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Hintergrund: Daimler wird elektrisch Electric only

Ola Källenius am Mercedes EQS
Ola Källenius am Mercedes EQS
© press-inform - das Pressebuero
Daimler soll bis 2030 vollelektrisch werden. Inklusive er Luxusmarken Maybach, AMG oder der G-Klasse wollen die Schwaben künftig ihr gesamtes Portfolio unter Strom setzen.

Mercedes wird zum reinen Anbieter von Elektroautos. Das kündigte Ola Källenius, Vorstandschef von Daimler und und Mercedes-Benz, am Donnerstag an. Mit dem Schritt von "Electric first" zu "Electric only" will Källenius die Tranformation des Konzerns bis zum Ende des Jahrzehnts hinbekommen. Bis 2022 soll es zunächst in jeder Modellreihe batterieelektrische Fahrzeuge (Battery Electric Vehicles - BEV) geben. Ab dem kommenden Jahr werden denn auch an sieben Standorten auf drei Kontinenten acht Mercedes-Benz Elektrofahrzeuge vom Band laufen. 2025 schließlich sollen alle neuen Fahrzeug-Architekturen ausschließlich elektrisch sein: "Die Kundinnen und Kunden werden für jedes Modell eine vollelektrische Alternative zur Auswahl haben," kündigte der Mercedes-Chef an. Ab 2030 steht dann "100 % electric only" auf dem Banner. Allerdings unter dem Vorbehalt: "Wo immer es die Marktkonditionen zulassen." Er ist dennoch sicher: "2030 werden Elektroautos den Luxusmarkt dominieren."

Dafür will Daimler die Investitionen in die herkömmlichen Fahrzeugbereiche zugunsten der Elektrofahrzeuge deutlich reduzieren. Insgesamt sind zwischen 2022 und 2030 im Gegenzug mehr als 40 Milliarden Euro für Investitionen in batterieelektrische Fahrzeuge vorgesehen. Die im Herbst 2020 bereits verkündeten Margen sollen dabei zweistellig bleiben, versprach Daimler-Finanzvorstand Harald Wilhelm.

2025 führt Mercedes-Benz drei vollelektrische Architekturen ein. MB.EA wird dabei alle mittelgroßen und großen Pkw abdecken und als skalierbares modulares System die elektrische Basis des künftigen Portfolios an Elektroautos sein. AMG.EA ist eine Elektro-Plattform, die auf Spitzenleistung ausgelegt ist und sich an die Bedürfnisse der Kunden von Mercedes-AMG richtet. VAN.EA schließlich ist für elektrische Vans und leichte Nutzfahrzeuge geplant.

Um die Ziele zu erreichen, erhöht der Autobauer seine Wertschöpfungstiefe. Rund um den Globus sollen acht neue Gigafactories entstehen, vier davon in Europa. Sie sollen vor allem die Akkusätze für die Elektrofahrzeuge mit dem Stern liefern. Mercedes-Benz braucht eine Batteriekapazität von mehr als 200 Gigawattstunden. "Die nächste Batteriegeneration wird hochgradig standardisiert und als modulares System für den Einsatz in mehr als 90% aller künftigen Mercedes-Benz Pkw und Vans geeignet sein", erläuterte Markus Schäfer, im Daimler-Vorstand für die Konzernforschung zuständig. Angepeilt sind Reichweiten von 1.000 Kilometer allein durch die Steigerung der Energiedichte.

Aber auch bei der Motorisierung selbst setzt Mercedes auf - zugekaufte - eigene Kraft. So haben die Schwaben mit YASA gerade einen britischen Spezialisten für Elektromotoren übernommen. "Mit dieser Übernahme erhält Mercedes-Benz Zugang zu einzigartiger Technologie im Bereich Axialflussmotoren und Expertise für die Entwicklung von Ultra-High-Performance-Axialflussmotoren," so Schäfer.

An der Ladeinfrastruktur will Mercedes ebenfalls arbeiten. "Plug & Charge" ermögliche einen Ladevorgang ohne zusätzliche Schritte für Authentifizierung und Zahlungsabwicklung. Das System soll mit der Markteinführung des EQS in diesem Jahr live gehen. "Mercedes me Charge" ist laut Mercedes bereits heute mit 530.000 Gleichstrom- und Wechselstrom-Ladepunkten eines der weltweit größten Ladenetzwerke. Außerdem sollen Kunden einen verbesserten Zugang zum Recharge-Netzwerk von Shell erhalten. Geplant sind in Europa auch Mercedes-Benz Premium-Ladestationen, "die den Kunden ein maßgeschneidertes Ladeangebot an herausragenden Standorten bieten sollen". Technisches Ziel dabei: In 15 Minuten sollen 300 Kilometer Reichweite geladen werden können.

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