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31. Dezember 2010, 08:43 Uhr

Entschädigungsfonds soll Opfern helfen

Machen Ärzte Behandlungsfehler, steht den betroffenen Patienten oft auch juristisch eine lange Leidenszeit bevor. Nun schlägt der Bundespatientenbeauftragte einen Entschädigungsfonds vor, der Prozesse vermeiden und Betroffenen schnell helfen soll. Doch bei manchen trifft der Vorschlag auf taube Ohren.

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Machen Ärzte Behandlungsfehler, stehen den Opfern oft langwierige Prozesse bevor© DPA

Die Opfer von Ärztefehlern sollen schnellere Hilfe bekommen. Der Bundespatientenbeauftragte Wolfgang Zöller schlug dazu einen Entschädigungsfonds vor, der langwierige Prozesse vermeiden könnte. Stattdessen könnte Geschädigten in strittigen Fällen schnelle Hilfe bekommen. Der Fonds sollte von Ärzten, Versicherern und Klinikpatienten finanziert werden.

Verbraucherschützer und Krankenhäuser haben den Vorschlag unterstützt. Der Vorstoß des Patientenbeauftragten der Bundesregierung sei "im Grundsatz sinnvoll", sagte der Gesundheitsexperte der Verbraucherzentralen, Stefan Etgeton, der "Frankfurter Rundschau". Der Fonds dürfe aber keine Alternative zu den Haftpflichtversicherungen der Ärzte sein, sondern solle als Ergänzung für Fälle dienen, "wo ein Schaden und ein Behandlungsfehler vorliegen, ohne dass sich die Kausalität eindeutig klären lässt". Etgeton wandte sich aber dagegen, Kranke für den Fonds zur Kasse zu bitten.

"Den Fonds braucht man gar nicht"

Auch die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) begrüßte das Fondsmodell. Die Versicherer reagierten hingegen zurückhaltend. "Mit uns hat bisher niemand gesprochen", sagte Christian Lübke vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Die Branche sei bei diesem sehr ernsten Thema aber gesprächsbereit. Die Ärzteschaft hatte den Vorschlag hingegen scharf kritisiert. Den Fonds brauche man gar nicht, sagte der Vizepräsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, der Nachrichtenagentur DAPD.

Schätzungen zufolge leiden jährlich bis zu eine Million Menschen unter Fehlern ihrer Ärzte - eine Zahl, die die Bundesärztekammer allerdings für völlig übertrieben hält. Den Streit mit Medizinern nehmen rund 40.000 Patienten pro Jahr auf. Rund 10.000 Fälle werden in sogenannten Schlichtungsstellen der Ärzteschaft entschieden.

tkr/DAPD
 
 
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