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Technik: Land Rover Diesel-Hybrid: Stadt, Land, Strom

Land Rover rüstet für die Zukunft. In London präsentieren die Briten einen Freelander mit Diesel-Hybrid samt elektrisch angetriebener Hinterachse. In die Serie fließen die neuen Techniken aber nur langsam ein.

Land Rover hat eigentlich keinen Grund zur Klage. 226.395 Autos verkauften die Offroad-Experten im vergangenen Jahr rund um den Globus - ein Plus von 17,6% und der dritte Absatzrekord hintereinander. Aufstrebende Märkte wie Russland und China verzeichnen dreistellige Wachstumsraten.

Dennoch muss sich ein Hersteller, der ausschließlich schwere Geländewagen produziert, in besonderem Maße den steigenden Spritpreisen und immer schärfere Abgasrichtlinien stellen. "Statt auf großvolumige Benzinmotoren setzen wir verstärkt auf Dieselaggregate und Hybridantrieb", sagt Land Rover-Sprecher Paul Entwistle.

Bislang habe man mit Hybridtechnik aber keine 100%-ige Geländegängigkeit garantieren können. Nun hoffen die Briten, die Lösung gefunden zu haben. Das Hybridsystem besteht aus einem Dieselmotor, einer elektrisch angetriebenen Hinterachse und einem integrierten Kurbelwellen-Startergenerator, der auch eine Sprit sparende Start-Stopp-Automatik ermöglicht. Als Kraftquelle dient eine Lithium-Ionen-Batterie unter dem Kofferraumboden.

Der Prototyp des Antriebs wurde in einen Freelander eingebaut und ist Land Rovers Star auf der London Motor Show. Die Technik wurde in einem gemeinsamen Forschungsprojekt von Land Rover und dem "Energy Saving Trust" der britischen Regierung entwickelt. Die Ingenieure haben sich für einen Parallel-Hybrid entschieden. Das heißt, dass Elektro- und Dieselmotor entweder kombiniert oder auch getrennt voneinander das Auto antreiben können. Land Rover verspricht sich von dem System eine Verbrauchsreduzierung zwischen 20 und 30%.

Anpassung an jedes Gelände

Der Hinterachs-Elektroantrieb (abgekürzt ERAD – Electric Rear Axle Drive) besteht im Wesentlichen aus einem 288-Volt-Motor mit einer Dauerleistung von 25 Kilowatt und möglichen Leistungsspitzen bis zu 35 Kilowatt. Sofort beim Start des Motors liegt das maximale Drehmoment von 200 Newtonmetern an.

Gerade bei Fahrten im Gelände wird schließlich die hohe Leistung bei niedrigem Tempo verlangt. Die Kraft des Elektromotors gelangt über ein Untersetzungsgetriebe mit einem Verhältnis von 8:1 und ein Planetengetriebe an die Hinterräder. Eine Haldex-Kupplung innerhalb des ERAD-Systems erlaubt es, den Dieselmotor von der Hinterachse abzukoppeln, so dass über die Kardanwelle nur noch die Vorderräder angetrieben werden. Bleibt die Haldex-Kupplung im reinen Elektroantriebs-Modus geschlossen, dient der Elektromotor als Offroad-Kraftquelle für alle vier Räder. Die Kühlung übernimmt ein Hochdruck-Ölsystem, gespeist von einer separaten Elektropumpe.

Eine traditionelle Stärke des Land Rover-Allradantriebs ist das "Terrain-Response"-System, mit dem der Fahrer den Allradantrieb per Knopfdruck an unterschiedliche Geländebeschaffenheiten anpassen kann. Diese Variabilität soll auch beim Diesel-Hybrid erhalten bleiben.

So übernimmt im Dynamic-Modus bei ruhigem Verkehr der Dieselmotor den Antrieb, und zwar allein auf die Hinterräder. Beim Überholen hilft der Elektromotor mit, um maximale Leistung zu erzeugen. Beim Anfahren im Modus "Gras/Schotter/Schnee" dagegen wird der Diesel nur bei Bedarf zugeschaltet, während im Normalfall allein der Elektromotor den Antrieb übernimmt.

Meilenstein - aber noch nicht so bald

Das "Sand"-Programm wurde für energiefressende Untergründe wie lockeren Sand entwickelt. Hier kommt der Dieselmotor zum Einsatz und erhält zusätzlich Unterstützung vom Elektromotor. In der Standardeinstellung "Eco" wechselt der Antrieb je nach Fahrsituation zwischen Elektro- und Dieselmotor. Im Stadtverkehr wäre somit je nach Ladezustand der Batterie ein rein elektrisches Fahren mit Hinterradantrieb möglich.

Die Hybridantriebstechnik wurde bislang im Freelander erprobt, ist aber modular aufgebaut und soll mit vielen Modellen und Antrieben aus dem Land Rover-Programm kombinierbar sein. "Der ERAD-Hybridantrieb bedeutet einen Meilenstein in der Geschichte von Land Rover, denn damit nehmen visionäre Technikstudien den Weg in die automobile Realität", sagt Markenchef Phil Popham.

Weitere Technologien zur Verbrauchsreduzierung seien in Vorbereitung – für die Serieneinführung lässt Land Rover allerdings nur den vagen Zeitplan "innerhalb der nächsten zehn Jahre" verlauten. Den ziemlich bescheidenen Anfang macht 2009 eine Start-Stopp-Automatik beim Freelander mit Dieselmotor und Handschaltung. Hybridantrieb und eine "besonders ausgeprägte Leichtbauweise" sollen folgen, versprechen die Briten.

Sebastian Viehmann / pressinform / PRESSINFORM

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Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.