VG-Wort Pixel

Mobilität von Peugeot Leihangebot vom E-Bike bis zum Transporter


Autokauf? Nein danke! Auf diese Problem hat Peugeot eine Antwort. Beim Mu-Programm kann man fast alles aus dem Fuhrpark der Franzosen auch mieten. Fahrräder und Elektroautos inklusive.

Immer mehr Autohersteller schaffen sich ein zweites Standbein an. Neben der Produktion und dem Verkauf von Kraftwagen bastelt die Branche an "Mobilitätskonzepten", die vor allem einem Jugendtrend entgegen wirken sollen. "In den Großstädten und Ballungsräumen wollen insbesondere junge Menschen nicht mehr unbedingt ein Auto besitzen ", weiß Thomas Bauch, Geschäftsführer von Peugeot Deutschland. Den Beleg liefert das Kraftfahrtbundesamt. Zur Jahrtausendwende gab es noch rund 630.000 Neuwagenkäufer zwischen 17 und 34 Jahren, im vergangenen Jahr waren es fast 50 Prozent weniger.

Das heißt allerdings nicht, dass die jungen Leute weniger mobil sein wollen. Heute gehen sie pragmatisch an das Thema Mobilität heran. "Ob Fahrrad, Auto, oder Straßenbahn ist nicht unbedingt entscheidend. Wichtig ist vielmehr, schnell, kostengünstig, variabel und umweltfreundlich ans Ziel zu kommen", sagte Thomas Bauch kürzlich bei der Präsentation des neuen Peugeot-Mobilitätskonzeptes in Hamburg.

So soll das Mu- (gesprochen mü) Programm genau an diesen Bedürfnissen ansetzen. Fahrbare Untersätze aus dem gesamten Programm der Franzosen, vom E-Bike, über 50er oder 125er Scooter, den Kleinwagen 107 bis hin zum Elektroauto iOn und den großen Transportern werden einfach bei örtlichen Händler gemietet. Abgerechnet wird online oder vor Ort über ein Prepaid-Konto, das nach eigenem Ermessen aufgeladen wird.

Die Tagesmiete reicht von fünf Euro fürs Fahrrad über 45 Euro für einen Kleinwagen bis zu 65 Euro für die größeren Autos und den großen Transporter "Boxer". Das Wochenende kostet zwischen 14 Euro (Fahrrad) und 95 Euro (107) bis zu 125 Euro, eine ganze Woche liegt zwischen 28 und 335 Euro.

Der Schwachpunkt im System könnte jeweils die Über- oder Abgabe des Fahrzeugs sein. Die Händlerstützpunkte liegen in der Regel eher am Rande der Städte oder in Gewerbegebieten. In Berlin, wo das Projekt vor einem Jahr in den Test gegangen ist, "wurden unsere Erwartungen übertroffen," freut sich Thomas Bauch. Mehr als 1600 Nutzer haben sich in der Hauptstadt registrieren lassen. Ihnen stehen vier Händlerstützpunkte, zur Verfügung. Eine davon sogar mitten in der Stadt am Kurfürstendamm. So günstig liegt die "Mu by Peugeot"-Station in Hamburg nicht. Dort gibt es vorerst nur eine im Stadtteil Lokstedt und die ist fern von jeder Bahnanbindung auf der Automeile Nedderfeld.

Bei einer positiven Resonanz sollen aber auch in der Hansestadt eventuell Stationen hinzu kommen oder sogar das Übergabesystem dezentralisiert werden. Auch in München ist schon Mu schon gestartet, weitere Großstädte sollen noch dazu kommen, vor allem der Köln/Bonner Raum.

Im Moment wird noch ausprobiert. Langfristig werden sich wohl nicht alle Autofabrikanten mit einem eigenen Mobilitätskonzept etablieren können. Peugeot-Chef Thomas Bauch ist allerdings vom Sinn des Vorgehens fest überzeugt. "Das funktioniert nach dem Konzept der Spermien, alle rasen los und einer landet dann den Treffer!"

Prinzipiell kann aber jeder Peugeot-Händler das Modell sofort einführen, denn, daraus macht die Geschäftsführung gar keinen Hehl, mit dem Modell sollen potentielle Kunden auf die Modelle aufmerksam gemacht werden und Bestandskunden können die Produktpalette besser kennen lernen. " Im Prinzip ist jeder Mietvorgang eine Probefahrt", sagt Thomas Bauch. Praktischerweise werden Probefahrten auf diese Art auch gleich vom möglichen Kunden bezahlt. Und so heißt es dann auch aus Saarbrücken, für die Händler sei das System leicht umsetzbar und - schnell profitabel.

Walter Hasselbring

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker