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Land Rover Experience: Jenseits in Afrika

Wer es leid ist, sich mit seinem Offroader in Kiesgruben oder extra angelegten Club-Parcours streng geregelt auszutoben, für den bieten Land Rover & Co. spezielle Touren weit, weit weg. Zum Beispiel in Namibia.

Sand. Überall Sand. Roter Sand, brauner Sand, weißer Sand. Feiner Sand. Er kriecht durch die Lüftungsritzen und zwischen die Zähne. Er liegt auf den Schlafsäcken und darin. Wenn man sich die Schuhe zubindet, stieben kleine Sandwölkchen aus den Schnürsenkeln. Der Sand verklebt die Augen, bahnt sich seinen Weg bis in die Stirnhöhlen. Kurz: Ideale Bedingungen für die Teilnehmer der Land Rover Experience Tour durch Namibia.

Im Terminal 1B des Frankfurter Flughafens haben sie sich überhaupt erst kennen gelernt. Anna, die das Abenteuer von ihrem Vater als Geschenk zum Abitur bekommen hat und Lukas, ihr Freund. Eigentlich wollte Annas Vater ja mit - doch dann kam ein beruflicher Termin dazwischen und Lukas musste einspringen. Neben den beiden stehen Leda und Felix. Sie ist gebürtige Italienerin, beide leben in der Nähe von Salzburg. Felix fährt auch privat Discovery und weiß, wie man damit in schwerem Gelände voran kommt. Ela und Uta machen die Gruppe perfekt. Die beiden sind Arbeitskolleginnen bei einer Designagentur in Nürnberg, sind Defender-Fans und haben vor der Reise erst einmal ein Offroad-Training mitgemacht.

Dazu ich. Und schließlich Markus. Er ist eigentlich Datenschützer von Beruf, arbeitet in seiner Freizeit aber für die Eventagentur APS als Offroad-Instruktor. APS organisiert - unter anderem - die Experience-Touren für Land Rover.

Mit sechs Personen plus Begleitung ist die Gruppe gerade an der unteren Teilnehmergrenze. Und, so wird sich in den kommenden Tagen zeigen: Sie ist perfekt zusammengewürfelt. Die Chemie stimmt auf Anhieb. Und je länger sie zusammen sind, desto besser kommen sie miteinander klar, desto eingespielter funktioniert das Team.

Namibia dagegen stellt sich erst einmal quer. Es regnet, als wir nach ermüdend langem Flug in Windhoek ankommen - irgendwie nicht ganz das, was man sich unter einem Trip in die Wüste vorgestellt hat.

Auf dem Parkplatz warten bereits die beiden einheimischen Guides mit den Wagen. Oliver ist der Sohn des lokalen Veranstalters und hat gerade eine Schulung über die Tierwelt im Süden Afrikas hinter sich. Erich ist ein Freund von Olivers Vater, ein erfahrener Haudegen und blendender Organisator des Alltags draußen im Gelände.

Sie haben die Land Rover dabei, die in den nächsten neun Tage unser Zuhause sein werden - zwei Defender, zwei Discovery und ein vollgepackter PickUp. Ausgestattet mit allem, was man so braucht abseits asphaltierter Straßen, ohne Supermarkt um die Ecke und ohne Handy-Netz. Hinten brummen Kühlkästen vor sich hin, vollgepackt mit Wasser, Coke und Säften. Und Bier fürs Lagerfeuer. Daneben stehen palettenweise Wasserflaschen. "Viel trinken", mahnt Markus, "viel trinken ist hier wichtig, um nicht zu dehydrieren."

Doch so schnell entlässt einen auch in Namibia die Zivilisation nicht in die Wildnis. Im leichten Regen geht es von Windhoek gen Norden - auf der linken Spur, daran gewöhnt man sich schnell. Selbst auf den Asphaltstraßen tendiert die Verkehrsdichte gegen Null. Später auf den Schotterpisten wird jedes entgegenkommende Auto per Funk vom Führungsfahrzeug gemeldet, damit man sich nicht erschreckt. Es wird Tage geben, da kommt kein einziges Fahrzeug: Namibia ist etwa doppelt so groß wie Deutschland, hat aber nur 1,9 Millionen Einwohner. Und die meisten davon leben in den Städten und Dörfern.

