30. April 2007, 06:59 Uhr

Verbrennt Laufen vor dem Frühstück mehr Fett?

Training am Morgen macht dünn, heißt es. Doch die Frühsportler haben die Rechnung ohne den Zucker gemacht. Von Ingo Froboese

Laufen, Fett verbrennen, Fettverbrennung

Manche laufen vor dem Frühstück, weil sie glauben, dass dann eine Extraportion Fett verbrannt wird©

Wenn sie morgens zur Arbeit kommen, haben viele Menschen bereits die erste Trainingseinheit hinter sich. Manche laufen vor dem Frühstück, weil sie glauben, dass dann eine Extraportion Fett verbrannt wird. Doch steigert das Training auf nüchternen Magen tatsächlich Fettverbrauch und Leistung?

Zuletzt werden die Fettspeicher angezapft

Schauen wir uns zunächst die Energiequellen des Körpers an. Dafür stellen wir uns den Muskel als großen Motor vor, der mit den im Körper vorhandenen Treibstofftanks durch Leitungen verbunden ist. Wird der Muskel aktiviert, zapft er die Reserven an. Da die Energiespeicher unterschiedlich groß und die Leitungen unterschiedlich dick sind, geschieht das auf spezielle Weise.

Kreatinphosphat zum Beispiel befindet sich in den kleinsten Speichern und fließt durch die Leitungen mit den größten Durchmessern. Deshalb steht es dem Muskel sofort zur Verfügung, ist aber schnell verbraucht.

Etwas länger dauert es, bis die Energiegewinnung aus Kohlenhydraten (Zucker) mithilfe des eingeatmeten Sauerstoffs (aerob) oder auch ohne Sauerstoff (anaerob) beginnt.

Zuletzt werden schließlich die Fettspeicher angezapft, die größten Treibstofftanks, die wir besitzen. Im Fettreservoir des Menschen sind im Durchschnitt 100.000 Kilokalorien gespeichert - das reicht aus, um eine fast 400 Stunden dauernde Wanderung zu unternehmen.

Kohlenhydrate werden zuerst verbrannt

Die Leitungen für die Fette sind dünn und deshalb nicht so aufnahmefähig. Wer sowohl in Ruhe als auch unter Belastung mehr Fett verbrennen will, muss dafür sorgen, dass diese "Pipelines" dicker werden. Das gelingt mit regelmäßiger Bewegung. So gewinnen Spitzenausdauersportler ihre Energie zu 20 Prozent aus Kohlenhydraten und 80 Prozent aus Fetten, bei Ausdauerschwachen liegt das Verhältnis dagegen bei 70 zu 30 Prozent.

Außer dem Trainingszustand beeinflusst auch die zuvor aufgenommene Nahrung die Fettverbrennungsrate. Isst ein Sportler Kohlenhydrate, werden diese anschließend vorrangig mitverbrannt, weil sie leichter als Fett verstoffwechselt werden können. Am Morgen sind die Zuckertanks nach dem Schlaf relativ leer, die Fettdepots dagegen normal gefüllt.

Ohne Zucker bricht die Leistung ein

Der Gedanke liegt nahe, dass der Körper dann mehr Fett umsetzt. Doch beim Laufen vor dem Frühstück ist der Fettstoffwechsel nur so lange aktiv, bis die Zuckerspeicher erschöpft sind, da Fette nur im "Feuer" der Kohlenhydrate verbrennen. Steht kein Zucker mehr zur Verfügung, bricht die Leistung ein. Bei Untrainierten ist dieser Zustand wesentlich früher erreicht als bei Trainierten.

Nach dem Frühstück sind die Kohlenhydratspeicher dagegen gefüllt, der Körper hält längere Belastungen durch. Allerdings sollten Sie erst zwei bis drei Stunden warten, denn mit vollem Magen läuft es sich schlecht.

Moderat und ausdauernd

Training vor dem Frühstück ist aus den genannten Gründen vor allem für Anfänger nur wenig sinnvoll. Möchten Sie dennoch auf den Lauf am frühen Morgen nicht verzichten, sollten Sie davor eine Banane oder eine andere Kleinigkeit mit ähnlich schnell verdaulichen Kohlenhydraten zu sich nehmen, um die Trainingseinheit durchzustehen.

Wichtiger als der Trainingszeitpunkt ist für die Fettverbrennung, dass Sie sich überhaupt regelmäßig in moderatem Tempo ausdauernd bewegen. So steigern Sie den Anteil der Fettverbrennung am Gesamtenergieverbrauch - und das auch am Nachmittag oder Abend.


