, 02:43 Uhr)
Nacktscanner - das hoert sich anruechig an und verschleiert die folgenden Tatsachen:
z. B. das es 2 Arten von Scannern gibt.

Die Scanner die mit Radiowellen im Terra-Hertz arbeiten und voellig nutzlos sind und diejenigen die Roentgenstrahlungen benutzen und damit auch noch gesundheitsgefaehrdend! Einfach mal ihren Arzt befragen warum der Sie nicht von Montag bis Freitag je zweimal roengt bevor Sie in den Flieger steigen zur An- und Rueckreise.

Na verstanden - oder kichern Sie immer noch wenn sie den Begriff "Nackt" hoeren - na na na....
aretana (05.01.2010, 01:15 Uhr)
In Amerika hustet einer,
und schon wieder spielt die ganze Welt verrückt.
Oder ist das mal wieder eine Ablenkung von der bescheidenen Politik, um die Aggressionen in eine andere Richtung zu lenken? Oder werden wir so auf den Sicherheitschip vorbereitet? Totale Überwachung? Scheint ja für die Zukunft angedacht zu sein. Siehe hier:


http://de.wikipedia.org/wiki/Georgia_Guidestones
Perseiden4 (05.01.2010, 00:01 Uhr)
Security
Der wahre Kern des Problems an: Schauen Sie sich an was am D`dorfer Flughafen passiert: Firmen wie Kötter und Klüh (Security) haben das Sagen.Mit unterirdischen Löhnen für Mitarbeiter die zu 40-60% genau der Glaubensgemeinschaft angehören vor deren Extremisten wir Schutz suchen (die andere Hälfte sind teils Glatzen die ''Woanders gesucht werden'')! Sie meinen ich übertreibe???Ich gehöre zu den Menschen die sich täglich durchwühlen lassen müssen, da mein Dienst innerhalb des Sicherheitsbereich ist!! Ich selbst bin Bundesbeamter....habe schon 2 mal imLeben einen Eid auf das Grundgesetz geschworen....muß mich trotzdem immer noch wie ein vermeintlicher Verbrecher behandeln lassen!!!!
Sicherheit gehört wieder in Staatlicher bzw. kommunaler Hand...nicht aber in die Hand privater Unternehmen die unter Tarif bezahlen und das Unheil heraufbeschwören!!!!
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Ich frage mich wann die Medien mal ernsthaft das Problem der an unserem Flughafen unterbezahlten, vielenteils moslemischen ''Mitbürger'', oder teils glatzköpfigen Deutschen Security hinterfragt!!!!!Tatsache ist das Sicherheit, neudeutsch : ''Security'' eine Klientel anzieht die alles andere als Sicherheit verspricht!!!!
nerventanz (04.01.2010, 22:03 Uhr)
Hut ab für das Contra
Diese Einsichten im Contra sind richtig und besorgniserregend. Die Ausführung über Sicherheitslücken lässt sich gut nachvollziehen. Mit so etwas haben Sicherheitsexperten im IT-Bereich viel mehr Erfahrung als Beamte... die noch im "Baby-Stadium" sind (wie man klar an ihrer Problemanalyse sieht). Es geht bei Sicherheit nur um Geld. Wieviel ist es einem Wert eine Bombe aufs Flugzeug zu kriegen? Wieviel Geld ist nötig um so etwas zu MINIMIEREN (vermeiden kann man es eh nicht, wie schon richtig erkannt worden ist).

Und was machen die Leute eigentlich, wenn anstatt des Flugzeugs ein Terrorist auf dem Flughafen den Sprengstoff zündet? Er kann ja bis zum Nacktscanner kommen, wo alle in der Schlange versammelt stehen und es so viele Opfer gibt.

Überall wo Leute versammelt sind, kann es potenziell viele Opfer geben. Am Bahnhof, auf der Autobahn, im Theater/Kino, Kirche... und? Wollen wir überall Sicherheits-Checks? Nein! In unserer Gesellschaft gibt es zum Glück gesundes Vertrauen, dass alle keine Terroristen sind. Das ist ein gutes Herangehen an die Sache.

Wenn man durch eine Bombe getötet wird, dann wird man halt sterben, und? Lieber das, als dass die Gesellschaft vor Angst total in Sicherheitspanik kollabiert.

Ich habe schon am Anfang des Irakkrieges gesagt, dass die US-Bürger sich die nächsten 700 Jahre warm anziehen müssen, weil sie so viel Hass durch das verursachte Leid gesäht haben. Man bekommt da die Quittung für früher oder später, wenn man dermaßen rücksichtslos, rachsüchtig und ohne jegliches Anzeichen von Diplomatie ein Land militärisch besetzt.
Mule (04.01.2010, 21:51 Uhr)
Scanner und die Strahlen
Es fuhr der Reisebus durch den kanadischen Grenz-Röntgen?-Scanner. Ich hatte zwei Tage vorher eine Schild-drüsenuntersuchung mit radioaktivem Kontrastmittel. Ich mußte darüber Auskunft geben, den Bus verlassen und zu Fuß ohne durchgeleuchtet zu werden die Grenze passieren. Alles harmlos ??
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