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4. Februar 2010, 06:42 Uhr

Steuersünder-Affäre weitet sich offenbar aus

Wird die CD mit den Daten mutmaßlicher Steuersünder zum Goldschatz für den Fiskus? Einem Zeitungsbericht zufolge geht es um weitaus mehr Schwarzgeld als zunächst vermutet. Spekuliert wird über einen der größten Komplexe von Steuerhinterziehung überhaupt.

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Die CD mit den Daten mutmaßlicher deutscher Steuerbetrüger ist für den Fiskus offenbar wertvoller als bislang vermutet© Julian Stratenschulte/DPA

In der Affäre um deutsche Steuersünder in der Schweiz geht es nach einem Zeitungsbericht offenbar um wesentlich mehr Geld als bekannt. Bislang hätten Experten angenommen, dass die von einem Informanten angebotene Datensammlung dem Fiskus 100 Millionen Euro einbringen könnte, berichtete die "Süddeutschen Zeitung" am Donnerstag. Tatsächlich hätten die Anleger offenbar weit mehr Steuern hinterzogen als zunächst geschätzt. Die Datensammlung betreffe nach übereinstimmenden Angaben die Züricher Bank Credit Suisse, die nach eigenen Angaben keine Kenntnis von einem Datenklau habe.

Einer der größten Komplexe von Steuerhinterziehung

In gut informierten Behördenkreisen hieß es dem Bericht zufolge, es handle sich um einen der größten Komplexe von Steuerhinterziehung durch Deutsche überhaupt. Es solle sich nicht nur um Fälle handeln, die schon mehrere Jahre zurückliegen. Ein Teil der dokumentierten Kontobewegungen solle aus dem Jahr 2008 stammen.

Interne Dokumente der Credit Suisse deuteten darauf hin, dass sich in der Vergangenheit der überwiegende Teil deutscher Credit-Suisse-Kunden, die ihr Vermögen in der Schweiz angelegt hätten, vor dem Fiskus versteckt haben könnte, schrieb die "SZ". Aus den Unterlagen lasse sich folgern, dass die Bank "historisch bedingt" überwiegend Kunden betreut habe, die ihr Vermögen ganz oder teilweise nicht versteuert hätten. Diese Kunden wünschten "nur selten" Kontakt zur Bank, wegen der "Entdeckungsgefahr". Für sie stünden "Diskretion und Bankgeheimnis im Vordergrund".

Ein Sprecher der Credit Suisse sagte der "SZ" am Mittwochabend, die Bank könne zu den Dokumenten derzeit nichts sagen.

Schäuble: "Keine Eiszeit mit der Schweiz"

Der Streit um die Daten wird nach Ansicht von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble die Beziehungen zur Schweiz nicht nachhaltig belasten. Der "Bild"-Zeitung sagte Schäuble: "Es wird keine Eiszeit geben. Es ist doch völlig in Ordnung, dass dieses Thema in der Schweiz ähnlich kontrovers diskutiert wird wie in Deutschland." Der Minister geht davon aus, dass Deutschland die Daten in Kürze zur Verfügung hat: "Ein Datum kann ich nicht nennen. Aber lange wird es nicht mehr dauern."

Wie das "Handelsblatt" berichtet, sollen die Wuppertaler Steuerfahnder schon am heutigen Donnerstag grünes Licht für den Ankauf der Daten bekommen. Auch das nordrhein-westfälische Finanzministerium habe seine juristischen Prüfungen abgeschlossen, hieß es unter Berufung auf Finanzverwaltungskreise. Demnach würden sich die Steuerfahnder womöglich einer Strafvereitelung im Amt schuldig machen, wenn sie auf das Angebot einfach verzichten würden.

