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60 Jahre Mercedes SL: Sportwagen mit Jo-Jo-Diät

Der Mercedes SL wird 60. "SL" steht für "Super Leicht". Einst Programm für den Rennsport wurde der SL mit den Jahren immer dicker, nun steht wieder Leichtbau auf dem Programm.

Panamericana: Treffen der Generationen
Auf Mexicos Straßen vertraut man auf den Schutz der Heiligen

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In diesem Jahr bringt Mercedes die jüngste Generation des Sportwagen SL auf den Markt; quasi als Geburtstagstorte zum 60jährigen Jubiläum der Baureihe. Gerade sieben Jahre waren 1952 nach dem Krieg vergangen, als Mercedes den ersten SL vorstellte. "Normalität" war in Deutschland nach wie vor ein Fremdwort. Die Schäden der Bombardierungen zeigten immer noch riesige Lücken in den Städten. Millionen Menschen hatten noch keine eigene Wohnung, Millionen Kinder wuchsen nur mit einem Elternteil auf. Auf den Straßen fuhren wenige neue Autos. Vornehmlich VW-Käfer, aber auch Roller und Motorräder bestimmten die individuelle Mobilität.

In deutschen Autofirmen war die Produktion gerade erst so richtig angelaufen, da präsentierte Mercedes mit dem "300 SL" ein Auto, das vor 60 Jahren geradezu überirdisch erscheinen musste. "SL" stand für "Super leicht". Das Auto war mit einem nur 50 Kilo schweren Gitterrohrahmen und einem Dreiliter-Reihensechszylinder direkt für die Rennstrecke konzipiert worden. Mit seinen charakteristischen Flügeltüren, den sogenannten "Gull Wings" ("Möwenschwingen") setzte der 300 SL formal einen unsterblichen Akzent.

Auf den internationalen Rennstrecken kam der 300 SL 1952, sah und siegte auf Anhieb. Egal, ob bei den "24 Stunden von Le Mans", bei der "Panamericana" in Mexiko und zahlreichen anderen Langstreckenrennen. Die Straßenversion des 300 SL feierte im Februar 1954 ihre Premiere im Rahmen der „International Motor Sports Show“ in New York. Das Projekt hatte Max Hoffmann angeregt. Der aus Österreich stammende Importeur deutscher Autos galt als profunder Kenner des US-Markts, der seine Partner mit den besonderen Vorlieben und Nischen des amerikanischen Marktes vertraut machte. So hatte Hoffman beispielsweise bei Porsche die Entwicklung des puristischen "Speedsters" auf Basis des 356 angeregt.

Der Wagen der Reichen und der Schönen

Der 4,5 Meter lange Zweisitzer von Mercedes erschien wie ein Auto aus einer anderen Welt. Der Zustieg erfolgte über Flügeltüren, die oben am Dach angeschlagen waren. Der 1.295 Kilo schwere Wagen ließ sich von seinem Sechszylinder-Reihenmotor mit drei Liter Hubraum und einer mechanischen Benzindirekteinspritzung mit 215 PS auf unerhörte Fahrleistungen beschleunigen. Zehn Sekunden für den Spurt aus dem Stand auf Tempo 100 galten 1954 ebenso als genauso unglaublich wie eine Höchstgeschwindigkeit, die je nach Übersetzung der Hinterachse 260 km/h betragen konnte.

