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13. Februar 2009, 13:58 Uhr

"Eines der größten Umweltprobleme"

Deutliche Worte des Bundesamtes für Strahlenschutz: Der Präsident der Behörde, Wolfram König, hat besorgte Bürger in Niedersachsen über die aktuelle Lage im Atommüllager Asse informiert. Dabei nannte König das ehemalige Bergwerk "ein schwer einsturzgefährdetes Haus".

Asse, Atommüll, Atommülllager, Niedersachsen

Im ehemaligen Salzbergwerk Asse lagern 126.000 Fässer mit radioaktivem Inhalt© Philipp Guelland/DDP

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat das Atommülllager Asse in Niedersachsen als "eines der größten Umweltprobleme der Bundesrepublik" bezeichnet. Bei der Übernahme der Verantwortung für das marode Bergwerk bei Wolfenbüttel habe man "ein Haus vorgefunden, das schwer einsturzgefährdet und feucht ist", sagte BfS-Präsident Wolfram König in Schöppenstedt. "Asse war nie als Endlager geeignet, die Nachweise für eine Eignung lagen nie vor", betonte er. Das BfS informierte am Donnerstagabend rund 150 Bürger über die Lage in dem ehemaligen Salzbergwerk.

Nach etlichen Pannen und Versäumnissen unter dem bisherigen Betreiber, dem Helmholtz Zentrum München, hatte das BfS zum Jahresbeginn die Verantwortung für die Asse übernommen. Der Bundesrat stimmte am Freitag der Änderung des Atomgesetzes zu, durch die das BfS Betreiber des Atommülllagers wird. Asse galt als Forschungsbergwerk für die Endlagerung von radioaktivem Abfall, erst nach mehreren Zwischenfällen wurde es unter Atomrecht gestellt. Nach dem derzeitigen Wissenstand hat das Bergwerk eine Standsicherheit bis 2020. Eine akute Gefahr bestehe derzeit für die Bevölkerung nicht, sagte König.

Die Entscheidung über den sichersten Weg zur Schließung der Schachtanlage mit rund 126.000 Atommüll-Fässern werde voraussichtlich nicht vor Ende des Jahres fallen, teilte das Bundesumweltministerium in Berlin mit. Nach Einschätzung von Experten seien noch weitere Untersuchungen notwendig. Unklar ist, ob der Atommüll im Bergwerk bleiben soll, umgelagert oder herausgeholt wird.

Derzeit würden alle Optionen von der Flutung der Grube bis zur vollständigen Rückholung der Abfälle geprüft, sagte König. Bei einer Rückholung würden die Abfälle in das benachbarte Endlager Schacht Konrad in Salzgitter gebracht. Dazu sei ein Verfahren mit Beteiligung der Öffentlichkeit zur Änderung der Genehmigung von Schacht Konrad notwendig. Ohne eine Erweiterung der Konrad-Genehmigung könne das im Bau befindliche Endlager in Salzgitter die Asse-Fässer nicht aufnehmen.

Atomkraftgegner aus der Region wollen am 26. Februar mit einer Lichterkette von Braunschweig zur Schachtanlage Asse und zum Endlager Konrad gegen die Atommülllagerung an beiden Standorten protestieren.

DPA/AP
 
 
KOMMENTARE (7 von 7)
 
n8g8 (14.02.2009, 19:37 Uhr)
Umweltengel Steuerzahler
Wie gut, dass jetzt endlich (!!!) der Steuerzahler für das ASse-Desaster aufkommt. Hauptsache man stellt EON, RWE und Konsorten bloß nichts in Rechnung!!!
Also mal ehrlich: Wenn die Bürger schon für die Schäden der Energiewirtschaft und des Umweltengels Gabriel büßen, müssen sie auch davon durch eine Verstaatlichung der Energiekonzerne davon zumindest einen Ausgleich erhalten - als Verbaucher und als Steuerzahler!!!
Alles andere ist nur wieder oktroyierter Lobbyismus der Energiewirtschaft.
Übrigens sollte man als Journalisten auch gegen Minister schreiben, die antidemokratisch gegen das Verursacherprinzip Kosten auf die Staatsbürger abwälzen.
Mit einer Vertaatlichung würde sich dann auch der Polizeieinsatz gegen die bürgerlichen Anti-Atom-Demonstranten zumindest kosten-faktisch rechtfertigen, wenn sie so ihre energiewirtschaftlichen Bürgerrechte wahrnehmen. Dafür muss der Bürger ja ohnehin schon heute blechen, auch wenn er keinerlei Profit davon hat - außer dass er öffentlich seine Meinung gegen Atomstrom äußern darf... Das ist sein gutes Recht - aber warum soll der Bürger such für Unrecht (Absprachen der Energiekonzerne und ihren parlamentarischen Marionetten-Staat etc.) aufkommen?!?
Dirk_37 (14.02.2009, 13:15 Uhr)
@sebi
Habe den Artikel mit Spannung gelesen und finde ihn sehr interessant. Das und noch mehr deckt sich mit meiner Auffassung. Mittel- und langfristig sind das die Lösungen der Zukunft, keine Frage. Nur, was machen wir bis dahin? Das meinte ich, momentan müssen wir Kernenergie verwenden weil sonst alles kollabieren würde. Daß Kernenergie ein sehr hohes Gefahrenpotential hat, wird niemand bestreiten. Aber anhand mancher Kommentare hier merkt man schon, welch Geistes Kind manche Leute sind.-)
MfG Dirk
ganzbaf (14.02.2009, 10:34 Uhr)
Jeder CDU-FDP Abgeordente bekommt 1000 Fässer in seinen scheiss Vorgarten gestellt

Und gut ist.
utospatz (13.02.2009, 23:23 Uhr)
@Dirk_37 Kennst Du
ein verarschtes Volk?
2055 kann es Dir passieren, dass Du deine Angehörigen mit Trinkwasser aus Asse II versorgst!
Zu diesem Zeitpunkt ist Schwesters Schwelle eventuell schon in der Caribic mit der Yacht die Du mit Deinen Steuergeldern bezahlt hast.!
Sebi89 (13.02.2009, 20:54 Uhr)
Solarthermie
@ Dirk_37
Lesen sie mal diesen Artikel.
http://www.stern.de/wissenschaft/natur/:Strom-W%FCste-Ein-Platz-Sonne/590759.html
soviel zum Thema Keine Alternative!
Dirk_37 (13.02.2009, 18:39 Uhr)
Woher, woher???
Woher soll denn die Energie kommen, die u.a. auch ihren Hintern mit Wärme und Billigstrom fürs Internet versorgt?
Klar, wir machen alles dicht, kaufen dann von unseren Nachbarn ( die zT die KKW´s mit unserem Geld unterstützt bauten) und den Rest machen saubere Kohlekraftwerke. Halleluja, den Atommüll der anderen haben wir auch nicht zu entsorgen und alles wird Gut:-)
...
Atommüll ist in der Tat ein Problem, aber kurz- und mittlefristig gibt´s leider keine Alternative, es sei denn, wir entwickeln uns in Richtung Mittelalter zurück und benutzen wieder Kerzen anstelle der Enegiesparlampe!
MfG Dirk
Oetker333 (13.02.2009, 16:53 Uhr)
Wohin? Wohin?
Mit dem Atommüll. Auf die Antwort warte ich schon seit geraumer Zeit von den Atomkraftbefürworter. Ja wohin Frau Merkel, Herr Seehofer, Herr Westerwelle? In Bayern ist doch genug Platz auf der Alm. Aber nein nicht in Bayern da würde der Seehofer mit der CSU ja unter 30% landen. Oder wie wärs in den Garten von Herrn Westerwelle. Der strahlt ja schon richtig wegen den Umfragewerten seiner Partei. Oder nach Grönland? Frau Merkel hat ja schon ein paar schöne Orte besichtigt. Das schwarz-gelbe Pack schriet nach Atomkraftwerken, aber um den Müll sollen sich andere kümmern. Das nenn ich Verantwortungsbewusstsein.
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