EU macht Druck

Unterdessen gerät die Schweiz einem Zeitungsbericht zufolge unter massiven Druck der EU. Im EU-Parlament gebe es Pläne, den Zugang der Schweiz zum gemeinsamen Binnenmarkt zu beschränken, falls Bern in Steuerfragen nicht besser kooperiere, schreibt die "Neue Osnabrücker Zeitung" unter Berufung auf den Vorsitzenden des Rechtsausschusses, Klaus-Heiner Lehne (EVP). "Wir werden die mehr als hundert Abkommen zwischen der EU und der Schweiz darauf abklopfen, welche wirtschaftlichen Daumenschrauben die EU gegenüber Bern hat", wird Lehne zitiert. Die EU könne ohne eine enge Kooperation mit der Schweiz leben, umgekehrt sei das sicher nicht so, warnte der EVP-Politiker.

DPA/Reuters
 
 
KOMMENTARE (10 von 34)
 
Mikeorganizer (05.02.2010, 17:09 Uhr)
Meiner Meinung nach ...
ist Deutschland am Ende. Von einer Demokratie kann hier in diesem Lande sowieso keiner mehr reden. Diese Lobbyistengesellschaft die sich am Geldbeutel des kleinen Mannes gut stößt und mittlerweile ein geradezu Verbrecher- und Korruptionsnetzwerk aufgestellt hat kennt keine Grenzen mehr. Das Gebilde aus Täuschung und Ablenkung funktioniert hier aber nicht mehr.
Mit dieser Vorgehensweise hat sich diese Regierung endgültig das Vertrauen verspielt. Ein Dolchstoß für alle, die auf das Gesetz gebaut haben. Wir haben nun gelernt - diesen Leuten sind weder unsere Grundrechte noch Gesetze heilig solange es deren Zweck dient. Ebenso wäre es illusorisch zu glauben, das selbst wenn jemand von diesen Herren auf der CD erscheinen sollte etwas geschehen wird.
Tja wir leben in einem Land, wo jedes Mittel recht ist und vor allem wo manche Schweine gleicher als gleich sind.
Jeder der finanziell in der Lage ist dem Land den Rücken zu kehren, hat mein Verständnis.
Kippi (05.02.2010, 14:28 Uhr)
Ist Vertrauen noch gut ....???
Ist den Politikern, ist der Regierung noch trauen ???
Bei den riesigen Versprechungen und den leeren Kassen ist dieser "Volkselite" doch alles zuzutrauen. Was wäre, wenn die ganze Kontenaffäre nur ein riesiger Bluff ist , der sogenannte Datenanbieter nur in den Hirnen einiger Regierungsmitglieder existiert ? Es wäre doch möglich, wenn bei den begüterten Steuerflüchtlingen nur eine Panik ausgelöst werden soll, um diese zur Selbstanzeige zu bewegen, damit sie dann vom Finanzamt abkassiert werden können. Die ganze Angelegenheit ist doch gar nicht prüfbar. Leute, lasst Euch doch nicht von Merkel & Co so verarschen !!!!
Profiler (04.02.2010, 20:21 Uhr)
Operation Rumpelstilzchen
Na endlich hat der BND mal ne anständige Operation bis zum Ende zustande gebracht.
Margrit1 (04.02.2010, 16:30 Uhr)
und was wäre wenn..
solnge nur die Politiker diese CD in die Hand bekommen, bleibt wohl so manches unklar.
Die suchen sich mal weidre ein paar schwarze Schafe raus. Was geschieht denn mit denen, die evtl. sogar aus der Politik sind oder der Politik sehr nahe stehen?
Das sind bis heute ungeklärte Fragen.
Im übrigen sollte die Politk sich mal fragen warum dies alles geschieht, dass hir kräftig Steuern hinterzogen werden.
Wer so viel Geld verdient wie Manager und andere, der hat ja die Gelegenheit dazu. Würden aklkl diese Herrschaften mal wieder ein normales Gehalt bekommen, wie unsere Geschäftsführer früher, wäre wohl so manches besser.
Aber bis heute hat Merkel es nicht geschafft, die Gier der Banker zu bremsen, nein jetzt erhalen die vom Steurgeld ihre Boni.
Deutschalnd ist eine Bananenrepublik geworden.
Immer mehr Detusche verlassen das Land.
artos (04.02.2010, 14:51 Uhr)
Was wäre wenn...
Ja wenn im Mai keine Wahlen in NRW stattfinden würden, hätte Kanzlerin Merkel
mit Sicherheit auf die CD verzichtet.
So braucht sie Stimmen und laut Umfragen wollen die meisten Deutschen diese Steuerdiebe bestraft wissen.
Ja Frau Merkel, die weiß wie man am Ruder bleiben kann, ist auch eine Wissenschaft, eine richtig Wissende ausgebildet immerhin in der ehemaligen DDR !
nichtsfuerungut (04.02.2010, 13:26 Uhr)
wenn ich mich nicht taeusche, kann man...
doch CD´s x-fach kopieren!
Dabei kann ich mir vorstellen, dass diese CD schon in so einigen Redaktionen in einem Safe liegt. Oder ist diese Idee abwegig?
iosono (04.02.2010, 11:24 Uhr)
@ MadDoubleF
Die Kosten zur Ergreifung dieser Steuerhinterzieher (wenn überhaupt),die Aufkärung,die Beweissammlung,Rechtsstreit vor Gerichten.....wären natürlich deutlich höher als 2,5 Millionen.
Da es aber auch mein Geld ist das die Staatsanwaltschaft bezahlt-auch Ihres,sind mir einfach die Kosten zu hoch um es auf die ''Rechtsstaatliche Art'' zu erledigen.
(Wer definert eigentlich wann wir Rechtsstaat sind?)
Wie ich es schon mal erwähnte,wenn es einen ''Aufstand für den Rechtsstaat'' geben sollte,dann bestimmt nicht in diesem Fall und für diese Leute.
MadDoubleF (04.02.2010, 11:10 Uhr)
@iosono
Kläger muss nicht gleich Geschädigter sein. Aber ja, da es sich ja offenbar um Daten der Credit Suisse handelt, sollten diese auch Strafanzeige gegen unbekannt stellen, was natürlich im Sand verläuft. Denn niemand hat besonders großes Interesse daran, diesen Dealer zu fassen. Es ist einfacher mal eben 2,5 Mio aus dem Staatssäckel zu nehmen und die CD zu kaufen. Außerdem hat man so vielleicht die Möglichkeit in 1-2 Jahren erneut eine CD zu kaufen. Denn was einmal klappt ...
leobissinger (04.02.2010, 10:44 Uhr)
Was ist, wenn die CD ..
.. nur ein Fake ist ?
Die Datenprobe sagt nichts darüber, ob tatsächlich 1500 Datensätze übergeben werden.
Wo wird eigentlich das Geld für Hehlerzahlungen verbucht ?
Was ist wenn sich bei der Übergabe herausstellt, dass es eine alte CD von Madonna ist?

