. .
News am 21.11.2009
RSS Mobil Wetter stern.de Blogs Hefte
10. November 2009, 13:39 Uhr
Schriftgröße: A A A

Merkel hält Gästelisten unter Verschluss

Anders als US-Präsident Barack Obama will Angela Merkel nicht publik machen, wer sie alles im Kanzleramt besucht. Aus Gründen des Datenschutzes, ließ Merkel jetzt einer Abgeordneten antworten. Dabei sieht dies selbst der Datenschutzbeauftragte nicht so streng. Von Hans-Martin Tillack

Barack, Obama, Weißes, Haus, Präsident, Kanzlerin, Angela, Merkel, Kanzleramt, Besucherliste, Datenschutz, Beauftragter,

War schon Gast im Kanzleramt: Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann durfte bei Kanzlerin Angela Merkel feiern© Wolfgang Kumm/DPA

Transparenz ist aus Sicht von Kanzlerin Angela Merkel offenbar eher etwas für Amerikaner. Sie will - anders als US-Präsident Barack Obama - nicht öffentlich machen, welche Besucher sie und ihre Mitarbeiter im Kanzleramt in Berlin empfangen. "Aus Gründen des Datenschutzes" und "insbesondere mit Blick auf das Recht auf informationelle Selbstbestimmung" der Besucher lehne das Kanzleramt eine solche Veröffentlichung ab - so jetzt Merkels Staatsminister Eckart von Klaeden (CDU) in der Antwort auf eine schriftliche Anfrage der Linken-Bundestagsabgeordneten Gesine Lötzsch. Presseöffentliche Termine der Kanzlerin würden ja ohnehin publik gemacht, argumentierte von Klaeden. Von einer weitergehenden Transparenz werde aber mit Rücksicht auf die Besucher "abgesehen".

Lötzsch hatte die Kanzlerin gefragt, ob sie nicht dem Beispiel Obamas folgen wolle, der kürzlich einen weitreichenden Schritt angekündigt hatte. Er will ab Dezember die kompletten Listen der Besucher des Weißen Hauses veröffentlichen, mit jeweils 90 bis 120 Tagen Zeitverzug. Das würde dann auch etwa Lobbyisten betreffen, die sich mit Obama-Mitarbeitern treffen. Ausnahmen sollen nur in Fällen gelten, in denen die "nationale Sicherheit" bedroht ist oder die Besuche deshalb besonders sensibel sind, weil es etwa um noch vertrauliche Nominierungen für wichtige Posten geht.

Nach Ansicht des Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit, Peter Schaar, wäre auch in Deutschland eine zumindest partielle, nachträgliche Veröffentlichung der Besucherlisten rechtlich durchaus möglich. Wenn die Betroffenen dem zustimmten, "wäre das denkbar", sagte ein Sprecher von Schaar stern.de. Merkel war kurz vor der Bundestagswahl in die Kritik geraten, weil sie anlässlich des Geburtstages von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann ein Abendessen im Kanzleramt abgehalten hatte.

Lötzsch kritisierte, zwar erwarte keiner, dass Merkel "mitteilt, wen sie am Sonntag zu Kaffee und Kuchen in ihr Wohnzimmer einlädt". Aber es gebe sehr wohl "ein öffentliches Interesse daran, wer gern ungenannt im Kanzleramt ein- und ausgeht".

Von Hans-Martin Tillack
KOMMENTARE (10 von 55)
 
Administrator (10.11.2009, 13:40 Uhr)
Liebe User,
vielen Dank für Ihre Kommentare. Wir schließen die Debatte an dieser Stelle.

