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Sportwagen auf der NAIAS 2015: Muskelspiele

Die Gier nach Leistung ist in den USA ungebrochen. Derart viele Muskelprotze gab es auf der Detroit Motorshow lange nicht zu sehen.

Wenn die Amerikaner von einem "Halo Car" sprechen, dann ist schnell klar, um welche Gattung von Autos es geht. Ein spektakuläres Flaggschiff, das wegweisend für die gesamte Marke ist. Bei Ford kommt diese Ehre dem GT zu, jenem Sportwagen, der eine rollende Reminiszenz an den berühmten Supersportler Ford GT40 ist. Jenem Sportwagen, der in den 60er Jahren vier Mal in Folge die 24-Stunden-Le-Mans gewann. Die blaue Flunder, die in der Cobo Hall die Massen anzieht, setzt die GT-Tradition fort: Leichtbau kombiniert mit einem potenten Aggregat, verpackt in einem Mittelmotor-Konzept. In der Ford-Diktion des Jahres 2015 entspricht das einem doppelt aufgeladenen Sechszylinder-Motor mit rund 600 PS und einer Karosserie aus Aluminium und Kohlefaser. Im nächsten Jahr soll dann die Neuauflage des Ford GT in den Verkaufsräumen an den historischen Dreifach-Erfolg seines Urahnen 1966 in Le Mans erinnern.

Sportwagen auf der NAIAS 2015: Muskelspiele
Acura NSX mit 550 PS und Hybridtechnik

Acura NSX mit 550 PS und Hybridtechnik

Der Cadillac CTS-V zieht bereits ab diesem Jahr alle Aufmerksamkeit auf sich. Eine nordamerikanische Panzerfaust, die mit 649-Kompressor-PS deutsche Konkurrenten, wie den Audi RS 7, den BMW M5 oder einen Mercedes E 63 AMG knacken will. Der 6,2-Liter-Motor katapultiert den Cadillac CTS-V in 3,8 Sekunden von null auf hundert km/h. Das Design des Amerikaners mit den senkrecht stehenden LED-Reihen, der markanten Lufthutze auf der Motorhaube und dem riesigen Kühlergrill dürfte auch auf deutschen Autobahnen für Überhol-Prestige sorgen. Damit der Pilot auch jede seiner Fahrten nachvollziehen kann, zeichnet eine Blackbox bis zu 30 Datenkanäle auf. Dem CTS-V zur Seite steht das Cadillac ATS-V Coupé.

Die Attacke auf die deutschen Sport-Limousinen kommt von zwei Seiten: Der in Europa nicht auf dem Markt erhältliche Lexus GS-F bekommt den V8-Saugmotor, der mit 477 PS schon im Lexus RC F beeindruckte. Auf der Kraft-Skala hinkt der Lexus damit der deutschen Konkurrenz um gut 100 PS hinterher. Um auf der linken Spur dennoch nicht abgehängt zu werden, bringt der Japaner 1.830 Kilogramm auf die Waage, das sind rund 200 Kilogramm weniger als mancher Wettbewerber. Die Achtgangautomatik garantiert eine flüssige Beschleunigung und ein adaptives Fahrwerk, verschiedene Fahrmodi, ein Torque-Vectoring-Differential helfen dem schnellen Lexus für eine maximale Fahrdynamik.

BMW bringt ein Facelift des M6 mit nach Detroit. Die Modellüberarbeitung ist visuell kaum zu erkennen. Die Niere hat weniger Streben und der Lufteinlass der Frontschürze ist durchgängig - das war es. Beim Motor bleibt alles beim Alten. Mit 560 PS besteht auch kein unmittelbarer Handlungsbedarf. Dennoch kann alle PS-Potenz nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Modellpflege technisch kaum Neuerungen bringt. Fahrer, die öfters schneller unterwegs sind, freuen sich über einen Stau-Assistenten. Die Konkurrenz schläft nicht. Honda lässt endlich die Serienversion des Acura NSX von der Leine. Der Antriebstrang des 550 PS starken Mittelmotor-Super-Sportlers besteht aus einem Sechszylindermotor und drei Elektromotoren, von denen ein Aggregat den Heckantrieb unterstützt, während die beiden E-Maschinen an den Vorderrädern für dynamisches Torque-Verctoring sorgen. Garniert wird der Antriebsstrang von einem Neungang-Doppelkupplungsgetriebe. Der Preis beträgt 150.000 US-Dollar.

Eine weitere Premiere gibt es beim Porsche Targa. Den Bügel-Sportler gibt es erstmals als allradgetriebenen GTS mit 430 PS und einer Spitzengeschwindigkeit von 300 km/h. Beim Targa 4 GTS setzen die Designer schwarze Akzente. Angefangen von den mattschwarzen 20 Zöllern bis hin zu den dunkel Aluminium Zierleisten im Innenraum. Oben ohne kommt jetzt auch der Carbon-Sportler Alfa Romeo 4C daher. Dank der Kohlefaser-Leichtbauweise ist die Karosserie der Italo-Flunder so verwindungssteif, dass die offene Version nur 60 Kilogramm schwerer ist, als der geschlossene 4C. In Zusammenspiel mit den 240 PS ist dieses Gewicht, dass unter einer Tonne liegt, immer noch eine Spaßgarantie, wie die 4,5 Sekunden von null auf 100 km/h und die Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h zeigen. Bei den Scheinwerfern entschieden sich die Designer für klassische Scheinwerfer im GT-Stil, anstelle der Formicula-Insekten Frontlichter.

Rollentausch: Pick-up reißt Abschleppwagen in die Luft – doch dann schlägt das Karma zu

Der Ford-F150-Raptor-Pick-Up-Truck lässt seine Muskeln spielen. Das PS-Alphatier des rustikalen Bestsellers wurde bislang von einem Achtzylindertriebwerk angetrieben. Nun soll ein neuer 3,5-Liter-V6 Ecoboost-Motor mit rund 500 PS für angemessenen Vortrieb sorgen. Ein Raptor definiert sich aber nicht nur durch Kraft, auch das Fahrwerk und das Chassis verbesserten die Ingenieure. Sechs Fahrmodi, eine breitere Spur und eine Zehngang-Automatik lassen das Herz eines jeden Pick-Up-Fans ab Herbst des nächsten Jahres höher schlagen.

Auch bei den SUVs ist ein PS-Schlagabtausch entbrannt. Der neue Mercedes GLE 63 AMG steigt gegen den BMW X6 M und Porsche Cayenne Turbo S in den Ring. Beim schwäbischen Herausforderer mit doppelt aufgeladenen Achtzylinder haben die Kunden die Wahl zwischen 557 PS oder als S-Version mit 585 PS. Im Gegensatz zu den zahmeren GLE Coupé ist der 63er AMG konsequent auf Sportlichkeit und Dynamik ausgelegt. Der Fahrer zwischen fünf verschiedenen Fahrprogrammen zwischen Comfort und Sport+ wählen. Unterstrichen wird der sportliche Antrieb von einem entsprechenden Auftritt mit Spoilern, Schwellern, ausgestellten Radhäusern und mächtigen 22-Zoll-Reifen.

Press-Inform / pressinform

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