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8. Juni 2010, 12:23 Uhr

Luc Jochimsen geht für Linke ins Rennen

Luc Jochimsen soll Christian Wulff und Joachim Gauck herausfordern: Die Linke stellt die frühere Chefredakteurin des Hessischen Rundfunks als Kandidatin für das Bundespräsidentenamt auf. Die Chance der 74-Jährigen, gewählt zu werden, ist jedoch äußerst gering.

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Luc Jochimsen, frühere Chefredakteurin des Hessischen Rundfunks, fordert Wulff und Gauck heraus© Klaus-Dietmar Gabbert/DPA

Die Linke stellt die Bundestagsabgeordnete und frühere Chefredakteurin des Hessischen Rundfunks (HR), Luc Jochimsen, als Kandidatin für das Bundespräsidentenamt auf. Die 74-Jährige war 2005 über die Landesliste der thüringischen Linkspartei ins Parlament eingezogen. Sie ist kulturpolitische Sprecherin der Fraktion. Zwischen 1994 und 2001 war sie Chefredakteurin des HR.

Die Linksfraktion im Bundestag und Linken-Vertreter aus den Ländern sprachen sich in einer gemeinsamen Sitzung einstimmig für Jochimsen aus, wie es aus Teilnehmerkreisen hieß. In den vergangenen Tagen war auch die ostdeutsche Schriftstellerin Daniela Dahn gehandelt worden. In Parteikreisen hieß es aber, dass eine westdeutsche Kandidatin als wahrscheinlicher gilt.

Jochimsen sei für das Amt geeignet, weil sie in besonderer Weise für die Wiedervereinigung stehe, sagte der Fraktionsvorsitzende Gregor Gysi in Berlin. Die 74-Jährige sei im Westen aufgewachsen und habe sich nach dem Fall der Mauer stark für den Osten interessiert.

Jochimsen will Friedensstifterin sein

Jochimsen sagte zu den Zielen ihrer Kandidatur, sie wolle Friedensstifterin und Vereinigerin von Ost und West sein. Auch wolle sie sich für die Schwachen und Benachteiligten einsetzen. Die Entscheidung, die Kandidatur anzunehmen, sei ihr nicht schwergefallen. "Mir ist klar, dass die kommenden Wochen und Tage nicht leicht sein werden", fügte Jochimsen hinzu.

Parteichefin Gesine Lötzsch hatte bereits am Montag angekündigt, dass sie zusammen mit dem Co-Vorsitzenden Klaus Ernst eine Frau für das höchste Staatsamt vorschlagen will. Die Linke hatte ursprünglich ein gemeinsames Vorgehen aller drei Oppositionsparteien angestrebt. SPD und Grüne entschieden sich aber für einen Alleingang und nominierten in der vergangenen Woche den ehemaligen DDR-Bürgerrechtler Joachim Gauck.

Linke lässt mögliche Unterstützung für Gauck offen

Die Linke entsendet voraussichtlich 124 oder 125 Mitglieder in die Bundesversammlung, die am 30. Juni den neuen Bundespräsidenten wählen soll. Insgesamt wird es 1244 Wahlleute geben, von denen die Koalitionsparteien mindestens 644 stellen. Das sind mindestens 21 Wahlleute mehr als Stimmen für die absolute Mehrheit nötig sind. Als Kandidat des bürgerlichen Lagers wurde der niedersächsische Ministerpräsident und CDU-Vize Christian Wulff benannt.

Falls es dennoch einen zweiten und dritten Wahlgang geben sollte, hat sich die Linke noch nicht entschieden, ob sie dem ostdeutschen Bürgerrechtler und Theologen Gauck ihre Stimmen dann doch geben will. Bleiben zwei Wahlgänge ergebnislos, genügt im dritten die einfache Mehrheit.

DPA/APN
 
 
KOMMENTARE (10 von 47)
 
sportartmakler (09.06.2010, 08:59 Uhr)
@corazito
"Der Trend geht ins "Jugendliche" - siehe Obama, der Trendsetter!! " - schwachsinn, wie der ganze kommentar und der folgende.