Zwischen Bloedkoppe und Eisenberg

Die Hierarchie des Straßennetzes in Namibia ist klar und einfach: Die gut ausgebauten, zweispurigen Asphaltstraßen der Kategorie "B" entsprechen in etwa unseren Autobahnen, die planierten Schotterpisten der Klasse "C", an denen zwei Autos problemlos aneinander vorbei kommen, den Bundesstraßen. Ab F wird es abenteuerlich.

Über den Status Schotterstraße kommen wir am ersten Tag allerdings noch nicht hinaus - aber auch die schütteln die Defender mit ihren Blattfedern schon so tüchtig durch, dass es im Laderaum vernehmlich scheppert und kracht. Jetzt wird klar, warum die Kühlkästen massive Aluminiumwände haben. Erstes Ziel ist die Mount Etjo Safari Lodge im Okonjati Wildreservat unweit von Kalkfeld.

An die vielen deutschen Namen in Namibia haben wir uns mittlerweile gewöhnt. Wir sind am "Elefanten-" und am "Eisenberg" vorbei gefahren, an den "Groß Barmen Hot Springs". Auf der Landkarte haben wir die "Bloedkoppe" entdeckt und den "Brandberg". Die größten Supermärkte in den Dörfern gehören zu "Spar" und Schilder in den Schaufenstern der Bäckereien werben für "Frische Broetchen".

Lodges in Namibia sind komfortabel und meist eingebettet in die Natur. Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor - entsprechend viel wird für die Touristen getan. Die Zimmer in der Mount Etjo Safari Lodge sind großzügig bemessen, haben Whirlpool und große Duschen. Den Weg zum Restaurant kreuzen Flamingos, an der Wasserstelle gleich daneben versammeln sich Gazellen und Antilopen. Am Buffet gibt es Mais und Kürbis, gegrilltes Fleisch vom Springbock und vom Hausschwein.

Ein paar Tage später, im Doro Nawas Camp mitten im weiten Damaraland haben die Hütten große Glasfronten, durch die sich die Betten ins Freie schieben lassen. Wer will, der kann so im Bett unterm Sternenzelt schlafen, während ein paar Meter unter ihm die Wildtiere vorbei ziehen.

Kameras klicken im Akkord

Der Etosha National Park ist am nächsten Tag das Ziel. Hinter dem Anderson Tor, der südlichen Einfahrt zum Reservat. Offroadkünste sind auch hier noch nicht gefragt - Südafrikas Tierwelt wartet. Und das darf man durchaus wörtlich verstehen. Neben ein - künstlich geschaffenes - Wasserloch gefläzt liegen ein paar Löwen und machen ihren Job, als ob sie von der Tourismusbehörde dafür bezahlt würden: Gähnen, trinken, ein paar Meter durchs dörre Gras trotten, hinlegen, wieder gähnen. Die Kameras in den Tourbussen, die auf einem Parkplatz neben der Tränke stehen, klicken im Akkord.

Man fragt sich nicht nur bei den Löwen, wer hier eigentlich der Zuschauer ist. Giraffen, Zebras oder Antilopen spazieren vor den Wagen über die Straße und sorgen ungerührt für Mini-Staus. Elefanten und Nashörner stehen mit demonstrativem Desinteresse gleich neben der Straße.

Das Okaukuejo Ressort, in dem wir übernachten, hat als besondere Attraktion sein hauseigenes Wasserloch, an dem die Touristen nach Einbruch der Dunkelheit von bequemen Bänken aus und durch eine Steinmauer geschützt beobachten können, wer aus der lokalen Tierwelt sich hier so alles nach und nach einfindet. An dem kleinen Teich, der von Scheinwerferbatterien ausgeleuchtet wird, geht zu wie in einer Eckkneipe in der Kölner Altstadt.

