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26. Februar 2011, 10:33 Uhr

"Gorch Fock"-Kommandant offenbar entlastet

Dem suspendierten "Gorch Fock"-Kommandanten Norbert Schatz kann offenbar kein "disziplinarrechtlich relevantes Fehlverhalten" vorgeworfen werden. Das soll in dem Marine-Untersuchungsbericht stehen.

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Hat offenbar gute Chancen auf Rehabilitierung: Kommandant Norbert Schatz© DPA

Der Marine-Untersuchungsbericht über die Vorkommnisse auf dem Segelschulschiff "Gorch Fock" soll laut "Focus" die Position des suspendierten Kommandanten Norbert Schatz stärken. Der Chef der Untersuchungskommission habe darüber am Mittwoch Marineinspekteur Axel Schimpf vorab unterrichtet, schrieb das Magazin. Ein "disziplinarrechtlich relevantes Fehlverhalten" des Kapitäns sei "nicht zu erkennen".

Kadetten hatten sich nach dem Tod einer aus der Takelage gestürzten Kameradin über ihre Vorgesetzten beklagt. Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) entband Schatz daraufhin vorläufig von seinen Pflichten.

Die 25-jährige Soldatin war aus rund 27 Metern Höhe aus der Takelage auf Deck gestürzt. Berichte über Drangsalierung, sexuelle Belästigung und Auseinandersetzungen zwischen Kadetten und Stammbesatzung sorgten für Schlagzeilen. In Marinekreisen wird "Focus" zufolge erwartet, dass Guttenberg den Kapitän rehabilitiert.

Bericht sollte bis Ende Februar fertig sein

Sprecher des Verteidigungsministeriums in Berlin und der Marine im schleswigschen Glücksburg wollten sich am Samstag zu dem "Focus"-Bericht nicht äußern. Vor der offiziellen Veröffentlichung des Untersuchungsberichts sei nicht mit einer Stellungnahme zu rechnen, sagte eine Marinesprecher. Ursprünglich sollte der Bericht bis Ende Februar fertig sein. Möglicherweise könne es aber noch etwas länger dauern, verlautete aus Marinekreisen. Der 54-jährige Schatz ist seit 2006 Kommandant der "Gorch Fock". 

Verteidigungsminister Guttenberg entband Schatz im Januar vorläufig von seinen Pflichten. In einem offenen Brief äußerte die Stammbesatzung ihr Unverständnis, "einen Kommandanten, der allseits beliebt ist, gut zu seiner Besatzung war und viele Entbehrungen auf sich und seine Familie genommen hat (...) so abzuservieren". Außerdem verwahrte sie sich gegen Äußerungen, die Ausbilder wären Menschenschinder.

"Gorch Fock" ist auf dem Rückweg nach Deutschland

Eine Untersuchungskommission unter Leitung des Chefs des Marineamtes in Rostock, Konteradmiral Horst Dieter Kolletschke, untersuchte an Bord des Dreimasters die Vorgänge. Außerdem befasst sich die Staatsanwaltschaft des Heimathafens Kiel mit den ungeklärten Todesumständen der Kadettin. Auch die Havariekommission der Marine unter Leitung des jetzt auf der "Gorch Fock" eingesprungenen Kapitäns Michael Brühn soll den Todesfall aufklären. Der Wehrbeauftragte Hellmut Königshaus (FDP) hatte zudem eine Untersuchung in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse ebenfalls bisher nicht veröffentlicht wurden.

Guttenberg hatte nach der Kritik der Stammbesatzung an seinem Vorgehen angekündigt, sie an Bord besuchen zu wollen. Die "Gorch Fock" ist derzeit auf dem Rückweg von Südamerika nach Deutschland. In Kiel wird sie frühestens Ende April erwartet. Eine Kommission auch unter Mitwirkung des Bundestags soll beurteilen, "inwieweit die "Gorch Fock" als Ausbildungsschiff und Botschafterin Deutschlands auf den Weltmeeren Zukunft hat".

zen/DPA
 
 
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