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3. April 2007, 11:23 Uhr

Wenn wir schon von Mord sprechen

Die KZ-Aufseherin Hermine Ryan wurde 1981 wegen 1181fachen Mordes zu einmal lebenslänglich verurteilt. Der RAF-Terrorist Christian Klar will nach 24 Jahren aus der Haft raus. Zu Recht. Denn noch immer kommt es darauf an, wen man ermordet hat. Ein Gastbeitrag von Peggy Parnass

Zoom

Christian Klar 1983 auf dem Weg ins Gericht: "Er hätte heucheln können"© AP

Ein Gnadengesuch. Und eine Hysterie fast wie damals in den 70er Jahren. Wieder drehen viele durch, in all den Diskussionen für oder wider Gnade für Christian Klar. Überwiegend heißt es: "Auf keinen Fall darf dieser Mörder, dieser Massenmörder, nach nur 24 Jahren freikommen." Er habe ja nur noch zwei Jahre zu sitzen, was gebe es da zu diskutieren, sagen die Leute.

Sie betonen, dass dieser Mann doch gefährlich sei. Selbst Freunde von mir. "Er hat ja nicht einmal bereut, wenn er wenigstens sein Bedauern ausgedrückt hätte." Ja natürlich, er hätte heucheln können, das ist ja die leichteste Übung. "Oh, wie furchtbar, was habe ich getan in meiner Jugend, in meiner Dummheit, in meiner Verblendung. Was habe ich angerichtet? Oh, was habe ich verbrochen?" Ja, das wäre sehr einfach.

Aber Christian Klar hat schon vor zehn Jahren in der "Süddeutschen Zeitung" gesagt, dass es kein zurück zum bewaffneten Kampf geben werde, auf keinen Fall. Und im "Spiegel" sagte er, er bedaure das Leid der Familien.

Die arme, beklagenswerte Witwe Schleyer

Ja, die beklagenswerte, greise Witwe von Hanns Martin Schleyer! Die unglückliche Frau. Die Arme.

Meine Mutter war keine zu bedauernde, greise Witwe. Konnte sie auch nie werden. Denn sie wurde zusammen mit Pudl, ihrem Mann, meinem Vater, vergast. So wie fast 100 andere enge Verwandte von uns. Also die Großeltern, Tanten, Onkel, Vettern, Cousinen - alle weg.

Man spricht von der Erbengeneration, zu der gehören wir nicht. Denn alle von denen wir vielleicht hätten erben können, wurden ermordet. Und haben nichts hinterlassen. Denn alles, was sie vorher hatten, wurde ihnen von den Deutschen geklaut.

Frau Schleyer hatte sicher sehr gute Jahre mit ihrem Mann, für sie gute Jahre. In Lidice, in Böhmen, da führte das junge Paar ein Herrschaftsleben. Er, an führender Stelle als SS-Mann, nicht irgendein SS-Mann, er bekleidete einen Offiziersrang. Er war ein überzeugter und begeisterter Nazi, von Anfang an. Schon als 16-Jähriger. Und blieb dabei.

Er machte eine für ihn sehr schöne Karriere. War an Universitäten, war ein gebildeter Mann. Ab 1934 an der Heidelberger Uni, wo er das NS-Studentenwerk leitete. Er denunzierte seinen Uni-Rektor, weil der nicht geflaggt hatte.

Schleyer war zuständig für die Uni-Gleichschaltung

War zuständig dort und später in Innsbruck für die Uni-Gleichschaltung. Dann leitete er die Reichsgruppe Industrie am Präsidialbüro Böhmen und Mähren. Und, bei alldem was er gelernt hatte, konnte man ihn auch gut nach dem Krieg brauchen. Seine Karriere ging fabelhaft weiter, er wurde Arbeitgeberpräsident und war mit dem Flickkonzern verbunden. So halfen und helfen sich viele tüchtige Leute gegenseitig.

Sein Sohn trauert. Natürlich nicht um den erfolgreichen SS-Mann oder Lohndrücker, sondern um seinen Vater, der vielleicht auch ein guter Vater war. Ich bin nicht dafür, dass man ihn erschossen hat. Aber ich bin dagegen, dass man solche Männer immer weiter hat hochkommen lassen. Dass man ihnen immer weiter zu riesigem Einfluss verholfen und auf höchste Positionen gehievt hat. Ich bin nicht für das Umbringen, auch nicht für das Umbringen eines Schleyers. Aber sehr wohl dagegen, dass man sie in den so genannten Rechtsstaat übernommen hat.

Und wenn wir schon von Mord sprechen, fallen mir auch andere Morde ein und zwar reichlich. Ich wurde Gerichtsreporterin, um endlich einmal deutlich zu machen, wie das gehandhabt wurde an deutschen Gerichten. Damals. Ich versuchte erst, die Gerichtsreporter zu beeinflussen, die ich jeden Tag in der Zeitung lesen konnte, setzte mich mit denen in Verbindung. Ich dachte, ich könnte etwas ändern an dem, was sie auslassen. Oder falsch beschreiben. Ich wollte in NS-Prozesse gehen, aber die fanden nicht statt. Ich war in hunderten von Prozessen. Von denen gab es gerade drei, die sich mit Nazis beschäftigten.

"Stute" und "Schindmähre"

So wie im Düsseldorfer "Majdanek-Prozess". Dort standen von 1975 bis 1981 17 ehemalige SS-Angehörige des KZ Majdanek vor Gericht. Am Tag des Urteils im August 1981 sitzt Hermine Ryan, immer noch sehr hübsch und sehr gepflegt, inzwischen Amerikanerin und gut verheiratet vor Gericht. Russel Ryan, ihr Mann, kann es nicht fassen was seine Frau verbrochen hat. Was das war? Hermine Ryan, geborene Braunsteiner, Oberaufseherin in den KZ Ravensburg und Majdanek, war ihren Opfern als "Stute" und "Schindmähre" bekannt. Diese Frau, vom Ehrgeiz zerfressen, trug eisenbeschlagene Schaftstiefel, wurde durch Schikanieren, Schlagen und Zertrampeln zur gefürchteten Adjutantin und Meisterin. Vor allem Kinder hatte sie auf dem Kieker. Die galten in dem KZ in der Nähe von Lublin, als "nutzlose Esser". Hermine Ryan bestrafte selbst sie mit Schlägen und Hieben. Wenn sich Kinder vor Angst an ihre Mütter klammerten, wurden die Verzweifelten auseinandergepeitscht.

Auch ihre Gehilfin Hildegard Lächert, die "blutige Brygida", ist ihren Opfern unvergesslich. Zeugen erzählten beim Prozess, dass sie zwei Griechinnen in der Latrinengrube im Kot ertränkte. Und einmal peitschte und trat sie einen, der im Garten arbeitete, bis sie ihn zerrissen hatte, bis er nur noch ein Fetzen von einem Menschen war, ein Klumpen Fleisch. Dann befahl sie: "Schafft den Dreck da weg."

Vor Gericht sagte sie: "Wir haben viel Spaß gehabt, wir haben viel gelacht. Wir hatten ein wirklich herzliches Verhältnis, aber wenn eine aufsässig wurde, dann hat sie was auf den Hintern gekriegt." Das Urteil gegen Hermine Ryan: einmal lebenslänglich wegen gemeinschaftlichen Mords in 1181 Fällen und Beihilfe zum Mord in 705 Fällen. Die "blutige Brygida" bekam zwölf Jahre.

Augen mit der Peitsche ausgeschlagen

Ein anderes Urteil aus dem Prozess: Acht Jahre für den "Todesengel" genannten Emil Laurich, SS-Totenkopf. Von ihm hieß es, aus seinen Verhören komme niemand lebend zurück. "Dann zog er die Peitsche kurz an, um die Augen auszuschlagen", sagte ein Zeuge damals aus.