Herzliche Grüße,

Ihre stern.de-Admins
bayerbienengift (10.11.2009, 13:32 Uhr)
also neeee....
so dümmlich naiv kann doch wirklich kein Mensch sein, dass man behauptet, dass Merkel nichts zu verbergen habe, dass sie ihre "Geschäfte" im Geheimen treiben muss, um ihre Privatsphäre zu schützen und jedem dem das irgendwie nach Banenrepuplik vorkommt, vorwirft dass er ein Nörgler und Paranoider ist....
Malt (10.11.2009, 13:30 Uhr)
@raptor-xl
ghenau da leigt ihr Problem - Sie sehen die Angela als Chef - ich seh' sie als Angestellte. Und wenn ich im Firmangebäude meines Chefs, mit Firmengeldern Leute bewirte, dann möchte mein CHef SELBSTVERSTÄNDLICH wissen, wer dnen überhaupt da war, und um was es da eigentlich ging. Und da Merkel in einem durch Steuergelder finanzierten Gebäude irgendwelche Lobbyisten auf Kosten des Steuerzahlers bewirtet, dann finde ich, ist es SELBSTVERSTÄNDLICH dass offen gelegt wird, wer da war und vielelciht sogar noch über was gesprochen wurde... zumindest im Rahmen! DAS wäre es, was ich unter Demokratie verstehen würde!
Margrit1 (10.11.2009, 13:30 Uhr)
kann nicht anders
sie kann aus ihrer SED-Denke eben nicht raus bzw. sie will es auch nicht.
Wann wird Merkels Geschichte eigentlich endlich mal aufgearbeitet?
Wir bekommen doch mehr und mehr Zustände wie in alten DDR-Zeiten.
Zahlen darf der Steuerzahler ihre Empfänge, aber wissen darf er nicht, wer kommt?
Die dame sollte mal zur Kenntnis nehmen, dass wir bis 1989 tatsächlich eine Demokratie hatten. Aber mit dieser hat Frau Merkel nicht viel im Sinn.
Und keienr erhebt sich?
AtticusFinch (10.11.2009, 13:29 Uhr)
@raptor-xl 13.21 Uhr
Frau Merkel ist Volksvertreter. Sie vertritt das Volk. Wir, das Volk, haben Sie gewählt. So etwas nennt man Demokratie. Als Volk sind wir der Chef von Frau Merkel und haben ein Recht zu erfahren, wie sie ihre Arbeit erledigt.
War das jetzt verständlich???????
Ihr Beispiel zeigt, dass sie nicht die geringste Ahnung haben, worum es geht. Ich habe das in meinen Kommentaren deutlich gemacht und keine Lust mich zu wiederholen. Lesen sie einfach meine bisherigen Kommentare nach und vielleicht verstehen sie es dann.
Wen interessiert es, was es gab und wie teuer das war? Niemanden.
Aber worüber geredet wurde, das schon eher, v.a. wenn es Einfluss auf die Regierungsmeinung hat.
AtticusFinch (10.11.2009, 13:23 Uhr)
@raptor-xl
Was hat die Forderung nach Transparenz in der Politik bitteschön mit einer Neiddebatte zu tun. Das erschließt sich mir nicht.
Sie sollte nicht von sich auf andere schließen.
raptor-xl (10.11.2009, 13:21 Uhr)
@AtticusFinch
was wollen sie wissen? wenn obama kommt und dann dort isst, was wollen sie wissen? was er gegessen hat? wie viele er mitgebracht hat? ob sein auch ne chauffeur gänsekeule bekommen hat und warum nicht currywurst (hätte ja gereicht und ist günstiger)?
klipp und klar: es geht sie nichts an!!!!

frau merkel hat einen etat für die bewirtung ihrer gäste. für wen und was ist ihr ding. das ist keine sache, wo es eine volksabstimmung geben wird, wo berufsneider sich auslassen können.

falls sie arbeiten sollten, dann haben sie sicher einen chef. fragen sie den auch, ob und mit wen er essen geht? und was es da gab? und falls ihnen das zu teuer vorkomt, sagen sie ihm das? sitzen sie vor dem kantinenessen und sind auch neidisch, dass sie nicht ins restaurant auf spesenabrechnung gehen können???

das können sie gerne sein. aber fakt ist, sie haben das privilieg halt nicht und das sicher aus bestimmten gründen. also fragen sie sich selbst, was bei ihnen gefehlt hat, dass die ein solches privileg haben und jammern sie nicht über andere, die es haben. wer sich darüber nur gedanken macht, wird innerlich von mißgunst irgendwann zerfressen...
raptor-xl (10.11.2009, 13:14 Uhr)
@DasBertl
in einem haben sie ganz recht: es ist für privilegierte! aber dafür müssen sie nicht einer lobby oder so angehören. ob reporter vom kinderradio, lebensretter oder andere helden, etc.. man kann auch durch ganz andere verdienst eingeladen werden.

