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19. Dezember 2008, 07:59 Uhr

Merkel verurteilt Anschlag auf Mannichl

Sechs Tage hat sie sich Zeit gelassen: In ihrer ersten persönlichen Erklärung zu dem Messerattentat auf den Polizeichef von Passau hat Bundeskanzlerin Angela Merkel entschiedenes Handeln gegen Neonazis gefordert. Die Attacke sei "ein Angriff auf uns alle", so die Kanzlerin. Polizeichef Alois Mannichl wird heute aus dem Krankenhaus entlassen.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich erstmals zum Angriff auf den Polizeichef von Passau geäußert. Sie fordert ein entschiedenes Handeln© Michael Sohn/AP

Nach dem Messerattentat auf den Passauer Polizeichef Alois Mannichl hat Bundeskanzlerin Angela Merkel ein entschiedenes Handeln der Politik gegen den Rechtsextremismus gefordert. "Wenn hier ein Vertreter unseres Staates, aber auch wenn andere Menschen durch Rechtsextreme angegriffen werden, dann ist das ein Angriff auf uns alle", sagte sie der "Passauer Neuen Presse" in ihrer ersten persönlichen Stellungnahme zu dem Fall.

Die Bedrohung durch Feinde des Rechtsstaats müsse sehr ernst genommen werden - nicht nur in Passau, sagte Merkel. Bund und Länder müssten diese Herausforderung und die rechtsextremistischen Strukturen weiter entschieden bekämpfen. Neben der Politik sei die gesamte Gesellschaft gefordert. Nötig sei vor allem Zivilcourage, um den Rechtsextremismus überall da zu bekämpfen, wo er sich im öffentlichen Raum zeigt.

Mannichl wird nach Polizeiangaben an diesem Freitag aus dem Klinikum Passau entlassen. Ursprünglich war erst zu Weihnachten mit der Entlassung des 52 Jahre alten Beamten aus der stationären Behandlung gerechnet worden.

Eine 50-köpfige Sonderkommission fahndet derweil in Deutschland und in Österreich nach zwei Verdächtigen mit auffälligen Tätowierungen. Ein Ehepaar sitzt wegen Verdachts der Beihilfe zum versuchten Mord in Untersuchungshaft.

DPA
 
 
KOMMENTARE (4 von 4)
 
Benkku (19.12.2008, 08:53 Uhr)
Kurz gesagt: Es merkelt.
Sie sollte jetzt einmal entschieden fordern, daß es zu Weihnachten schneite.
WielandVogelweide (19.12.2008, 08:51 Uhr)
Kommunistischer Personenkult
So muss es wohl in der alten DDR gewesen sein: "Der Staatstratsvorsitzende, der Vorsitzende des Zentralrates, usw., der Genosse Erich H., erklärte anlässlich..... "
Man meint, das Neue Deutschland ist wieder da.
Man ersetze nur Honecker mit Merkel.
"Merkel rettet die Banken, den Sparer, schnürt Klima-, Rettungspaket..." - und alle Medien plappern es nach. Selbst der STERN, sonst doch so kritisch, scheint gleichgeschaltet.
Jetzt wundert sich auch niemand mehr, warum das Volk brav dieser Dame so hohe Sympathiewerte verleiht.
Warum nicht morgen eine Meldung, ob Frau Merkel des nächtens gut geschlafen hat.....?
Sternchen2020 (19.12.2008, 08:48 Uhr)
Man hätte sich von einer Kanzlerin
tatsächlich viel eher einige passende Worte gewünscht zu diesem Verbrechen. Aber sie handelt wie immer: extrem zeitverzögert. So wie bei der Kris auch. Plötzlich fällt ihr bei aller Globalisieurung und Exportweltmeisterei ein, dass es auch noch ein Land gibt mit maroden Schulen, abgefahrenen Autobahnen und sonstigen massiven Defiziten.
.
Mir kommt Merkel vor, als habe sie das Amt der Kanzlerin völlig unvorbereitet und kalt und sie versucht nun seit Jahren zu begreifen, worum es in so einem Amt gehen könnte. Planloses Herumrudern und Dillentantismus können wir uns auf so einem Posten aber nicht erlauben, wie man jetzt sieht. Ihre politische Bilanz ist eine einzige Katastrophe.
Reiner.Unsinn (19.12.2008, 08:24 Uhr)
Wie in Stein gemeißelt!
Merkel verurteilt den Anschlag?! Merkel fordert entschiedenes Handeln gegen Neonazis?! Merkel erklärt, dass die Bedrohung durch Feindes des Rechtsstaates sehr ernstgenommen werden müsse?! Donnerwetter - das sind wirklich bahnbrechende Aussagen, die man in dieser Klarheit nicht erwarten durfte. Im ersten Moment dachte ich, es wäre bloße Phrasendrescherei....naja, ich zweiten Moment dachte ich es auch!
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