Nächster Angeklagter: Arnold Strippel, SS-Obersturmführer. Er machte Karriere in einigen Konzentrationslagern: auch in Buchenwald und Neuengamme. 1949 wurde er wegen Mordes an 21 Häftlingen zu 21mal lebenslänglich verurteilt, doch der nächste Richter hatte Gnade mit dem Mann und begrenzte seinen Gefängnisaufenthalt. Dafür bekam er eine Haftentschädigung in Höhe von 121.300 D-Mark. Etwa 100.000 D-Mark mehr als überlebende KZ-Häftlinge. Er wurde in Düsseldorf letztlich zu 3,5 Jahren verurteilt.

Die weiteren Angeklagten, drei starben in der Zeit des Prozesses, erhielten je einmal zehn Jahre, sechs Jahre, vier, drei und zwei Jahre. Fünf wurden freigesprochen.

Jetzt geht es um Christian Klar. Bei dem man sich ernsthaft fragt, warum er schon nach 24 Jahren raus will? Nach nur 24 Jahren! Nach allem, was er getan hat. Gefährlich, wie er ist.

Es wird ja immer gesagt, dass die traurige Schleyer-Witwe nicht mal erfahren hat, und auch der Sohn ist darüber unglücklich, dass niemand weiß, wer denn nun genau der Mörder ist. Wir haben auch nie erfahren, wer die Mörder unserer Verwandten waren. Im Grunde ist es auch nicht wichtig.

Aber wofür man hier in der Bundesrepublik bestraft wird, oder nicht bestraft wird, kommt darauf an, wer das Opfer ist. Ist es jemand angesehenes, hochgestelltes, bekanntes, berühmtes? Oder ist es einfach nur ein Mensch, der auch gerne gelebt hätte?

Zur Person

Zur Person Peggy Parnass ist Schauspielerin und Publizistin. Sie wurde in den 1970er Jahren durch ihre Gerichtsreportagen für die Zeitschrift "Konkret" bekannt, die auch in ihrem preisgekrönten Buch "Prozesse" veröffentlicht wurden. Sie war auch mit Ulrike Meinhof befreundet, bevor diese in den Untergrund ging. Parnass verlor ihre Eltern im KZ Treblinka. Zusammen mit ihrem damals vierjährigen Bruder gelangte sie per Kindertransport nach Stockholm und London. Heute lebt sie in Hamburg.

Ihre Meinung

Was sagen Sie? Sollte Christian Klar vorzeitig aus der Haft entlassen werden?

Diskutieren Sie mit! Bisherige Beiträge (106)
Ein Gastbeitrag von Peggy Parnass
KOMMENTARE (10 von 106)
 
