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23. Mai 2010, 12:02 Uhr

Hannelore Kraft schließt Neuwahlen nicht aus

Hannelore Kraft scheint wenig Hoffnung in die Sondierungsgespräche mit der CDU zu setzen. Es sei völlig offen, ob es zu einer Großen Koalition kommen werde, Neuwahlen schließe sie nicht aus, so die nordrhein-westfälische SPD-Vorsitzende. Die Linke kritisiert Kraft als schlechte Verliererin.

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Die nordrhein-westfälische SPD-Vorsitzende Hannelore Kraft schließt ein Scheitern der Gespräche mit der CDU nicht aus© Julian Stratenschulte/DPA

Für die nordrhein-westfälische SPD-Vorsitzende Hannelore Kraft ist es völlig offen, ob es zur Bildung einer Großen Koalition in Düsseldorf kommt. Wenige Tage vor Beginn der Sondierungsgespräche mit der CDU sagte Kraft der "Bild am Sonntag": "Die Gespräche werden von unserer Seite mit aller Ernsthaftigkeit geführt, aber es ist völlig offen, ob wir uns am Ende auf die Bildung einer gemeinsamen Regierung verständigen werden." Wenn nach den rot-rot-grünen Gesprächen auch die Verhandlungen mit der CDU scheitern sollten, seien Neuwahlen nicht ausgeschlossen, sagte Kraft.

Die SPD-Vorsitzende, die weiterhin den Anspruch erhebt, die nächste Ministerpräsidentin zu werden, sieht hohe Hürden für ein schwarz-rotes Bündnis: "Entscheidend wird sein, ob die CDU bereit ist, eine weitgehend andere Politik als bisher zu machen. Wenn sie nicht begreifen und anerkennen, dass ihre Politik der letzten fünf Jahre abgewählt worden ist, wird das schwierig."

Kraft fordert von Jürgen Rüttgers und der Union einen Politikwechsel in den Bereichen Bildung, Mitbestimmung und Arbeit. Konkret verlangt die SPD-Politikerin: "Wir wollen die Studiengebühren abschaffen und durchsetzen, dass die Kinder in Nordrhein-Westfalen künftig länger gemeinsam unterrichtet werden. NRW muss wieder Mitbestimmungsland Nummer eins werden und Vorkämpfer sein gegen den Missbrauch bei der Leih- und Zeitarbeit." Seit der Wahl vom 9. Mai hat es nach Krafts Worten keinen Gesprächskontakt mit Rüttgers gegeben. Ihr Verhältnis zum amtierenden Ministerpräsidenten beschreibt sie als "neutral".

"Ich bin für Harakiri nicht zu haben"

"An Neuwahlen denke ich jetzt nicht. Aber das hängt davon ab, mit welcher Ernsthaftigkeit die CDU die Gespräche führt", sagte Kraft der Zeitung. Die Bildung einer Minderheitsregierung mit ihr als Ministerpräsidentin an der Spitze habe Kraft hingegen kategorisch abgelehnt. "Dieses Land so auf Dauer zu regieren, ist ausgeschlossen: Ich habe immer gesagt, dass ich NRW nur verantwortungsvoll regieren werde. Ich bin für Harakiri nicht zu haben, dafür liegt mir dieses Land auch zu sehr am Herzen." Dass Rot-Grün mit Hilfe von Überläufern aus der Linkspartei zu einer Mehrheit komme sei "eine unrealistische Option, mit der ich mich nicht beschäftige", so die SPD-Vorsitzende.

Der Vorsitzende der Linken, Klaus Ernst, hat Hannelore Kraft derweil als schlechte Verliererin kritisiert. Sie leite aus dem schlechtesten SPD-Ergebnis seit 50 Jahren den unbedingten Anspruch ab, Ministerpräsidentin zu werden, erklärte Ernst in Berlin. Alles spreche dafür, dass Kraft die Sondierungsgespräche mit allen Parteien gezielt an die Wand fahre, weil sie auf Neuwahlen spekuliere. Kraft müsse schnell eine klare öffentliche Aussage treffen, ob sie und ihre Partei Neuwahlen in NRW anstreben, forderte Ernst.

