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4. September 2008, 20:16 Uhr
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Der Zellengenosse kämpft für McCain

George "Bud" Day war zusammen mit US-Präsidentschaftskandidat John McCain in Vietnam. Gemeinsam durchlitten sie Gefangenschaft und Folter. Heute macht Day Wahlkampf für McCain. Mit stern.de sprach er über den republikanischen Kandidaten, den er als "Mann aus Stahl" bezeichnet.

Luftwaffenoberst George "Bud" Day, Träger der Ehrenmedaille "Medal of Honor", war einige Zeit Zellengenosse von John McCain während dessen Kriegsgefangenschaft in Vietnam

Der Mann, der einem John McCain erklären kann, lebt in Fort Walton Beach, Florida. In einer dieser langen, breiten, trostlosen Straßen, die den Ortskern amerikanischer Städte mit den Vororten verbinden. Hier liegt zwischen Tankstellen, Drogerien, Schnellimbissen und Outlets das Büro von Colonel George "Bud" Day. Es ist ein kleines, flaches Gebäude. Day kommt aus dem Hinterzimmer, er ist kleiner als erwartet. Der 83-Jährige ist der am höchsten dekorierte noch lebende Amerikaner. So einen Mann stellt man sich natürlich ganz groß vor. Day hat ein Buch über sein Leben als Soldat geschrieben. Es heißt: "Duty. Honor. Country." Auf dem Cover steht sein Name: Colonel George "Bud" Day, darunter: Krieger - Anwalt. Noch bevor man mit ihm gesprochen hat, kann man sich ausmalen, was für ein Mann Day ist.

John McCain und "Bud" Day sind seit fast 41 Jahren befreundet. Day, der Anwalt, hat für McCain die Scheidung von dessen erster Frau geregelt; Day, der Krieger, macht für McCain Wahlkampf. John McCain und "Bud" Day saßen in Vietnam gemeinsam in einer Zelle.

Day sagt: "Lassen Sie uns nach hinten gehen." Es ist ein kleiner Raum mit Holztisch und Plastikstühlen und sonst nichts. So kann man auch Verhöre führen. Day trinkt aus einem weißen Pappbecher Kaffee und bevor die erste Frage gestellt ist, sagt er: "Die Vietnamesen nannten John den Prinzen." Warum? "Na, weil er der Sohn eines großen Admirals war. Am Tag, als er abgeschossen wurde, kam einer unserer Peiniger zu mir und sagte: 'Ab heute wird sich keiner mehr um Dich kümmern, Du bist nur eine kleine Kartoffel, alle wollen wissen, wie es John McCain geht.'"

Absturz in Vietnam

Es ist der 26. Oktober 1967, als John McCain bei seinem 23. Flug im Vietnamkrieg vom Himmel fällt. Seine A-4-Skyhawk stürzt über Hanoi ab. Der junge Soldat bricht sich dabei beide Arme und ein Bein, er zieht sich eine Gehirnerschütterung zu. Er landet mit seinem Fallschirm in einem kleinen See mitten in Hanoi. Heute steht dort eine Statue, sie zeigt John McCain auf Knien, die Arme zum Himmel gestreckt, die Augen voller Angst, die Inschrift lautet: "McCain - famous air pirate". Als die Nord-Vietnamesen McCain aus dem Wasser fischen, bekommt er ein Bajonett in die Leiste gerammt. Einer der Soldaten bricht ihm mit dem Gewehr die Schulter. Sein rechtes Knie ist da schon vom Absturz um 90 Grad gekrümmt, die Schmerzen sind die Hölle. Und nach der Hölle kommt das "Hanoi Hilton", das berüchtigte Folterlager.

Nach einigen Wochen wird McCain zu einem der Kommandanten gebracht. Es soll ein PR-Coup werden, der Sohn des großen Admirals John McCain II., der oberste Kommandant aller Schiffe im Pazifik, soll vorzeitig freigelassen werden. Doch John McCain III. weigert sich. Der Kommandant wird wütend, er befiehlt den Wärtern, dem Gefangenen erneut die Arme zu brechen, dazu die Rippen und ihm die Zähne auszuschlagen. McCain wird in Einzelhaft gesperrt.

Sechs Wochen später bringen sie ihn zu "Bud" Day in die Zelle. Day erzählt: "Er sah aus wie ein KZ-Überlebender aus Dachau. Sie hatten ihn übel zugerichtet. Er sprach die ganze Nacht hindurch. Er vertraute mir in dieser Nacht alles an. Er wollte, dass ich das alles seiner Frau erzähle, wenn er sterben würde."

Gemeinsam im "Hanoi Hilton"

"Bud" Day und John McCain sitzen gemeinsam im Lager "The Plantation", später kommen sie ins "Hanoi Hilton". Day sagt: "John war ein großartiger Zellennachbar mit einem ungewöhnlichen Lebenswillen. John hat damals schon gezeigt, was für eine Führungspersönlichkeit er ist. Er war den Kameraden in diesem Camp Geistlicher, Erzieher und Entertainer zugleich."

McCain sorgt für gute Laune und vertreibt die Langeweile. Er hat Geschichte und Literatur studiert. Er erläutert die Kreuzzüge, erzählt Geschichten von Alfred Damon Runyon, einem Reporter aus den 20er Jahren, einem Mann, der gerne über die Außenseiter der Gesellschaft schrieb: Panzerknacker, Glücksspieler, Boxer und Bauernfänger. Er hat ein unfassbar gutes Gedächtnis, der junge John McCain. Zu Legenden werden die "Monday night at the movies": Einmal die Woche spielt er einen ganzen Film nach. In zwei seiner liebsten ist Marlon Brando der Hauptdarsteller, einer ist "Viva Zapata!", über den mexikanischen Revolutionsführer Emiliano Zapata, der am Ende alleine auf den Dorfplatz hinaustritt in den sicheren Tod. Der andere ist "One-Eyed Jacks", ein Western. Es geht um einen Banditen, es geht um Rache, Ehre, Verrat und natürlich gibt es am Ende einen Showdown. McCain liebt es, aus diesem Film ein Zitat besonders zu spielen: "You scum-sucking pig."