Im Verteidigungsministerium als Dienste für Under-Cover-Agenten-Diebe?
Beim Finzanzminister unter sonstige Ausgabe für Schweizer Hustenbonbons ?
Beim Justizminister unter der Akte 'Robin Schwyz' - der Zewck heiligt die Mittel.
whismerh2 (04.02.2010, 10:44 Uhr)
Abpropro Verfolgung liebe Regierung ?
Wo bleiben denn die versprochenen Massnahmen gegen den erwiesenen Betrug unserer Bänker, soweit ich das sehe sind ja nicht einmal Konsequenzen in Kraft getreten, schon seltsam das sich nichts aber auch rein garnichts tut, und das gestohlene Geld war ja schon ein hübsches Sümmchen plus die Rettungspakete.
Ich finde es auc h nicht in Ordnung, von welchen Schwerstverbercher die Schweiz das Geld animmt, aber zu glauben das sich durch diesen Datenträger das ändern wird, denke ich kann man getrost vergesssen.Unsere Regierung und Ihre Wasserträger und Geldgönner mutieren immer mehr zu einem totalitären verfassungsfeindlichen System.
Die Dreistigkeit, wie offen wir mitlerweile betrogen und belogen werden spricht Bände.Das Prinzip Ihrer Besoldung und Zuwendung ist mehr wie fragwürdig.
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