Rosenengel (04.04.2007, 21:48 Uhr)
@Nostradamus
Genau dies ist es, was ich auch sage: Aus den Fehlern der Vergangenheit lernen. Ich bin frei von jeden Rachegedanken. Jedoch ärgert es mich ungemein, wenn andere Länder, mit gleichen oder schlimmeren Fehlern, mit Fingern auf Deutschland zeigen. Gerade auch wenn man sieht, was, trotz der schlimmen Erfahrungen des II. Weltkrieges, nach dem Ende des Krieges alles geschehen ist und noch weiter geschiet. Es ist an der Zeit von der Wahrheit zu sprechen und nicht mehr die vorgegebenen Phrasen der damaligen Siegermächte stur nachzuplappern. Alle, einschließlich Deutschland, haben damals Schuld auf sich geladen. Mich ärgert dies immer, weil unsere Familie auch Opfer, nur Zivile durch Mord, zu beklagen hatte. Die Grossväter kamen mehr oder weniger gesund aus dem Krieg zurück. Und sie waren keine Verbrecher. Wie können, wie manche behaupten, 95 % der Bevölkerung Nazis gewesen sein, einschließlich der Kleinstkinder? Im Umkehrschluß würde dies bedeuten, auch die Vorfahren von Denen die dies behaupten, waren Nazis.
Und der Artikel um den es hier geht, warum wurde der jetzt hier plaziert, um die Taten von Klar und Konsorten zu relativieren? Weil die Masse der Kommentarschreiber sich, in vorigen Artikeln die RAF betreffend, gegen die RAF ausgedrückt hat und nun etwas fehlte um deren Taten zu relativieren und deren jetzige Entlassungen zu Rechtfertigen? In dem Artikel wird der deutschen Rechtsprechung Parteinahme vorgeworfen und zum Vergleich werden Vorgänge herangezogen, die 30 und mehr Jahre auseinander liegen. Und dann fragt man sich, wer sind denn die ewig gestrigen? Das Deutschland von Heute ist ein anderes, wie dieses vor nun fast 70 Jahren. Wieso kommen immer wieder Welche bei jeder, noch so unpassenden Gelegenheit, Deutschland mit seiner Vergangenheit und schwingen die Faschismus - Keule? Und wenn man sich umsieht, was so auf dem Erden - Rund los ist, wie sich immer wieder die Völker bekriegen, das beste Beispiel ist Israel, dann frage ich mich, weswegen kommt man den nachgeborenen Generationen immer wieder mit der Holocaust - Faschismus - Keule? Um die Deutschen Erpressbar zu halten, aus einem kollektiven Schuldkomplex heraus? Wie kann es sein, das es Leute gibt, wie aktuell hier zu sehen ist, die Verbrechen und deren Opfer mit zweierlei Maß messen?
Möge die Logik und die Vernunft siegen!
Nostradamus (04.04.2007, 17:03 Uhr)
@Rosenengel: Du hast auch recht
Ich denke wir sind gar nicht so weit auseinander.
Die Wahrheit ist deutlich komplizierter als man es uns glauben machen will und die Ursachen für das Leid auch.
Mein Problem damit besteht darin, dass wir in eine bessere Welt für alle nach vorne schauen müssen und das ist sehr problematisch, wenn man sich immer mit den Ungerechtigkeiten der Vergangenheit auseinandersetzt.
Mit Ruhm hat sich die Menschheit bisher nicht bekleckert und für mich gibt es da keine Ausnahmen.
Sicher sollte man auch die Vergangenheit im Auge behalten, wenn man die Zukunft erfolgreich meistern will, da man aus den Fehlern der Vergangenheit für die Zukunft lernen kann.
Etwas traurig finde ich die Tatsache, dass viele Länder immer noch auf die Deutschen zeigen und ihr eigenes tun mangelhaft reflektieren.
Wir haben nunmal den Krieg verloren und sollten ganz frei und aufrecht stehend die Kröte genüsslich schlucken und mal reflektieren wer wir heute sind!
Rechtfertigungen aller Art bringen leider in jeder Situation immer den, der sich rechtfertigt in deutliche Bedrängnis. Als Nation sollten wir dies nicht tun und damit meine ich, dass sich Politik nicht auf unser Niveau begeben darf.