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Der Experte In seiner Kolumne nimmt Ingo Froboese, Professor an der Deutschen Sporthochschule Köln, Fitnessmythen aufs Korn.

 
 
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KOMMENTARE (4 von 4)
 
gwagner (02.05.2007, 21:46 Uhr)
Nachvollziehbar
Ich laufe auch morgens vor dem Frühstück ca. 1:15h und 3x die Woche. Bin über 60 und total fit. Der Hinweis mit dem Zucker und der Fettverbrennung kann ich bedingt bestätigen.
dirkk (01.05.2007, 01:18 Uhr)
GÄHN!!
Also wieder mal so ein sinnloser Artikel zum Thema Abnehmen. Es scheint 2-3 Bücher zu geben, aus denen die gesamte Schar dieser sogenannten Experten abzuschreiben scheint. Das ganze wird dann, weil entweder selbst nicht richtig verstanden oder um mal etwas zu variieren mit nebulösen Vergleichen und Argumenten untermalt.
Wenigstens hat der Autor auf die obligatorischen 5 mal Obst am Tag oder das Schweineschnitzel durch Hühnchen auszutauschen sowie viel Gemüse und Salat...blablabla....verzichtet. Kommt wahrscheinlich im nächsten "Fachartikel". (hahaha)
In der Regel fährt man am besten, wenn man genau das Gegenteil von dem tut, was die Knalltüten hier so schreiben :-)
Ich würde jedem empfehlen morgens vor dem Frühstück Sport zu machen und auch mind. 2 Stunden danach außer Wasser und Apfel nichts zu mir zu nehmen. Wer abnehmen will, sollte danach in jedem Fall genügend Nahrung zu sich nehmen um nicht ein runter fahren des Stoffwechsels zu riskieren. Weight Watchers scheint dabei für mich das einzig wahre System zu sein.....
Verschont uns bitte mit den Blödmannsartikeln!!!!
KarstenHutmacher (30.04.2007, 21:23 Uhr)
Einspruch
Hier wurde leider etwas vollkommen außer Acht gelassen: der Insulinspiegel. Steigt dieser nämlich an - und das tut er bei der Aufnahme einfacher Kohlenhydrate -, geht die Fettverbrennung zurück.
Was den Artikel vollends in Frage stellt ist die Zeile in der geschrieben wird, dass ohne zusätzliche Zuckerstoffe morgens (Banane) die Fettverbrennung stockt. Also die ADP-Speicher sind sofort leer, die Kreatin-Speicher ebenso flott. Nun welche Energiequelle nutzt der gute Mann, wenn jetzt auch noch die Kohlenhydratspeicher entleert sind und daraus folgend kein Fett mehr verbrannt werden kann??
Richtig wäre es festzuhalten, dass im Anschluss an die sportliche Aktivität über mehrer Stunden hinweg keine Kohlehhydrate aufgenommen werden sollten, will man die Fettverbrennung aufrecht erhalten.
Das wäre sonst wie als würde man bei einem mühsam geschürten Feuer Zeitungspapier auflegen: das Feuer lodert auf, kann aber danach nicht mehr die Wärme erzeugen die es bräuchte, um die "dicken Brickets ganz unten" (=Fettdepots) anzugehen.
Die Aufnahme eiweißreicher Nahrungsmittel, bestimmte Obstsorten wie Äpfel und Birnen sowie Wasser dagegen unterstützen den fettverbrennenden Effekt nachhaltig.
joswig (30.04.2007, 20:10 Uhr)
Hmm...
Ich kann mir nicht helfen, aber ich finde den Text unklar. Was sind 'Pipelines' im Körper? Was ist ein 'Motor' in diesem Zusammenhang? Was ist 'Feuer der Kohlehydrate'? Was ist 'etwas länger'? Ich finde, diese Formulierungen sind einfach nur unpräzise und verschleiern mehr, als dass sie helfen. Die '400km Wanderung' ist auch missglückt. Wie wäre es denn mal mit ein paar Zahlen?
Anekdotisch:
Ich bin auch eine längere Zeit öfters morgens gelaufen. Typischerweise 3mal jeweils ca. 13km ab 6:15 Uhr. Das habe ich aber nicht getan, um extra Fett zu verbrennen, sondern weil morgens die Luft sauberer ist und es besser in meinen Tagesablauf gepasst hat.
Gegessen habe ich vor dem Lauf nichts. Das Essen vom Abend war ausreichend verdaut und die Kohlehydratspeicher gefüllt.
Wichtiger waren für mich der morgentliche Gang zur Toilette und die Versorgung mit Flüssigkeit vor und nach dem Lauf.
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