allerdings können sie da nicht rein und raus wie bei einem arbeitsmat. also werden sie da nie rein- und rausrennen...

aber das ist eben ihr problem. sie wissen gar nicht, für wen und was das überhaupt da ist. das ist keine unterhaltungsbude auf staatskosten mit muttibesuch.
auch wen hier viele meinen, sie hätten das eben so ganz gerne. frei nach dem motto: was der ackermann kann....

aber da ist eben haken. sie gehören nicht dazu und das ärgert sie!!! es ist doch nur neid!
AtticusFinch (10.11.2009, 13:06 Uhr)
@also_ne
Empfänge zu Repräsentationszwecken finden nicht im Verborgenen statt, man will ja präsentieren ;-). Ansonsten ist wohl davon auszugehen, dass Frau Merkel im Bundeskanzleramt keine privaten Freunde trifft. Selbst wenn es ein Essen im privaten Rahmen ist, kommen Leute wie Ackermann nicht weil Angela eingeladen hat, sondern die Kanzlerin. Damit überwiegt das Recht auf Transparenz, da auch in einem solchen Rahmen Einfluss auf die parlamentarische Meinungsbildung ausgeübt wird. Das gilt im Übrigen für alle Abgeordneten.
Es ist in meinen Augen überhaupt nicht strittig, ob ich offenlege, sondern allenfalls wie ich es tue um z.B. die hier schon befürchtete öffentliche Brandmarkung zu verhindern.
DasBertl (10.11.2009, 12:53 Uhr)
@raptor_xl @also_ne @FleurdeLis
Es geht weder um Neid noch um sonst etwas. Würde ich beim Kanzleramt ein- und ausgehen, hätte ich kein Problem damit, wenn das die ganze Welt wüsste. Das mag aber daran liegen, dass ich weder für ein Pharmaunternehmen, noch für eine andere priviligierte Lobby arbeite. Haben Sie mal den Bundesgesundheitsministern nach ihrem Ausscheiden (bei Ulla Schmidt wars sogar während ihrer Amtszeit) gehört, WARUM es UNMÖGLICH ist, eine vernünftige Gesundheitspolitik mit FREIEN MÄRKTEN im Bereich Pharma und Apotheken hinzubekommen? Warum die Preise für minimal veränderte Medikamente mal eben ums 1000-Fache steigen, wenn das andere (wesentlich billigere) Medikament, dass den gleichen Zweck erfüllt, eben für einen anderen Zweck zugelassen ist, für den, bei dem es auch hilft, nicht, weil es zur Zulassung nicht beantragt wurde (und nur der Hersteller diese Beantragen kann)?! "Die Lobby ist dermaßen stark, da kommen Sie nicht gegen an" DAS HEISST: Die Gesundheitspolitik wird in Deutschland von denen geschrieben, die von ihr finanziell Profitieren, nicht von denen die sie schreiben sollten und auch nicht von denen, denen sie nützen soll (Dem [kranken] Volk). Und so ist das nicht nur in der Gesundheitspolitik!
UND GENAU DARUM GEHT ES!!!
MEHR ZUM ARTIKEL
Ackermanns Geburtstagsfeier Merkel verteidigt Einladungen ins Kanzleramt

Erstmals hat sich die Kanzlerin persönlich zu dem umstrittenen Abendessen für Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann geäußert. Fehler mag Angela Merkel nicht erkennen, jedoch Verständnis für das öffentliche Interesse. mehr...

Im Kanzleramt So ist es, Kanzler zu sein

Kanzler müsste man sein! Dienstwagen, Chauffeur, üppige Diäten, jede Menge Empfänge. Doch ist der Job wirklich so traumhaft? stern.de führt durch einen typischen Kanzlertag. mehr...

TV-Doku Die Auster im Kanzleramt

Das ZDF versucht sich mit einer Dokumentation an "Kanzlerin Merkel" - scheitert aber just in jenen Momenten, in denen Merkel etwas hätte preisgeben sollen. So liefert ausgerechnet CSU-Rivale Horst Seehofer einige der stärksten Szenen. mehr...

MEHR ZUM THEMA
powered by wefind WeFind
 
 
 
Aktuelle Extras
 
Adobe Flash Player

 
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Günther Jauch
sternTV - Information und Unterhaltung mit Günther Jauch

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...