Es mag sein, dass wir hier in einem solchen Forum darüber lamentieren dürfen, welche Ungerechtigkeiten es auf allen Seiten gab. Das Problem damit ist nur, dass Ungerechtigkeiten bei einigen immer zu Rachegelüsten führen und damit der Kreislauf des falschen Handelns niemals durchbrochen werden kann.
Auf allen Seiten gab es beklagenswerte Opfer und das sollten alle die an diesem Desaster direkt oder indirekt beteiligt waren akzeptieren, auch wenn das für den Einzelnen verlorene Lebensfreude nicht wieder zurück bringt, allenfalls dadurch, dass man daran denken sollte, dass man seinen Kindern eine bessere Zukunft schafft, wenn man sich mit Schuldzuweisungen zurück hält.
Auge umd Auge, Zahn umd Zahn bringt die Menschheit nicht weiter!
Dennoch sollte man mit viel emotionalem Abstand versuchen die Wahrheit zu ergründen und sich der Diskussion stellen.
Wenn sich zwei Nachbarn streiten, dann kann der Weg zueinander nur gefunden werden wenn beide bereit sind die Vergangenheit ruhen zu lassen und den anderen so zu akzeptieren wie er ist.
crime (03.04.2007, 16:42 Uhr)
Erstaunlich!
Erstaunlich-der schlechte Artikel
Erstaunlich-die Kommentare
Erstaunlich-das ein sehr wichtiger Aspekt übersehen wird
-Die RAF bekämpft mit brutalem Terror Staat und Gesellschaft-wird von palästinensischen Terrorgruppen unterstützt(Ausbildungscamps-Entführung der "Landshut")-die Palästinenser kämpfen gegen....?
Hab ich doch richtig in Erinnerung-sie kämpfen gegen Israel!? Oder?
Im Übrigen gilt meine Anteilnahme der Familie von HM Schleyer(Die Verhöhnung dieser Familie im Artikel ist unerträglich!) ebenso wie Allen Anderen die durch Gewalt und Terror, egal welcher Colour, Leid erfahren mussten und müssen.
mfg
Chris
hardrain (03.04.2007, 15:49 Uhr)
inselkarl! und andere...
Danke, dieser Kommentar stimmt bis auf einen wichtigen Punkt: "Normale" Verbrecher morden nicht nach Kalkül aus einer Gruppe von Mitmenschen heraus, um ein ganzes Land und seine gewählten Repräsentanten zu erpressen. Und mit genau dieser Denkungsart macht sich Herr Peymann gemein - speiübel!
inselkarl (03.04.2007, 10:41 Uhr)
Mord ist Mord
die Beschönigung und Rechtfertigung der RAF Morde ist langsam unerträglich. Es waren keine hehren Freiheitskämpfer sondern verblendete verklemmte Bürgerkinder, die zu normalen Verbrechern wurden. Herr Peymann verkörpert für mich diese Arroganz der Linken, die alles mit der Faschismuskeule begründen und rechtfertigen( viele Politiker der 50er und 60 waren alte Nazis). Auch PeggyP. verfällt in diesen Duktus, indem sie die Strafen von KZ Wächtern mit Christian Klar vergleicht. Mord ist Mord und ob Sexualstraftäter, RAF Terrorist oder KZ Wächter-- sie müssen erstmal alle mit ihrem eignem Gewissen klar kommen( und ich glaube, ihre Taten werden sie in ihren Träumen verfolgen)
Rosenengel (02.04.2007, 21:49 Uhr)
@Nostradamus
Vom Prinzip her hast Du Recht. Irgendwo diskutiert ja jeder von seinem Standpunkt aus und die Sache ist sehr kompliziert. Aber die Geschichte ist auch nicht auf die einfache Formel zu bringen: Die Deutschen haben an allem Schuld!
Die Deutschen haben Mitschuld, aber nicht die Alleinige. Es kam schon Jahre vor dem Angriff auf Polen dort zu Übergriffen auf die dort lebende deutsche Minderheit. Und es ist auch Tatsache, das Polen an der Grenze auf deutsche Zivilisten geschossen haben. Und wenn es denn Deutschlands Schuld war, warum haben England und Frankreich nicht auch Folgerichtig der Sowjetunion den Krieg erklärt, die Zeitgleich mit Deutschland in Polen einmarschiert ist? Die Sowjetunion hat die ostpolnischen Gebiete für sich besetzt und brauchte diese auch nach dem Krieg nie wieder herausgeben. Polen wude einfach nach Westen verschoben. Und die Sowjetunion brauchte sich nie wegen der dort vorgenommenen Verbrechen (z.B. Katyn) verantworten. Die Sowjetunion hatte im Vorfeld schon einen Angriffs(Eroberungskrieg) gegen Finnland geführt. Und alle Welt wusste von den Massenliquidierungen und Gulags in der Sowjetunion (im Gegensatz zu den KZ in Deutschland, von denen vor Beginn des Krieges kaum etwas bekannt war). Und Frankreich und England hatten schon vor dem Krieg einen geheimen gemeinsamen Angriffsplan gegen die Sowjetuion entwickelt. Sie Alle waren imperialistische Staaten und es ging um die Fleischtöpfe.
