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Carsharing in Grenoble: Fahrspaß pur auf dem Weg zur Bahn

Die französische Stadt Grenoble verknüft Carsharing und öffentlichen Nahverkehr. Bahnkunden können auch ein flottes Elektrodreirad benutzen. Dieses Konzept macht höllisch viel Spaß.

Für Pendler bietet Grenoble E-Mobile von Toyota an. Vor allem das Dreirad hat es in sich.

Für Pendler bietet Grenoble E-Mobile von Toyota an. Vor allem das Dreirad hat es in sich.

In Grenoble sollen Pendler die Möglichkeit haben, die ersten und die letzten Kilometer ihrer täglichen Route in speziell dazu bereitgestellten elektrischen Fahrzeugen zurückzulegen.

Die 70 von Toyota gestellten i-Road Elektro-Dreiräder sind gedacht als Ergänzung des öffentlichen Nahverkehrsnetzes von Straßenbahnen, Zügen und Bussen. Sie können an einem Ort übernommen und an einem anderen wieder abgestellt werden. "Harmonische Mobilität" heißt der jetzt gestartete Versuch: "Ha:mo".

Carsharing Ha:mo: Geneigter Fahrspaß
Toyota i-Road in Grenoble

Toyota i-Road in Grenoble

Dahinter steht ein ebenfalls von Toyota entwickeltes System zum Datenmanagement für die 27 Ladestationen in der Nähe von Bus- und Bahnhaltestellen und für die Reservierung der Fahrzeuge. All das ist eingebunden in Grenobles bestehende IT-Verwaltung des Nahverkehrs und soll die Routen- und Verkehrsmittelplanung per Smartphone ermöglichen. Die Kosten für die Fahrzeuge richten sich nach der Nutzungsdauer: Die ersten 15 Minuten kosten drei Euro, jede weitere Viertelstunde einen Euro zusätzlich. Das ist verdächtig günstig und vermutlich nicht kostendeckend.

Ein Herzstück des Carsharing-Angebotes sind die 70 Elektro-Flitzerchen von Toyota. Jeweils 35 dreirädrige i-Road und 35 vierrädrige COMS sethen bereit. Vor allem die i-Road sind eine Klasse für sich - so viel Spaß am Fahren im Stadtverkehr hat man selten.

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Mehr Spaß als nur Bahnfahren

Angetrieben werden die nur 2.345 mm langen und gerade mal 87 cm breiten Dreiräder über zwei jeweils 2 kW leistende Radnabenmotoren an den Vorderrädern. Gelenkt wird über das Rad im Heck. Die Hecklenkung sorgt für einen extrem engen Wendekreis von gerade mal drei Metern - und für ein ganz eigenes Fahrgefühl. Je nach Geschwindigkeit und Kurvenradius neigt sich der i-Road zudem automatisch wie ein Motorrad in die Kurve. Ein elektrisches Steuergerät berechnet anhand von Lenkwinkel, Tempo und den Messwerten eines Gyro-Sensors die notwendige Neigung. Wer den Dreh nach ein paar Metern und den ersten Kurven heraus hat, der mag nur ungern wieder aussteigen.

Das Leergewicht von 300 Kilogramm lässt schon erahnen: Viel ist nicht dran an diesem Gefährt. Etwas eng geht es zu, drei Knöpfe für Vorwärts, Rückwärts und Neutral sind die ganze Gangschaltung, die Seitenfenster sind durchsichtige Plastikrollos, die über Magnete festgeklipst werden, der "Sitz" hinter dem Fahrersitz taugt allenfalls dazu, seine Einkaufstasche abzustellen. Aber: Ein Heidenspaß.

Für den Stadtverkehr in Grenoble sind die i-Roads auf 45 km/h abgeregelt, normalerweise sind bis zu 60 km/h möglich. Schnell genug, um damit im städtischen Verkehr tapfer mitzuhalten sind die Flitzerchen allemal. Die angegebene Reichweite des Lithium-Ionen-Akkus: 50 Kilometer. Eine Heizung gibt's nicht. Im Winter von Grenoble wird es frostig. Aber: Man hat ein Dach über dem Kopf. Und wohl kaum ein Problem bei der Parkplatzsuche: Auf einen konventionellen Parkplatz passen bis zu vier i-Road.

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