AFP/DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 59)
 
n8g8 (25.05.2010, 20:14 Uhr)
@Konditormeister
"Erklärt mal jemand von euch Linksparteianhängern warum Frau Kraft nicht diese Option genutzt hat, wenn sie nur die Macht wollte?"
Weil sie und der Rest der SPD bei einer Neuausrichtung ihrer Politik und der Realisierung einer echten sozialen Alternative ALLE IHRE GROSSSPENDER verlieren würde.
Ja, schreiben Sie mal: Wie lange lassen Sie sich denn noch ne soziale Welt von den Kapitalgesteuerten vorgaukeln???
Hallo, treuer SPD-Wi(e)derwähler, Zeit zum Aufwachen!!!
Oetker333 (25.05.2010, 17:55 Uhr)
Ach ja
der SPD geht es angeblich nur um Machterhalt. Und warum haben sie nicht die rot-rot-grüne Option genommen? Erklärt mal jemand von euch Linksparteianhängern warum Frau Kraft nicht diese Option genutzt hat, wenn sie nur die Macht wollte? Dann wäre sie sogar mit Sicherheit Ministerpräsidentin geworden. Eine vernünftige Antwort auf diese Frage habe ich bisher noch nicht gehört.
@ganzbaf Dass die Kommunisten sich dieses Sprichwort auch für ihre Zwecke verwendet haben ist mir bekannt. Nur es waren die Rechten, die diesen Spruch erfunden haben! Denn damit haben sie ihrer Dolchstoßlegende polemisch untermauert. Die Sozialdemokraten waren ja angeblich Schuld an der Kriegsniederlage. Und ich bitte Sie, die Kommunisten der Weimarer Republik möchte ich als Vorletztes verteidigen (die Letzten sind natürlich die Nazis). Das sie die "Diktatur des Proletariats" wollten statt einer parlamentarischen Demokratie sollte Ihnen ein Begriff sein. Und dass die Kommunisten sogar gemeinsame Sache mit den Nazis gemacht haben um die Sozialdemokraten zu schwächen sollte Ihnen auch bekannt sein siehe Streik 1932 in Berlin
Link.http://de.wikipedia.org/wiki/Streik_bei_der_Berliner_Verkehrsgesellschaft_1932
Und bei einer weiteren historischen Angelegenheit liegen sie falsch. Die Arbeiter- und Soldatenräte, welche aus der Novemberrevolution entstanden (unter großer Mitwirkung der SPD) hatten auf dem versammelten sich auf dem Reichsrätekongress im Dezember 1918 und beschlossen dort mehrheitlich eine parlamentarische Republik einzuführen und gerade nicht eine Rätemacht, wie von den Kommunisten gefordert wurde. Die Kommunisten akzeptierten die Mehrheit nicht und wollten mit Straßenkämpfen die Rätemacht erzwingen. Wie hieß es bei Marx: Revolution ist das einzige Mittel. Und wenn sie glauben die Regierung Ebert lässt sich von Kommunisten stürzen, dann sind sie sehr naiv. Das Ebert-Groener-Bündnis sehe ich ebenfalls sehr skeptisch, zu der Zeit gab es aber niemanden der sonst die SPD-USPD-Regierung vor einem Umsturz der Kommunisten schützen konnte.
Bitte historisch richtig bleiben!
schmutz (25.05.2010, 13:06 Uhr)
Dann wird eben solange gewählt bis das Ergebnis passt..
Traurig
Georgien (25.05.2010, 10:45 Uhr)
Die SPD will gar keine Neuwahlen!
Das Schmieren-Theater von Frau Kraft ist fast das Gleiche wie von der SPD in Thüringen. Erst wurde die CDU zum "Feind" erklärt - der fiese Matschie war darion meisterlich - und danach biedert man sich der CDU an. Wie hierbei die Wähler verarscht werden, ist kaum zhu übertreffen. Rüttgers wurde zwar abgestraft - wegen der miesen Politik der FDP - aber er hat gute Chancen, abermals den Chef im Lande zu spielen.
Das Verhalten der SPD ist verwerflich. Eine Koalition mit GRÜNEN und LINKE wäre eine klige Lösung. An Neuwahlen kann die SPD kein Interesse haben, da sie dabei noch schwächer und die LINKE noch stärker würde.
Pengolodh (24.05.2010, 23:05 Uhr)
Kann die SPD Neuwahlen wirklich wollen?
Der Wähler hatte der SPD bekanntlich zwei Machtoptionen beschert, eine Minderheitsregierung mit den Grünen (mit nur einer Stimme hinter der vereinten Opposition völlig risikolos, da die ja nicht vereint ist, sicher nicht schwarz-gelb mit links), und das, zugegeben wesentlich riskantere, rot-rot-grün. Letzteres wurde nun offensichtlich absichtlich an den Baum gefahren, nun gut, da hätte eine ehrlichere Partei auch vorher ehrlicher sein können, wenn es denn sowas hier gäbe.
Wenn aber eine SPD kraft ihres gefühlten Wahlsieges (hey, gerade mal reichlich 3% Verlust seit der letzten Wahl!) vor Kraft nicht mehr laufen kann, wird das mit Koalitionen nichts. Bloß: wollen ihre so düpierten Wähler das nochmal? Neuwahlen werden den Negativrekord der Wahlbeteiligung bei Landtagswahlen locker hinter sich lassen, alles über 50% würde mich SEHR wundern. Man will nicht solange wählen, bis es den Politkarrieristen der Parteien in die Karriere paßt! Ja, und von denen, die enttäuscht zu Hause blieben, wären die meisten SPD-Wähler. Wetten?
Prologo (24.05.2010, 22:56 Uhr)
@ganzbaf, Richtig, dieser SPD geht es nur noch um den Machterhalt,....