mesrine (02.04.2007, 21:24 Uhr)
@Pamela_1971
Priebke und die hunderte von Toten... Ich liebe es, wenn geschwätzt wird ohne Ahnung..... sich genauer zu informieren schadet nicht, hätte zu Adolf´s Zeiten bestimmt auch vielen sehr geholfen.
Priebke ist ángeklagt worden weil er dafür verantwortlich war, das sich bei der bewussten Geiselerschiessung verzählt worden ist. Es wurden 5 Geiseln mehr erschossen als erlaubt, ja erlaubt! Die amerikanische Qoute war übrigends 5 mal höher, nicht 1 zu 10 sondern 1 zu 50. Nein ich bin kein Nazi aber mir geht Nachplappern echt auf den Geist. Kein Mensch kann mir erklären was Ozon ist, oder wie es entsteht. Alle haben aber ein Loch, im Kopf.
Den Artikel finde ich sehr gut, er macht nachdenklich....
Sewas (02.04.2007, 19:38 Uhr)
@pamela
Einerseits bestätige ich damit, dass meine Aussage "Nur NS-Morde verjähren nicht" falsch ist.
Andererseits finde ich es interessant, dass Mord seit 1979 nicht mehr! verjährt (was ich eben nicht wußte). Und dass NS-Mörder
nach 1969 überhaupt nur wg. der Gesetzesänderungen 1969 und 1979 belangt werden können.
Dass ist ein Argument gegen die Vorstellung, dass der Staat (also zumindest der Gesetzgeber), "NS-Verbrecher" bevorzugt behandelt.
Denn diese Gesetze wurden ja vor allem zur weiteren Verfolgung von NS-Morden erlassen.
fx60 (02.04.2007, 15:17 Uhr)
@pamela
Gut, dann nehme ich das zurück, meine Wissenslücke, Entschuldigung. Dennoch bleibe ich dabei, daß ein Vergleich absurd ist, was nicht bedeutet, daß ich dafür wäre, NS-Verbrechern die Höchststrafe zukommen zu lassen.
@sunnyboy: für einen vermeintlich aufgeklärten Zeitgenossen mit grottenschlechter Interpunktion und Rechtschreibung, der dann auch noch über die angeblichen (Un-)Fähigkeiten anderer Leser herzieht, spuckst Du hier ganz schön große, vermessene Töne...
Nostradamus (02.04.2007, 11:49 Uhr)
@Rosenengel: Darum sollte man besser schweigen
Weil das ganze Thema von vorne bis hinten nur eine endlose Verkettungvon Ungerechtigkeiten ist, die mit der Massenarbeitslosigkeit in der Weimarer Republik und dem Schwarzen Freitag am 25.10.1929.
Die Wurzeln des Übels liegen dort.
Durch dieses Ereignis, dessen Ursachen in einem Forum wie diesem nicht einfach darstellbar sind, wurde eine Kettenreaktion angestossen, die millionenfaches Elend erzeugt hat, das man nicht gegeneinander aufrechnen kann.
Ich selbst stamme auch aus einer Familie, die aus Ostpreussen geflüchte/vertrieben wurde.
Du rechnest jedenfalls jetzt deutschen gegen polnische Untaten auf. Die Polen sind von den Nazis angegriffen worden und dass sich die Wut der ehemals unterdrückten entlädt, sobald diese die Chance haben, das ist menschlich und nicht deutsch. Da haste recht.
Ich sage, dass man diese Thema deshalb nicht diskutieren sollte, weil man so komplex ist, dass man es nicht diskutieren kann ohne dabei ständig ungerecht zu werden.
Wem will man die Schuld geben?
So gesehen muss ich dem User Agano zustimmen, der im stern.de Forum "Politik in Deutschland" schrieb:
Alle Börsen gehören verboten, denn das Elend der Menschheit geht von diesen aus.
Naja, das ist zwar nicht wirklich richtig, wenn die Staaten entsprechende Spielregeln schaffen und man sich nicht nur auf die Kraft des Marktes verläßt.
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