Er war einer der großen Streitpunkte der Koalition: der Gesetzentwurf zur Steuerhinterziehung. Die Union blockierte wochenlang die Vorlage von Finanzminister Peer Steinbrück. Jetzt lenkte sie ein. Doch viel ändern wird das nicht. Die meisten Steueroasen machen so weiter wie bisher. Schuld ist die internationale Rechtslage. Von Felix Disselhoff

Begrenzte Fluchtmöglichkeiten: Wer ein Konto in Liechtenstein hat, muss jetzt verstärkt Auskunft geben© Johannes Simon/Getty Images
Nach monatelangem Streit hat die Regierung einen Gesetzentwurf zur Bekämpfung der Steuerhinterziehung über Steueroasen beschlossen. Bereits am Montag hatten sich Union und SPD auf einen Kompromiss zu dem Entwurf von Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) geeinigt, den die Union zuvor über Wochen blockiert hatte. Das Gesetz verlangt Privatpersonen und Unternehmen umfangreiche Auskunftspflichten ab, wenn sie Geschäfte mit Steueroasen wie der Schweiz oder Liechtenstein betreiben.
Bei Zuwiderhandlung drohen steuerliche Nachteile. Dennoch ist die deutsche Gesetzesvorlage nur ein Sturm im Wasserglas. Auf internationaler Ebene fungieren Steuerparadiese weiter in rechtlichen Grauzonen ohne jegliche Sanktionen. stern.de bewantwortet die wichtigsten Fragen zum Thema.
mit Reuters