Luft ablassen statt schaufeln

Dann, am Tag Vier, beginnt das Abenteuer Offroad. Und von Tag zu Tag erweist es sich als steigerungsfähig. Die Kamdesha Route, der die fünf Land Rover zunächst folgen, ist nichts anderes als ein Netz von extrem staubigen Wegen. Nach ein paar Stunden gibt es nicht mal mehr die: Es geht ins erste Rivier. So heißen hier die ausgetrockneten Flussbetten, die als Straßenersatz dienen. Trocken heißt: Tiefer Sand, dazwischen immer wieder Waschbrett-Pisten. Oliver und Erich lassen Druck aus den Reifen, um die Auflagefläche zu vergrößern und ein Einsinken zu verhindern - seinen Wagen freischaufeln will hier keiner.

Über Stunden geht die schlingernde Fahrt durch das Bett des Hoanib. Und abends gibt es an einem der weit ausladenden Bäume am Ufer das erste Nachtlager unter freiem Himmel. Es ist Lagerfeuer-Romantik mit Komfortanspruch. In der Feldküche und über dem Feuer brutzelt Erich Steaks - und Gemüse oder Fischsuppe für die drei Vegetarier der Gruppe. Oliver baut auf der anderen Uferseite eine improvisierte 20-Liter-Dusche auf. Das warme Wasser dafür schöpft er aus einer selbst gebauten Gußstahlkanne im Lagerfeuer. Wer Duschen will, muss schleppen.

Die Dachzelte auf den Land Rovern sind fummelig, aber praktisch. Nur trinken sollte man abends zum Essen nicht all zu viel - alles was rein geht, will auch wieder raus. Jedes Mal ist ein kleiner Balanceakt fällig, um im Dunkeln heil die fünf Stufen der steilen Aluleiter runter und wieder rauf zu kommen. Und eine weitere Lektion lehrt diese erste Nacht im Freien: Wenn die Sonne weg ist, wird es empfindlich kalt im Zelt.

Ruckelnd abwärts

Mit jedem Tag wird die Tour nun "offroadiger". Und die Landschaft phantastischer. Das Trockenbett des Hoanib öffnet sich immer weiter. Irgendwo geht es wieder ab auf einen engen felsigen Pfad und durch kleine Wasserläufe, die grüne Inseln in der brauen Fels- und Sandlandschaft bilden. Es geht quer durch die Khowarib Schlucht und über grobe Geröllhalden - die Offroadfans sind in ihrem Element.

Im ersten Gang und mit Untersetzung ruckeln die Defender Steinhänge hinab und wühlen sich auf der anderen Seite wieder hoch. Die Discovery machen das mit Downhill-Control und Automatik-Untersetzung deutlich eleganter. Acht, neun Stunden schwankend und rüttelnd durchs die bizarre Landschaft, am Abend müde aber Stolz, das ohne größere Probleme hinbekommen zu haben - deswegen sind sie hier. Noch einmal gibt es ein Wild Camp unter freiem Himmel, diesmal im Ugab River, vor einer senkrecht aufragenden Felswand. Ein bisschen fühlt man sich wie Karen Blixen in "Jenseits von Afrika".

Die Zivilisation kündigt sich am nächsten Tag nur wieder langsam an. Irgendwann nachmittags biegen die Land Rover aus dem Gelände auf eine Schotterpiste in Richtung Küste - kaum zu glauben, wie sanft schwebend sich auf einmal darauf fahren lässt. An Cape Cross mit seiner ebenso großen wie lautstarken Robbenkolonie gibt es sogar einen richtigen Parkplatz. Ein paar Kilometer den Sandstrand entlang - in Swakopmund warten in der Lodge bereits die Duschen. Und am übernächsten Tag in Windhoek der Flieger zurück nach Deutschland. Wo die Straßen asphaltiert sind, schnell - und meistens ziemlich langweilig.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.