Mercedes CL Überholen auf der Champagner-Spur


Er ist der Größte aus der Schwabenflotte, doch im CL-Coupé streckt sich die S-Klasse elegant wie eine Raubkatze, aber auch mit der Zurückhaltung angeborener Grazie. Die Preise treten allerdings mit der Bescheidenheit eines Sternenkreuzers auf.

Wen wundert es, stand hinter einem Coupé schon immer die Überlegung für weniger Blech und Raum mehr Geld zu verlangen. Im makellosen "mystic white" - wie aus der Ferrero-Raffaelo-Reklame herausgerollt - zeigt sich das Jet-Set Fahrzeug. Alles Geschäftsmännische wurde der Karosserie ausgetrieben. Deutlich femininer und fließender als die markige Limousine lockt das Coupé. So soll sie überhaupt aussehen, die lichte Zukunft der Marke. Die bullige Stattlichkeit der Repräsentanz geht dem Ende zu, eine ungeahnte Leichtigkeit wird die Schwaben-Garage erfüllen. Moderne Purismus heißt das beim Daimler. Nun gut, für Puristen bietet der CL ein bisschen viel von allem.

Senioren-Gondel

Wer Platz nimmt, muss sich nicht mit sportlicher Drangsal auseinandersetzen. Das Coupé misst soviel wie die Limousine, üppige 5,06 Meter. Gut so, denn am Steuer sitzen den Senioren unter den Mercedesfahrern. Die Motoren sind entsprechend dimensioniert der CL 500 leistet 388 PS, der CL 600 bringt es auf 517 PS und 830 Nm Drehmoment. Damit zeigt einen kaum jemand die Rücklichter auf der Champangner-Spur des Lebens. Eigentlich reicht der Achtzylinder ja hin, aber irgendwie perlt das Geräusch des Zwölfers doch noch edler.

Mehr Technik war nie

Mit der Kraft eines Sauriers will man elfengleich dahinschweben. Der Mercedes-Wank-Stabilisator soll das Gewackel von Nick- und Wankbewegungen eliminieren. Auch wenn zwei Tonnen bewegt werden wollen, wird der CL mindestens so leichtfüßig dahin gleiten, wie die S-Klasse es schon tut. Unauffällig wurde jede Menge High Tech verbaut. Clevere Lichtpakete, Einparkhilfe und die sogenannte Pre-Safe-Bremse. Im Ernstfall tritt diese Anlage schon mal selbst auf die Bremse. Mit 40 Prozent Bremsdruck wird auch der sonnigste Fahrer an den Ernst des Lebens erinnert.

Preislich startet der CL 500 bei 105.850 Euro, für den exklusiveren CL 600 müssen es fast 150.000 Euro sein. So fallen 14.8 Liter im Mix-Verbrauch nicht weiter auf. Einen alternativen Diesel wird es zunächst nicht geben, ebenso wenig wie einen Hybridantrieb. Sicher ist aber, dass mehr Leistung ran muss für den bourgeoisen Ruheständler. Dafür nimmt sich AMG des neuen Modells an. Anfang 2007 kommt der CL 63 AMG, ein Jahr später folgt der CL 65 AMG.

Kra


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