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25. Juni 2010, 08:37 Uhr

Deutsche Post soll Briefe von Arbeitslosen öffnen

Arbeitserleichterung oder Steilvorlage zur Schnüffelei? Die Deutsche Post soll künftig die Briefe von Arbeitslosen und Kindergeldempfängern an die Arbeitsagenturen öffnen und einscannen dürfen. Ein Pilotversuch läuft demnächst an, ein Erwerbslosenverband fürchtet den "gläsernen Arbeitslosen".

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Öffnen, einscannen, weiterleiten - bald Alltag für Post-Angestellte?© Michael Reichel/DPA

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) will künftig eingehende Briefe und Papierakten von der Deutschen Post einscannen lassen. Die Digitalisierung soll Arbeitsprozesse in der Behörde vereinfachen und beschleunigen. Das Erwerbslosen Forum Deutschland sieht dagegen den Datenschutz außer Kraft gesetzt. Der Datenschutzbeauftragte Peter Schaar ist zwar grundsätzlich einverstanden mit den Plänen, fordert aber Klarstellungen.

Das Projekt "Elektronische Akte" (eAkte) soll vom 1. Oktober an zunächst in Sachsen-Anhalt und Thüringen erprobt werden, sagte BA- Vorstandsmitglied Raimund Becker. Nach seinen Worten geht es um 35 Millionen Akten der Arbeitslosenversicherung und der für das Kindergeld zuständigen Familienkassen. Speziell geschulte Mitarbeiter der Post in Halle und Berlin sollen die Briefe von Arbeitslosen öffnen, elektronisch erfassen und per Datenleitung an die Bundesagentur schicken.

Alle Post-Mitarbeiter sollen zur Geheimhaltung verpflichtet werden und in abgeschotteten Hochsicherheitszentren arbeiten. Die Kundendaten und die eingehende Post werden den Plänen zufolge in gesicherten und verplombten Transportzentren angeliefert. Das Projekt wurde vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifiziert. "Der Datenschutz ist gewährleistet", sagte Becker.

Erwerbslosen Forum ist skeptisch

Ähnlich äußerte sich das Arbeitsministerium. Das Projekt sei mit dem Bundesdatenschutzbeauftragten "und allen anderen relevanten Stellen" abgestimmt, sagte ein Sprecher. Die Datensicherheit sei bei dem Projekt "absolut gewährleistet". Es gehe "um eine sichere Vereinfachung und Modernisierung der Verwaltungsabläufe".

Aus Sicht des Erwerbslosen Forums Deutschland droht dagegen der "gläserne Arbeitslose". Der Schutz vor Missbrauch sei bei diesem Verfahren nicht gewährleistet, betonte ein Sprecher. "Es ist nicht auszuschließen, dass mit den Daten Schindluder getrieben wird." Er sei über diese Vorgehensweise entsetzt und forderte einen sofortigen Stopp des Projekts. Auch schloss er rechtliche Schritte dagegen nicht aus.

Der Bundesdatenschutzbeauftragte Schaar sagte dem Hessischen Rundfunk, grundsätzlich sei es in Ordnung, wenn die Bundesagentur Briefe von Arbeitslosen durch die Post öffnen und einscannen lasse. Allerdings müsste noch einmal klargestellt werden, welche technischen Sicherungen vorgesehen seien. Schaar erwartet von Post und Bundesagentur unter anderem eine Antwort auf die Frage, was mit den originalen Briefen geschieht. Es müsse sichergestellt sein, dass die Papierbriefe zu vernichten seien.

DPA/APN
 
 
KOMMENTARE (10 von 62)
 
Administrator (25.06.2010, 17:23 Uhr)
Liebe User,
wir haben an dieser Stelle einige allzu ausfallende Beiträge gelöscht und schließen nun die Debatte, da eine sachliche Diskussion an dieser Stelle offensichtlich nicht möglich ist.