"John war furchtlos, unerschrocken", sagt Day. "Bis zum letzten Tag hat er den Kommunisten widerstanden." 1973 wird McCain freigelassen.

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KOMMENTARE (9 von 9)
 
jetrabbit (07.09.2008, 02:46 Uhr)
global player
mcbush
Vincent_Vega (05.09.2008, 12:56 Uhr)
@ecomoc4u
Wow, was für Neuigkeiten; nun aber los mit den Quellenbelegen und die Presse informieren. So´ne PR-Gelegenheit darf man doch nicht verpassen lassen.
Wenn da was dran wäre, wäre es im Vorwahlkampf bzw. 2000 längst rausposaunt worden. Gerade die Republikaner bedienen sich doch der schlimmsten Dreckschleudern und ein parteiinterner Rivale hätte sicher genug Medien auf seiner Seite gehabt um den Aussenseiter McCain zu Fall zu bringen.
Tom3 (05.09.2008, 11:26 Uhr)
Von Pausenclowns u. Schaumschlägern
Um so mehr ich über den amerikanischen Wahlkampf lese, höre u. sehe umso mehr bekomme ich den Eindruck, dass mich das alles an die Schulzeit, genauer an die Zeit auf dem Pausenhof erinnert:
Zwei Jungs wollen sich unbedingt gegenseitig überbieten. Ihnen ist dabei jedes Mittel recht, Lüge Übertreibung, Dämonisierung, Verrat, Diffamierung, Demagogisierung,...etc...
Umringt werden sie dabei von einer gläubigen u. um Zuneigung bettelnden Menge, die den Prahlereien der beiden aufmerksam lauscht.
Ich find dass alles mehr als pervers.
Zumal die meisten Dinge wirklich gar nichts mit der Eignung für einen Präsidentschaftskandidaten zu tun haben.
Wenn es ausreichen würde, ein "Kriegsheld" zu sein, dann hätten die Amis ein Problem, denn dann hätten Sie viel zu viele taugliche Anwärter auf den Posten.
Ich hoffe nur, dass solch eine Politposse und Schaumschlägerei bei uns nicht Fuss fassen wird, denn mit Politik hat das alles herzlich wenig zu tun.
Hier wird gezielt versucht das eingene Volk u. auch den Rest der Welt zu blenden, es gewinnt dann nicht der Bessere, sondern der, der die mieseren Tricks drauf hat u. augenscheinlich als besser da steht.
Quo Vadis USA!?!?!
ecomoc4u (05.09.2008, 09:09 Uhr)
mccain gefoltert?
vielmehr ist bekannt das mccain nicht gefoltert wurde. die wahrheit sieht folgendermassen aus.
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mccain wurde nach einer woche zelle, in der er provisorisch behandelt worden war, und die er mit seinen ebenfalls gefangenen POWs teilte, in ein krankenhaus verlegt. dort wurde er fachgerecht behandelt weil er seine arme und beine selber gebrochen hatte, nachdem er den schleudersitz betätigte.
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anschliessend wurde mccain in ein hotel verlegt, wo andere söhne von hohen offizieren untergebracht waren. diese priviligierten hatten alle erdenklichen vorzüge...
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es kommt noch viel schlimmer. als die vietcong mccain nach 2 jahren nach hause schicken wollten, weigerte er sich zu gehen, da er damit seine zukünftige karriere riskiert hätte. dieser befehl kam direkt von seinem vater, admiral mccain.
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es gibt bis heute keinen einzigen ex vietnam POW, der mccain nicht dafür verachtet, das er die meisten propaganda interviews für die vietcong erstellte.
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was aber die ex POWs nie vergessen werden ist die tatsache, dass mccain offiziell im senat die suche nach den letzten vermissten POWs für beendet erklärte.
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ps: mccain schnitt als 5t schlechtester in seinem kurs in westopoint ab. er wäre niemals kampfpilot geworden hätte papi mccain nicht nachgeholfen.
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aber mccains meisterleistung ist und bleibt die verschuldung an 160 toten kameraden auf dem flugzeugträger, als er eine rakete an bord abfeuerte.
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ausserdem ist mccain ein rassist, der gegen die weissen in den USA arbeitet, nur um seine position bei den zionisten zu festigen.
bernie-abg (04.09.2008, 22:57 Uhr)
Sind die gefolterten...
..."feindlichen Kämpfer", welche die USA inhaftiert halten, auch Helden?
jochen80 (04.09.2008, 22:24 Uhr)
klar
für mich sind gefolterte kriegsgefangene helden, auch diejenigen, welche von der army tante gefoltert wurden
Gisella (04.09.2008, 21:40 Uhr)
Helden
-viele von den damaligen Soldaten sind Trucker und alle haben irgendein Problem.Sie wurden bei ihrer Rückkehr angefeindet.Das hat sich aber in all den Jahren gravierend geändert-jetzt sind sie wieder die Helden-Helden ??????
Jensl (04.09.2008, 20:57 Uhr)
Helden?
Leider habe ich eine andere Vorstellung von Helden.
rynaldo (04.09.2008, 20:01 Uhr)
Helden
... was ist denn jetzt wieder los - die waren doch in Vietnam und haben mit den absurdesten Waffen Leute abgemurkst, verbrannt und vergiftet - aber jetzt sind die wieder Helden.
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