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Diesotto: Benziner mit Dieseltechnik - das reduziert den Verbrauch richtig

Alle reden von Elektromotoren, doch Mazda geht einen ganz anderen weg. Die technikbegeisterten Japaner bringen kommendes Jahr die Kombination aus einem Benzin- und einem Dieselmotor auf den Markt. Effizienter kann ein Benziner kaum sein, oder?

Mazda 3 Skyactiv X - hier noch im Kleid des bekannten Mazda 3

Mazda 3 Skyactiv X - hier noch im Kleid des bekannten Mazda 3

Verbrennungsmotoren haben es in der heutigen Zeit nicht einfach. Alle reden nur von Elektromotoren und wenn schon ein Verbrenner, dann wird dieser mit einem Elektromodul zum Plug-In-Hybriden und tankt an der heimischen Steckdose Energie nach. Mazda, emotionalste und wohl auch dynamischste Automarke Japans, geht einen anderen weg. Elektroantriebe, Hybriden existieren für Mazda nur am Rande, denn auf absehbare Zeit wird der Verbrennungsmotor das Geschehen beherrschen. Seit Jahren forscht Mazda daher an einem Serienbenziner mit der sogenannten Kompressionszündung, bei dem sich ein vergleichsweise mageres Gemisch aus Kraftstoff und Luft auch ohne Zutun einer Zündkerze allein durch den Druck im Brennraum selbst entzündet. Hört sich kompliziert an - ist es aber nicht. Kurz gesagt werden die beiden Verbrennungsmotoren Benziner und Diesel (Selbstzünder) effektvoll miteinander gekreuzt.

Von außen nicht zu erkennen

Wenn man sich das neu entwickelte Vierzylindertriebwerk im Vorderwagen des Prototypens anschaut, deutet wenig auf die völlig neue Antriebsart an, an der sich viele Autohersteller in den vergangenen Jahrzehnten bereits die Zähne ausgebissen haben. Unter der geöffneten Motorhaube wird das Triebwerk von einer schwarten Schutzhaube mit Mazda-Logo verdeckt, die wohl weniger einem drohenden Geheimnisverrat Rechnung trägt, als vielmehr eine noch nicht finale Konstruktion von Versorgungsleitungen des Triebwerks vermuten lässt. Der neu entwickelte Vierzylinder wirkt optisch so zurückhaltend wie der mattgraue folierte Mazda 3 selbst. Unter der Karosse befindet sich jedoch das neue Kompaktklassemodell der Japaner, das wieder den Namen Mazda 3 tragen wird; ein so genanntes Mule-Car, ein Muletto - perfekt getarnt unter dem Hut eines bekannten Serienmodells mit der Aufschrift Skyactiv X. Das interessanteste befindet sich unter der Motorhaube. Ein zwei Liter großer Benziner, der mit seiner Kompressoraufladung zum Serienanlauf im kommenden Herbst rund 140 kW / 190 PS und ein maximales Drehmoment von 230 Nm leisten soll. Der Motor arbeitet nach dem SPCCI-Prinzip. SPCCI steht dabei für Spark Controlled Compression Inginition - ein Benzinmotor mit so genannter Kompressionszündung, den Mazda marketingtauglich Skyactiv X nennt.

Der Verbrauch überzeugt

Die in Aussicht gestellten technischen Daten sind in heutigen Zeiten für einen Vierzylinder mit Aufladung alles andere als spektakulär - doch der Verbrauch soll den Unterschied machen. "Das neue SPCCI-Triebwerk verbraucht im Vergleich zu unseren aktuellen Skyactiv-Motoren rund 20 bis 25 Prozent weniger Kraftstoff", erklärt Motoren-Entwicklungschef Ichiro Hirose, "damit liegen wir in der Realität auf dem Niveau unserer Dieseltriebwerke." Das überrascht schon deshalb, da die Skyactiv-Triebwerke aus dem Hause Mazda aktuell sowohl als Benziner aus auch als Diesel zu den sparsamsten gehören, wenn es um den Realverbrauch in Kundenhand geht. Eines der technischen Erfolgsrezepte ist die hohe Verdichtung, die für einen Benziner bei ungewöhnlichen hohen 14:1 liegt. Dem gegenüber hat der eng verwandte Turbodiesel eine vergleichsweise geringe Verdichtung - ebenfalls von 14:1. Die neu entwickelten Diesotto-Triebwerke sollen sogar eine Verdichtung von 16:1 haben.

Motor ohne Unarten

Der Fahrer merkt von dem völlig neu entwickelten Vierzylinder übrigens nichts und ein größeres Kompliment kann es kaum geben. Der Mazda 3 fährt sich wie ein ganz normales Serienauto mit einem ebensolchen Benzintriebwerk. Der Motor läuft nicht rau oder ansonsten besonders auffällig. Allerdings hat man Mühe, ihm seine Leistung von knapp 200 PS abzunehmen. Besonders in der Kombination mit der hauseigenen Sechsgang-Automatik würde man allenfalls 150 PS vermuten; die handgeschaltete Variante fährt sich dagegen deutlich flotter. Was auffällt ist die gleichmäßige Leistungsentfaltung, denn bereits aus niedrigen Drehzahlen macht der Vierzylinder mit seinen zwei Litern Hubraum und der Kompressoraufladung für den erhöhten Druck in der Brennkammer einen agilen, drehfreudigen Eindruck und hängt gut am Gas. Der Normverbrauch eines Kompaktklassemodells wie dem Mazda 3 mit dem neuen Antriebskonzept und einem mageren Benzingemisch mit mehr Luft in der Brennkammer soll bei knapp über fünf Litern Superkraftstoff liegen - im Unterschied zur Konkurrenz auch im Alltag und nicht nur auf dem künstlichen Rollenprüfstand.

Kerze für den Start

Auch wenn die Verbrennung in jedem einzelnen Zylinder in den allermeisten Fällen allein wie beim Diesel (Selbstzünder) durch den Überdruck ausgelöst wird, gibt es trotzdem eine Zündkerze. Diese wird insbesondere für den Kaltstart und besonders hohe Drehzahlen genutzt; im Teillastbetrieb bleibt diese funken- und somit arbeitslos. Für zusätzliche Effizienz soll eine Teilelektrifizierung mit 48-Volt-Bordnetz sorgen, die bereits bei einigen Serienmodellen wie der Mercedes S-Klasse, dem Audi A8 oder einem Bentley Bentayga verbaut ist. Ende 2018 soll die Kombination aus Diesel- und Benzinmotor erstmals bei einem Serienmodell aufgelegt werden.

Bedeckt hält sich Mazda, wie es zukünftig mit den hauseigenen Dieselmotoren aussehen soll. Wenn die Skyactiv-X-Benziner Einzug halten, dürften es jedoch besonders die kleinvolumigen Dieselmotoren schwer haben. Zumindest das sieht bei der Konkurrenz nicht anders aus.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.