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Reportage: AMI 2014: Bremsspur

In Leipzig öffnet die Auto Mobil International (AMI). Einige große Marken sind gar nicht erst vertreten. Lohnen kann sich ein Messebesuch trotzdem.

Versprochen hat die Leipziger Messe ein "Premierenfeuerwerk". Zumindest was die Neuheitenquote angeht, ist die "Auto Mobil International" (AMI) allerdings eher wieder ein Tischfeuerwerk geworden. Auch in diesem Jahr krankt die AMI einmal mehr daran, dass die Hersteller ihr eigenes Feuerwerk an Weltneuheiten bereits vor rund drei Monaten auf dem Genfer Salon in der Schweiz verschossen haben - oder für den Herbst aufsparen, wenn der Autosalon in Paris seine Tore an der Porte de Versailles öffnet. Für Leipzig bleiben da nicht viel.

Reportage: AMI 2014: Bremsspur
AMI 2014: Informationen zu Berufen rings ums Auto

AMI 2014: Informationen zu Berufen rings ums Auto

Zu den wenigen Böllern zählt in diesem Jahr immerhin das Mercedes-Benz C-Klasse T-Modell. Mit ihrem neuen Lifestyle-Laster verhelfen die Schwaben den Sachsen zu einer echten Weltpremiere: Der Kombi aus Stuttgart ist mit 4,70 Metern knapp zehn Zentimeter länger als sein Vorgänger. Und dank des um acht Zentimeter gewachsenen Radstandes bietet er mehr Platz für Passagiere und Gepäck. Durch den gezielten Einsatz von Aluminium und hochfesten Stählen hat das T-Modell trotz des Wachstumsschubes um 65 Kilogramm abgespeckt. Die Assistenzsysteme machen aus dem Kombi wie schon bei der Limousine eine kleine S-Klasse.

Einen Kombi der etwas anderen Art hat Jaguar auf seinem Stand stehen. Ihren XF bieten die Briten zwar schon seit rund zwei Jahren als Sportbrake an. Und inzwischen wird jeder zweite XF so geordert. In Leipzig nun hat die Topversion des Sportbrake Premiere: Der XFR-S bringt es mit seinem 550 PS starken, kompressorunterstützten Achtzylinder auf 300 km/h Spitze. Ein maximales Drehmoment von 680 Nm aus dem Fünfliter-Aggregat sorgt dafür, dass der XFR-S nach gerade mal 4,8 Sekunden aus dem Stand die 100-km/h-Marke reißt. Der Listenpreis des grimmigen Schmusekätzchens: 110.450 Euro.

Das, was die AMI-Verantwortlichen ansonsten noch unter dem Begriff "Premieren" vereinigen, läuft dagegen eher als mehr oder weniger intensives Facelift - oder war schon bei einer der diversen Automesse außerhalb Deutschlands zu sehen. Dazu zählen etwa der Ford Fiesta Sport oder der Volvo mit dem schönen langen Namen V60 D6 AWD Plug-in-Hybrid R Design. Oder von BMW der X4 und das M4 Cabrio. Immerhin zum ersten Mal in Deutschland freigelassen hat Porsche die neuen GTS-Versionen von Boxster und Cayman. Citroen schickt den DS3 mit neuen Scheinwerfern in LED-Technik und zeigt in Deutschland zum ersten Mal seinen Cactus vor Publikum. Audi hat eine vor allem an der Front und bei den Motoren überarbeitete Version des A7 mit nach Leipzig gebracht.

Eine ganze Reihen von Autoherstellern und -importeuren dagegen schwänzt die AMI gleich ganz. Das ist besonders bemerkenswert bei den Importeuren, deren Verband VDIK immerhin als Ausrichter hinter der AMI steht, so wie die im VDA organisierten deutschen Hersteller hinter der IAA. Sechzehn der VDIK-Marken sind in Leipzig dabei - aber fünf fehlen. Und das in Ostdeutschland, wo die Importeure einen Marktanteil von 51 Prozent haben - in Deutschland insgesamt sind es 36 Prozent.

In Leipzig sucht man etwa vergeblich nach Fiat und Renault - und damit auch nach den Marken, die sonst noch zu diesen Konzernen gehören. So fehlt denn nicht nur Fiat selbst, sondern gleich auch Alfa Romeo, Jeep, Lancia sowieso, Ferrari und Maserati. Und wo kein Renault, da auch kein Dacia. Toyota/Lexus und Mazda haben im letzten Moment ihre Stände storniert. "Wir haben den Messeauftritt durchkalkuliert und am Ende des Tages festgestellt: Das können wir uns aktuell nicht leisten, " begründete man beim größten Autohersteller der Welt den Rückzieher. Mazda ist der Event in der ostdeutschen Provinz dagegen schlicht zu stieselig: "Wir legen den Focus auf Design-, Lifestyle- und Technologie-Messen", lassen sich die erfolgsverwöhnten Leverkusener zitieren. Man sei mit einem neuen, modularen Standkonzept deshalb eher auf der Ambiente in Frankfurt oder der Photokina in Köln zu finden. Insgesamt übt sich mittlerweile fast ein Dutzend namhafter Importeure in AMI-Abstinenz, darunter selbst Lada. Und das bei einer Automesse, die einmal ausdrücklich die Brücke schlagen sollte zu den Märkten in Osteuropa.

Diese Enthaltsamkeit der Autobauer ist bedauerlich - nicht nur, weil die AMI in diesem Jahr die größte Automesse auf deutschem Boden ist. Ihr Neuheitenwert für Motorjournalisten, die sich Anfang des Jahres in Detroit und ein paar Wochen später in Genf schon mal umschauen konnten, mag relativ gering sein - für die meisten Besucher jedoch ist auf dem Leipziger Messegelände und drum herum noch viel Neues zu entdecken. Ihre Rolle als Publikumsmesse hat sich die AMI erhalten: Knapp 290.000 Besucher aus über 35 Ländern werden wieder erwartet. Vor allem auf sie ist denn auch das Programm zugeschnitten. Kaum eine andere Automesse bietet so viele Möglichkeiten, die ausgestellten Modelle bei Fahrten auf den Straßen des Umlandes auszuprobieren - egal, ob im Skoda Fabia oder im Tesla Modell S. Es gibt ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Geländeparcours, Einparkwettbewerb und Spritspar-Fahrten, diverse Sonderausstellungen mit Oldtimern und Supersportwagen, Themen- und Fachbesuchertage wie der Karrieretag am 04. Juni sowie eine Sonderschau zum Thema Autoberufe.

Als "Mitmach-Messe für die ganze Familie" versucht sich die AMI denn auch neu zu erfinden. Ein Beispiel: Der Hyundai-Legoland-Fahrschulparcours für Kinder zwischen drei und 13 Jahren. können sich dort austoben und einen Legoland-Führerschein mit nach Hause nehmen. Die AMI 2014 findet auf dem neuen Messegelände in Leipzig vom 31. Mai bis zum 08. Juni statt. Geöffnet sind die Messehallen vor der Stadt jeden Tag von 09:00 bis 18:00 Uhr. Ein Tagekarte kostet regulär 12 Euro, ermäßigt 8 Euro. Für Kinder zwischen 7 und 12 Jahren liegt der Eintritt bei 5 Euro. Außerdem gibt es Dauerkarten für 25 Euro und ermäßigte Karten über das Internet unter www.ami-leipzig.de.

Press-Inform / pressinform

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.