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General Motors: Angriff des Öko-Saurus

General Motors, größter Autohersteller der Welt, will nicht länger der Konzern mit den dicken und durstigen Kisten sein. Die Amis blasen jetzt zum Öko-Angriff, mit dem Ziel, die Nummer 1 beim Thema "Motoren und Antriebe" zu werden. Zweifel sind erlaubt.

Von Michael Specht

Glaubt man den Ausführungen von Dan Hancock, so scheint der weltgrößte Autobauer nicht nur bestens für Morgen und Übermorgen gerüstet zu sein, es hört sich fast so an, als hätte man die Zukunft quasi schon auf der Straße und besser als die Konkurrenz sei man sowieso. Schlag auf Schlag wirft der GM-Entwicklungschef Zahlen und Grafiken an die Wand, zeigt, wo und wie General Motors weltweit agiert und welche Technik man in der Pipeline hat.

Allein in Europa wollen die Amerikaner 700 Millionen Euro in die Entwicklung neuer Motoren und Getriebe investieren. Opel soll gar zur führenden Marke werden, wenn es um kleine, aufgeladene Motoren (Turbo-Downsizing) und Erdgasantrieb geht. Für 2010 kündigt GM einen komplett neuen 1,4-Liter-Turbo-Vierzylinder an, mit einem Leistungsspektrum von 120 bis 140 PS. Das klingt gut, doch führend ist GM damit nicht. Volkswagen hat solch einen Motor schon seit drei Jahren im Programm und zudem ist der Opel-Vierzylinder kein Direkteinspritzer. Diese Technik folgt erst Jahre später.

2009 kommt ein ebenfalls neu entwickelter 1,6-Liter-Erdgasmotor zum Einsatz, der sein Debüt im Kompaktvan Zafira haben wird. Die Besonderheit des 150 PS starken Aggregats ist seine Turboaufladung, weil Ottomotoren mit Erdgas befeuert gewöhnlich recht schlapp laufen. Doch auch hier nimmt Opel nicht die Führungsrolle ein. Schon im Herbst dieses Jahres wird VW dieses Konzept serienmäßig im Passat Variant haben, sogar mit Turbo und Kompressor.

Auch die schwedische GM-Tochter Saab soll zum "Brand Leader" in Europa werden, zumindest, wenn es sich um das Thema Bio-Ethanol handelt. Daheim in den USA kann GM diesen Titel bereits für sich beanspruchen. "Über vier Millionen Flex-Fuel-Fahrzeuge sind bereits auf der Straße", so Uwe Grebe, Vorausentwicklung Antriebe, "2012 wird die Hälfte unserer Modelle flexfuel-tauglich sein." Zusammen mit dem amerikanischen Unternehmen Coskata entwickelt GM derzeit eine revolutionäre Herstellungsmethode von Alkohol. Sprit aus Müll, Pflanzenresten, Kunststoffen und Altreifen. Das ganze umweltfreundlich mit Hilfe von Bakterien und unter minimalem Wasserverbrauch. Kosten: eine Gallone (3,78 Liter) für weniger als 1,50 Dollar (rund ein Euro).

Das Wettrennen ums Elektroauto beginnt

Brand Leader Nummer 3 soll Chevrolet heißen. In Europa, was Flüssiggasantriebe betrifft, in Amerika, wenn den Elektroantrieb betrifft. Schon in zwei Jahren will GM den Chevrolet Volt an den Start bringen, dessen Lithium-Ionen-Akkus den Viersitzer 64 Kilometer lang elektrisch fahren lassen. Danach schaltet sich als Range Extender ein 1,4 Liter großer Verbrennungsmotor zu, der die Batterie lädt und so die Reichweite auf über 700 Kilometer erhöhen soll. Ob GM das enge Zeitfenster halten kann, ist ungewiss. Gerade hat Renault/Nissan angekündigt, ebenfalls 2010 mit einem Elektroauto in Serie zu gehen. Auch die Japaner wie Mitsubishi und Subaru haben bereits Elektro-Projekte laufen. Wer wirklich der erste sein wird, steht also noch aus.

Weitaus früher als zum Beispiel die deutschen Autohersteller ist GM allerdings auf den Hybridzug gesprungen. Diverse Modelle mit der Kombination aus Verbrennungs- und Elektromotor sind bereits käuflich – von der Mittelklasse-Limousine bis zum Fullsize-SUV. Gerade bei den über 2,5 Tonnen schweren Geländewagen lohnt der Hybridantrieb. Uwe Grebe: "In der Stadt verbrauchen wir bis zu 50 Prozent weniger und liegen damit auf dem Niveau eines Toyota Camry mit Vierzylindermotor." Der Cadillac Escalade mit dem gemeinsam mit BMW und Daimler entwickelten Two-Mode-Hybrid soll in weniger als einem Jahr nach Europa kommen.

Zwitter aus Diesel und Benziner

Zwar werden Benzin- und Dieselmotoren noch auf unbestimmte Zeit die Hauptantriebsquellen von Automobilen sein, doch es steckt laut Dan Hancock "noch viel Potenzial" in ihnen. Als führend sieht sich GM in der Kombination aus beiden Verbrennungsarten. In einem Opel Vectra läuft dieser Zwitter-Motor, halb Diesel, halb Benziner, bereits prächtig und verbraucht bis zu 15 Prozent weniger als ein normaler Ottomotor. Auch Mercedes verfolgt diese effiziente Verbrennung (Diesotto), VW nennt sein Mix-Aggregat CCS-Motor. "Wir sind aber die einzigen, die bis runter zur Leerlaufdrehzahl den Otto selbst zünden lassen können", sagt Antriebsmann Uwe Grebe. Bis zum Serieneinsatz dürften jedoch noch gute fünf Jahre vergehen.

Auch beim Dieselantrieb will GM nicht länger zurückstecken und verkündet stolz, in den USA den stärksten und effizientesten Selbstzünder anzubieten, einen V8-Diesel mit 6,6 Liter Hubraum. Demnächst folgt ein kleinerer V8 mit 4,5 Liter. Einsatz: die Light Trucks, also kleinere Pick-ups. Für den europäischen Markt wurde ein 2,9-Liter-V6-Common-Rail-Diesel mit 250 PS und 550 Newtonmeter entwickelt. Dessen Besonderheit: In jedem Zylinder messen Drucksensoren den Verbrennungsvorgang und passen in Echtzeit die Einspritzung an (bis zu acht Mal pro Arbeitstakt). Nächstes Jahr wird der Motor im Cadillac CTS sein Debüt feiern, leicht vorstellbar, dass er auch im neuen Opel Insignia Einzug halten wird.

Neben Downsizing, Diesel, Elektroauto mit Range Extender, Hybridantrieb und Plug-in- und Start-Stopp-Lösungen verfolgt GM mit vollem Elan auch die Brennstoffzelle, trotz aller Probleme, die derzeit noch der Wasserstoff mit sich bringt. "Aber es ist momentan der einzig wirkliche Weg zu null Emissionen", sagt Lars Peter Thiesen, bei GM der Fuel-Cell-Manager. "Auch mit dem besten Elektroauto schaffen sie einfach nicht üblichen Reichweiten."

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.