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Haftung bei E10-Schäden: "Autofahrer bleiben auf den Kosten sitzen"

Die Politik ist beim großen Benzingipfel um Schadensbegrenzung beim E10-Chaos bemüht. Derweil müssen Autofahrer an der Zapfsäule vorsichtig sein: Entstehen beim Tanken des Biosprits Motorschäden, müssen sie die Kosten selbst übernehmen, sagt ADAC-Experte Maximilian Maurer im Interview.

Viele Autofahrer sind skeptisch und wollen den neuen Kraftstoff E10 aus Angst vor Motorschäden nicht kaufen. Wenn tatsächlich ein Schaden am Auto entstünde - wer würde dafür haften?
Da gibt es eine einfache Antwort: der Autofahrer.

Wieso?
Theoretisch wäre der Hersteller zwar in der Haftung, wenn er einen Wagen für die Betankung mit E10 freigegeben hat und dann trotzdem etwas passiert. Allerdings trägt der Auofahrer die Beweislast für den Schaden. Und er wird nie und nimmer nachweisen können, dass ein Schaden durch E10 entstanden ist.

Wieso ist der Beweis so schwierig?
Zum einen sind schon die Hersteller bei der Freigabe der Modelle für einen Kraftstoff sehr restriktiv und prüfen die Eignung vorher. Als Verbraucher müssten Sie zudem einen Gutachter beauftragen, der den Wagen untersucht. Und der könnte höchstens feststellen, dass zerstörerischer Einfluss durch Ethanol vorlag. Der könnte im Zweifel aber auch daher rühren, dass ein Autofahrer den Kraftstoff E50 getankt hat. Der enthält auch Ethanol, ist aber nicht schädlich für den Motor. Einfacher könnte ein Beweis beispielsweise nur werden, wenn von einem Modell auf einmal 100 Fahrzeuge liegenbleiben, die vorher mit E10 betankt wurden. Dann könnte die Klage eines Verbrauchers Erfolg versprechend sein.

Wie können sich Verbraucher sicher sein, dass ihr Wagen für E10 geeignet ist?
Leider kann man die Eignung nicht am Baujahr des Fahrzeugs erkennen. Fast alle Neufahrzeuge sind zwar dafür ausgerüstet. Aber beispielsweise Lada und Chevrolet dürfen noch Fahrzeuge auf den Markt bringen, die nicht E10 tanken können. Die Autofahrer sollten sich die Listen anschauen, die die Deutsche Automobil Treuhand herausgegeben hat. Auf denen ist vermerkt, welche Fahrzeuge E10 tanken können.

Und die Tankstellenpächter: können die den nicht getankten Kraftstoff zurückgeben?
Sie werden nicht auf den Vorräten sitzen bleiben. Zur Not ließe sich der Kraftstoff auch zu E5 verarbeiten, was für alle Motoren unproblematisch zu tanken wäre. Etwas höhere Kosten könnte dies zwar bedeuten, allerdings werden sie nicht bis ins Nirvana steigen.

Diesen Artikel haben wir in der Financial Times Deutschland für Sie gefunden

Mareeke Buttjer
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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.