@stern: bitte unbedingt die berichterstattung zu den kandidaten bis zur wahl aufrechterhalten, täglich natürlich....
Corazito3333 (09.06.2010, 08:49 Uhr)
Bitte-sachlich (08.06.2010, 14:13 Uhr) @dimpflmoser @LaoLu Luc Jochimsen hat jahrelang als Chefredakteurin bei einer der ARD
Sie war eine erfolgreiche Frau, aber jetzt ist sie eine alte Dame. Und wir leben in Deutschland hier zählt "Weisheit" nicht.
Und dann stellt Euch die ältere Dame vor mit der Merkel ( sorry, der Trutschn..)
Corazito3333 (09.06.2010, 08:06 Uhr)
Die Llinke verprellt die Wähler.... daß ist wahr!!!
Warum??? Eine 74jährige Dame als Bundespräsidentin??? Ist dies Ignoranz, Dummheit...oder was wollen sie damit beweisen??? Der Trend geht ins "Jugendliche" - siehe Obama, der Trendsetter!! Und die Linken wollen uns eine alte Dame auf den Thron setzen!!
noetigenfalls (09.06.2010, 07:11 Uhr)
Die Linke verprellt mal wieder ihre Wähler
Erst das Versagen in NRW, jetzt diese lächerliche, kopflose Aktion mit der Friedensbringerin Frau Bundespräsident Luc J.
Es ist einfach NICHT ZU FASSEN wie diese Partei so dämlich sein kann, diese große Chance einfach wegzuwerfen, der Merkel gehörig eins auszuwischen und diese Verbrecherregierung vorzuführen.

Aber Nein, stattdessen müssen sie wieder mal ihr abstruses Sondersüppchen kochen und HIEVEN DEN WULFF INS Amt. Vielen Dank, liebe Linken!
SethusCalvisius (09.06.2010, 02:16 Uhr)
Schon Wahnsinn,
was ein völlig normaler demokratischer Vorgang, nämlich die Nominierung von mehreren Kandidaten für ein politisches Amt für Reaktionen hervorruft.
Warum, um Gottes Willen, sollen die Linken keine eigene Kandidatin ins Rennen schicken? Wo steht das im Grundgesetz? Nur, weil sie sowieso keine Chance hat? Warum dürfen dann bei Bundestagswahlen Parteien kandidieren, die nie im Leben die Fünfprozenthürde überspringen können?
Man kann zu den Linken stehen, wie man will, aber sie sind kein Anhängsel der SPD. Es gibt auch keinen Anspruch darauf, dass die Linken den SPD-Kandidaten mitwählen müssen.
Joachim Gauck hat sich als Bürgerrechtler und Stasi-Aufklärer Verdienste erworben. Seine DDR-Erfahrungen haben auch dazu geführt, dass er die Bundesrepublik sehr unkritisch sieht. Das ist aber nicht die Position der Linken und insofern ist es verständlich, dass sie Herrn Gauck nicht wählen wollen.
LaoLu (09.06.2010, 00:19 Uhr)
Sie sollten uns nicht erklären, was Ihnen alles "ein Rätsel" ist, mackeldei!
Ist schon klar, habe ich auch nicht anders erwartet.
mackeldei (08.06.2010, 22:45 Uhr)
Chefredakteurin
Wie diese Frau damals Chefredakteurin des hessischen Rundfunks werden konnte, ist mir ein Rätsel. Wahrscheinlich wieder mal eine politische Besetzung von rot- grün. Dass sie so viele Jahre ihre einseitige Berichterstattung aufrecht erhalten konnte , kennzeichnet die Toleranz von Koch.
L.Gleichmann (08.06.2010, 21:47 Uhr)
Gaucks Rolle
Als Integrierer und Versöhner hat er verspielt als er sich einsam als eindimensionaler Stasijäger outete. En BP mus integer sein und eine Integrationsfigur vom Charakter her sein. Dazu langts bei Gauck nicht, insofern ist Luc Jocimsen dem Gauck intellektuell haushoch überlegen. Iher Arbeit beim HR war allererster Güte, analytisch und gehaltvoll.
Tempelhofer (08.06.2010, 20:29 Uhr)
Gauck weg vom Fenster
Joachim Gauck erlebt jetzt die Realität im Leben als Medien-Star. Gestern noch angesagt, und überall die Nr. 1, ist er nun für die Redaktionen nur noch ein Ladenhüter. Jochimsen ist heute, Gauck war gestern. So läuft nun mal das Quoten-Business.

In dem Maße, wie Gaucks ohnehin nur theoretischen Chancen dahin schmelzen, entfernen sich auch alle geheuchelten Gauck-Freunde schnell und gründlich von ihm. Der Drops ist gelutscht.

Gauck tritt in die Statistenrolle zurück, die er ohnehin immer nur inne hatte.
Matrosenaufstand (08.06.2010, 20:15 Uhr)
Über was ihr euch aufregen könnt...
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