....und dafür ist dieser Seeheimer SPD jedes Mittel recht. Für den Machtererhalt wird diese SPD auch eine Koalition mit dem Teufel eingehen, oder?

Der Wähler und sozialdemokratische Politik ist dieser SPD Sch... egal, übrigens auch wie den anderen etablierten Klientelparteien.

So eine SPD brauchen wir nicht, da können wir ja gleich die FDP wählen, oder?

Austreteten aus aus der SPD, und LINKE wählen, das ist meine Ansicht.

MfG,
T.
Pengolodh (24.05.2010, 22:51 Uhr)
Kann die SPD Neuwahlen wirklich wollen?
Der Wähler hatte der SPD bekanntlich zwei Machtoptionen beschert, eine Minderheitsregierung mit den Grünen (mit nur einer Stimme hinter der vereinten Opposition völlig risikolos, da die ja nicht vereint ist, sicher nicht schwarz-gelb mit links), und das, zugegeben wesentlich riskantere, rot-rot-grün. Letzteres wurde nun offensichtlich absichtlich an den Baum gefahren, nun gut, da hätte eine ehrlichere Partei auch vorher ehrlicher sein können, wenn es denn sowas hier gäbe.
Wenn aber eine SPD kraft ihres gefühlten Wahlsieges (hey, gerade mal reichlich 3% Verlust seit der letzten Wahl!) vor Kraft nicht mehr laufen kann, wird das mit Koalitionen nichts. Bloß: wollen ihre so düpierten Wähler das nochmal? Neuwahlen werden den Negativrekord der Wahlbeteiligung bei Landtagswahlen locker hinter sich lassen, alles über 50% würde mich SEHR wundern. Man will nicht solange wählen, bis es den Politkarrieristen der Parteien in die Karriere paßt! Ja, und von denen, die enttäuscht zu Hause blieben, wären die meisten SPD-Wähler. Wetten?
ganzbaf (24.05.2010, 22:31 Uhr)
Wer hat uns verraten?

31 März, 2010 von Tim Sommer

Seit 1918 hält sich ein Sprichwort, welches nie an Aktualität verloren hat: ?Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten!? Historisch begründet in der Weimarer Republik, als die SPD sich mit den rechten Freicorps verbündete und die Arbeiter- und Soldatenräte der Novemberrevolution niederschießen ließ. Friedrich Ebert und seine SPD-Genossen befürworteten in der Folge sogar die Kriegskredite. Die von Gustav Noske (SPD) aufgestellten Fereikorps zeichnen u.a. für die Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht verantwortlich.

Viele Jahre sind seit dem vergangen. Die SPD zeichnet sich noch heute in diesen Punkten durch erheblichen Gedächtnisverlust aus. Spätestens mit der Agenda-Regierung von Gerd Schröder (SPD) bekam der Spruch aber eine ganz neue Bedeutung. Der ?Genosse der Bosse? zeichnete mit seiner Lobbypolitik und der gezielten Vernichtung des Sozialstaates für eine Wiederbelebung des Vorwurfs verantwortlich.

Wie bereits zu Zeiten der Weimarer Republik laufen den Sozialdemokraten auch heute die Mitglieder in Schaaren davon. Wer sich und seine Ziele verrät, der kann auch nicht mit der Unterstützung von Sozialisten rechnen. Also wird das Heil in Koalitionen mit der CDu gesucht, um wenigstens die Macht zu erhalten.

http://www.timsommer.de/wordpress/2010/03/wer-hat-uns-verraten/

>>>Video gucken ;-S

ganzbaf (24.05.2010, 22:25 Uhr)
"Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten!"

Hat die KPD während der Weimarer Republik gegen die Sozen "erfunden", nicht die Nazis

Und womit? Mit Recht.
rockyciano (24.05.2010, 18:49 Uhr)
@Prologo
Nur ruhig Blut.Es muß niemand ausgeschlossen werden - schauen wir nur nach Berlin - die demontieren sich alle selber.

Wir können dabei zuschauen und abwarten.
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