Das überragende Echo auf den ausgestellten 300 SL veranlasste die Verantwortlichen bei Mercedes, die Serienfertigung zu beschließen. In Deutschland kostete das Auto die phantastische Summe von 29.000 Mark. 1957 ersetzte Mercedes das Coupé durch einen Roadster. Insgesamt entstanden vom Coupé 1400 Einheiten, von denen 1100 Abnehmer sich in den USA befanden. Den Roadster bauten die Schwaben in Sindelfingen bis 1963 genau 1958 mal an. Die Kundenliste liest sich noch heute wie das "Who is Who" der wirklich Prominenten und Superstars, die nicht nur ihre Epoche geprägt hatten. Von Herbert von Karajan (1908 – 1989) über Sophia Loren (geb. 1934) bis hin zu Clark Gable (1901 – 1960) oder Curd Jürgens (1915 – 1982) fuhren alle einen 300 SL. Neben dem 300 SL stand 1954 auf dem Mercedesstand von Mercedes noch ein weiterer Sportwagen, der formal wie der kleine Bruder des großen SL wirkte. Nur ohne Flügeltüren, aber mit dem Stoffverdeck eines Roadsters. Der 190 SL basierte technisch auf der Basis der Baureihe W 120/121. Der als "Ponton" eingeführte Mercedes war 1953 als erste echte Neuentwicklung der Marke erschienen. Der Roadster übernahm den 1,9-Liter-Vierzylinder-Motor, der auf 105 PS Leistung getrimmt worden war. Bildete der 300 SL den kaum erreichbaren Traum-Supersportwagen seiner Epoche, demokratisierte der 190 SL die Sportwagen-Baureihe von Mercedes für eine breite Kundenbasis und brachte es bis zum Produktionsende 1963 auf 25.881 Exemplare.

Die Ära der Pagode

Der 1963 vorgestellte Nachfolger verkörperte nicht nur eine vollkommen neue Designsprache, der 230 SL strahlte mit jedem Zentimeter seiner 4,28 langen Karosserie das Selbstbewusstsein des deutschen Wirtschaftswunders im Zenit seiner Blüte aus. Das Blechkleid mit den geraden Linien und den hochstehenden Scheinwerfern spannte sich wie ein Maßanzug über den Zweisitzer. Das Hardtop mit seiner charakteristischen Mulde trug der Baureihe den Spitznamen "Pagode" ein. Der Sechszylinder leistete 150 PS, 1968 erstarkte der Roadster zum 280 SL mit 170 PS. Bis 1971 baute Mercedes 48.921 "Pagoden".

Der "R 107" folgte ab 1971 und wurde das langlebigste Modell in der SL-Geschichte. Bis 1989 blieb die Generation im Programm. Als 350 SL bot Mercedes den R 107 als ersten SL mit einem V8-Motor an, der 200 PS leistete. Auf Basis des SL entstand bis 1981 auch das große Mercedes-Coupé SLC. Damit hatte Mercedes seine Tradition unterbrochen, die Coupé-Version der S-Klasse auf Basis der zeitgleich angebotenen Limousine zu entwickeln. Die Baureihe brachte es insgesamt auf 237.287 Einheiten, zuzüglich 62.888 SLC.

Reihe bis jetzt überaus erfolgreich

Der 1989 vorgestellte SL der Baureihe R 129 blieb bis 2001 im Verkaufsprogramm. Moderner, glatter, sicherer musste sich der Zweisitzer an einem ungemein erfolgreichen Vorgänger messen lassen. Was dem R 129 mit Bravour gelang. Gleich zum Verkaufsstart standen drei Motorvarianten bereit, die zwischen 190 PS und 326 PS leisteten. 1992 packte Mercedes mit dem 600 SL das Topmodell mit einem 294 PS starken Zwölfzylinder drauf. Der R 129 erreichte mit durchschnittlich 16.500 Einheiten die durchschnittliche Rekordproduktion eines SL-Jahres. Zur Einstellung der Reihe addierte sich die Gesamtproduktion auf 204.940 Exemplare.

Die tiefgreifendste Neuerung des nunmehr abgelösten SL brachte die Baureihe R 230 ab 2001 mit seinem Variodach. Nun hieß es nicht mehr Stoffmütze oder Hardtop. Per Knopfdruck ließ sich der R 230 in 16 Sekunden vom Coupé mit festem Blechdach zum klassischen offenen SL verwandeln. Das Motorenprogramm entwickelt sich bis zu den 612 PS des SL 65 AMG. Ausschließlich geschlossen bot der Mercedes-Veredler das Sondermodell "SL 65 AMG Black Series" sogar mit 670 PS an. Der R 230 öffnete die Baureihe damit in Richtung Supersportwagen und begeisterte insgesamt mehr als 170.000 Kunden.

MID / MID

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.