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AUTO: EU verhängt 60-Millionen-Strafe gegen VW

Volkswagen muss ein EU-Bußgeld von 30,96 Millionen Euro (60,6 Mio DM) wegen künstlich hoher Preise für ein Automodell in Deutschland zahlen.

Volkswagen muss ein EU-Bußgeld von 30,96 Millionen Euro (60,6 Mio DM) wegen künstlich hoher Preise für ein Automodell in Deutschland zahlen. Europas größter Autokonzern habe beim Verkauf des Passats von 1996 bis 1998 seine deutschen Händler angewiesen, nur eingeschränkt Rabatte zu geben, teilte die EU-Kommission in Brüssel mit. Damit sei das Preisniveau in ungerechtfertigter Weise hoch gehalten worden.

VW wird gegen das Strafgeld klagen. Das Unternehmen bezeichnete vor allem die Höhe des Bußgelds als »unverhältnismäßig«. Volkswagen habe in dem Verfahren darauf hingewiesen, dass keine gegen EU-Recht verstoßenden Vereinbarungen getroffen worden seien.

Erneutes Bußgeld

Schon vor drei Jahren hatte Brüssel gegen VW wegen eines Wettbewerbsverstoßes im Autovertrieb ein Rekordbußgeld von 200 Millionen DM verhängt, das später vom Europäischen Gerichtshof (EuGH) auf 176 Millionen DM vermindert wurde. Damals behinderte der Konzern systematisch deutsche Kunden am Kauf preisgünstiger VW-Autos in Italien.

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»Durch die Maßnahmen von Volkswagen wird die Freiheit der Vertriebshändler, ihre Preise selbst festzustellen, eindeutig beschnitten...«, erklärte EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti. Da die Preise in Deutschland allgemein schon zu den höchsten in der Europäischen Union gehörten, liege »ein äußerst schwerer Verstoß gegen die europäischen Wettbewerbsregeln vor, der entsprechend betraft werden muss«. Brüssel sah in dem seit September 1999 laufenden Verfahren keine »mildernden Umstände«, ergänzte ein Sprecher.

Verbraucherbeschwerde

Die Kommission schritt wegen einer Verbraucherbeschwerde ein. Volkswagen habe 1996 und 1997 an seine deutsche Vertriebshändler mehrere Rundschreiben geschickt, wonach der Endpreis für den damals neuen Passat nicht wesentlich unterschritten werden sollte. An einzelne Händler seien auch Briefe gegangen, in denen mit rechtlichen Schritten gedroht worden sei, falls die Preisdisziplin nicht eingehalten werde, berichtete die Kommission. VW sei es unter anderem um ein hohes Markenimage des Passat gegangen.

Die Preis-Maßnahmen seien von Volkswagen fast drei Jahre lang verfolgt worden. Von 1996 bis 1998 seien etwa 400 000 Autos dieses Typs in Deutschland verkauft worden. Die höheren Preise hätten mehrere hundert Millionen DM »Mehreinnahmen« gebracht, hieß es in der Kommission.

DaimlerChrysler unter Beschuss

Unterdessen ist auch DaimlerChrysler ins Visier der Kommissare geraten. Die Europäische Kommission bereitet gegen DailerChrysler eine Entscheidung wegen mutmaßlicher Marktabschottung in mehreren europäischen Ländern vor. Beobachter rechnen mit einem Bußgeld-Beschluss bis zum Sommer.

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