Mit freundlichen Grüßen,
Ihre stern.de-Admins
123Hirschhausen (25.06.2010, 14:47 Uhr)
Ich bin dagegen
Post ist und soll auch "Vertraulich" bleiben
Es geht keinen was an was da drinn steht.
Wenn se was brauchen für irgendwelche Adress oder Portosachen sollen se den Umschlag nehmen der Inhalt aber ist Tabu.
Was kann man dagegen machen?
Oder muß man sich das gefallen lassen
Wie schon so vieles hier in diesem "Schönen Land"
Guenter1 (25.06.2010, 14:44 Uhr)
Post soll Briefe von Arbeitslosen öffnen
Na jetzt hat die Post die Briefe eingescannt und zum "Amt für Armut" weitergeleitet, und nu? Jetzt brauchen doch die Beamten noch jemanden der diesen Brief vor lesen muß. Es kann doch nicht angehen das die Beamten den Brief selber lesen sollen dazu können wir ein Eurojobber anstellen dan brauchen sich die Beamten in den Arbeitsagenturen und beim Amt für Armut nicht so anzusträngen.
evitaevita (25.06.2010, 14:29 Uhr)
Schwarz-gelbes Geschenk zur WM
Das wurde wieder geschickt eingefädelt: Das Aushebeln des per Grundgesetz garantierten Rechtes auf das Post- und Fernmeldegeheimnis für Arbeitslose.

Pünktlich zum kollektiven Massenorgasmus bei der WM. Da lachen Westerwelle und Merkel doch über das dumme, einfältige Volk, mit dem man nun wirklich alles machen kann.

Man stelle sich vor: Die Post der Unternehmen ans Finanzamt würde von der Post geöffnet und eingecscannt!
Final (25.06.2010, 14:13 Uhr)
jaja
@endbenutzer:

->"Wer nichts zu verbergen hat...."

GENAU DAS !! habe ich nicht gesagt. Ich weis ist ab und zu etwas komplex die Welt, ich mach das mal für dich ganz einfach !!

Mein Text: Bei dieser Sache (Arge lässt Briefe scannen) kein Problem, da technik vorhanden, und anstatt dienstleister am ender der Kette halt davor....

UND ich sage:

Reg dich auf bei wirklichen Datenschutzproblemen.

Und sei vor allem glaubwürdig !!! Hast du Kundenkarten? Nutzt du coocies? Nutzt du unverschlüsselte Mails? Nutzt du Google?

DIESE Unternehmen sollte man etwas begrenzen, aber nein, 2 Stichworte Arge lässt Briefe durch Post scannen und irgentein hobbyforum für Arbeitslose wittert Morgenluft und will klagen und wirklich alle stürzen sich darauf. Und das ist quatsch !

Und z.T. Frau oder Freundin scannen: Ich glaube, die Staatsgeheimnisse, die per Brief an die Arge verschickt werden, die braucht wirklich jeder, der mit daten handelt. Hans Müller hat einspruch erhoben gegen wasweisich.... Relevante Zielgruppe für Anwälte, Waffenverkäufer....

Ironie off.

Gruß Final

ganzbaf (25.06.2010, 13:46 Uhr)
Jetzt sind die Arbeitsamtbeamten schon zu faul...

die Briefe zu öffnen ;-P
endbenutzer (25.06.2010, 13:30 Uhr)
@madicus:
Zum Thema "Automatische Brieföffnung und Weiterverarbeitung":

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/marktundmedien/490349/
endbenutzer (25.06.2010, 13:28 Uhr)
@madicus:
"...Da hinke Sie gewaltig hinterher. Nur weil Sie es nicht kennen, heisst leider nicht, dass es das nicht gibt..."

Gut, das mit dem automatischen Öffnen der Briefe mag ja noch angehen, aber was ist mit dem Rest? So ganz ohne Personal wird das auf jeden Fall nicht gehen.
Bayernstammler (25.06.2010, 13:27 Uhr)
Wenn ich das hier lese
dann scheint nicht nur den Politikern das Hirn ausgetrocknet zu sein.
Vermutlich hätten die Personen, die das hier gut heißen, auch kein Problem damit, wenn mal ihre Frau oder Freundin "geöffnet" und "gescannt" würde. Wäre doch viel einfacher und würde nicht so viel Aufwand machen. Da kann ich dann schön in Ruhe mein Bier trinken und WM glotzen. Ich fass es nicht.
endbenutzer (25.06.2010, 13:25 Uhr)
@Final:
Na wenn das alles so sicher ist, weshalb wird eigentlich nicht der gesamte Briefverkehr in Deutschland von der Post gescannt? Und den Datenschutz treten wir am besten gleich in die Tonne, denn - so das ewige Argument - "Wer nichts zu verbergen hat...." kann man ja auch immer wieder verwenden.

Wie kann man nur so bescheuert sein und alles, was zur schrittweisen Überwachung jedes Einzelnen führt, gutheißen? Wo lebt ihr denn? Oder seid ihr mittlerweile so obrigkeitshörig, dass ihr jeden Mist, der von unseren Regierenden kommt bedenkenlos hinnehmt?
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