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EU-Pläne zur Verkehrssicherheit: Alte Autos sollen jedes Jahr zum TÜV

EU-Verkehrskommissar Siim Kallas will alte Wagen jährlich zum TÜV schicken. Über 1000 Unfalltote sollen so vermieden werden. Automobilclubs sprechen von "Abzocke".

Der Plan könnte für Herzrasen sorgen: Die EU-Kommission will ältere Wagen jedes Jahr zur Hauptuntersuchung schicken. Was bei Prüforganisationen für Freude sorgt, stößt bei den Verkehrsclubs auf Widerstand: Sie halten den ganzen Aufwand für überflüssig.

EU-Verkehrskommissar Siim Kallas argumentiert, mit besseren Kontrollen ließen sich bis zu 1100 Verkehrstote jährlich vermeiden. Das geht aus einem Entwurf des Gesetzesvorschlags hervor, der heute in Brüssel offiziell vorgestellt wird.

Geschenk für die Prüforganisationen

Automobilclubs protestieren. "Das ist lediglich im Interesse der Prüfer", sagte Rainer Hillgärtner vom europäischen Verband ACE. "Es gibt keinen belastbaren Grund." Nur 0,5 Prozent der schweren Unfälle seien auf Fahrzeugfehler zurückzuführen, schätzt der ADAC. Aus Sicht des deutschen Autofahrerverbandes sind die Pläne "reine Abzocke der deutschen Autofahrer".

Diese sehen laut Entwurf für neue Pkw eine erste Hauptuntersuchung nach vier Jahren vor, eine weitere nach zwei und danach eine jährliche Prüfung. Auch Autos mit einem Kilometerstand ab 160.000 Kilometern wären jedes Jahr erneut dran, ebenso Taxis oder andere stark genutzte Fahrzeuge wie zum Beispiel Notarztwagen.

Das könnte gerade jene stärker belasten, die es sich am wenigsten leisten können, bemängelt der SPD-Europaabgeordnete Ismail Ertug - die Besitzer älterer Wagen könnten sich eben häufig kein neues Auto leisten.

Verwässerung der Anfoderungen

Zudem fürchtet der Politiker, die europäischen Gesetzgeber könnten nebenbei auch der Privatisierung der Prüfungen Vorschub leisten. Denn Verkehrskommissar Kallas will die Untersuchung staatlichen Stellen ebenso wie privaten Anbietern erlauben, letztere aber unter staatliche Aufsicht stellen. "Keiner gibt uns auf Dauer die Garantie, dass keine Bundesregierung diese Option ziehen wird." Derzeit teilen sich in Deutschland einige wenige Anbieter den Markt.

Wenn Werkstätten die Untersuchungen abnehmen könnten, ziehe dies "einen ganzen Rattenschwanz" nach sich, weil diese wiederum staatlich beaufsichtigt werden müssten. Auch ACE-Vertreter Hillgärtner fürchtet einen "Zielkonflikt" - die Anbieter seien auf einem umkämpften Markt womöglich zur Nachsicht mit ihren Kunden geneigt. "Da müsste man begründete Befürchtungen haben, dass das ausgenutzt wird." Prüforganisationen reagierten positiv auf den Vorschlag. Der TÜV Süd teilte mit, um die Zahl der Verkehrstoten in Europa zu senken seien einheitliche Vorschriften sinnvoll. Dazu, ob eine jährliche Untersuchung bereits ab dem siebten Jahr angebracht sei, lägen der Organisation aber keine Daten vor. Auch die Dekra begrüßte die Pläne.

Mit dem neuen Gesetz will Brüssel übrigens auch Tachomanipulationen Einhalt gebieten. Zwischen fünf und zwölf Prozent aller Gebrauchtwagen seien betroffen, heißt es in dem Gesetzentwurf. Deshalb will die EU-Kommission die Kilometerstände aller Wagen in nationalen Datenbanken festhalten.

Nicht betroffen sind zum Beispiel Oldtimer, Armee- oder Feuerwehrfahrzeuge oder Zirkuswagen. Beschlossen ist auch noch nichts: Nach der offiziellen Präsentation der EU-Kommission am Freitag beraten nun EU-Länder und Europaparlament darüber.

DPA / DPA

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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