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Los Angeles Autoshow 2010: Die Wiedergeburt des SUV

Die Autoindustrie hat sich weltweit schneller von der Krise erholt als erwartet. Auf der Autoshow in Los Angeles feiert selbst der totgesagte SUV seine Wiederauferstehung.

Gute Zeiten für Autobauer: In den USA bereitet der lange totgeglaubte Gigant General Motors den Börsengang vor, in Deutschland fahren die Hersteller wieder große Gewinne ein. Gleichzeitig sind die Wartezeiten für Neuwagen so lang wie schon lange nicht mehr. Doch die Wachstumsimpulse gehen aber nicht von Europa oder Deutschland aus. Denn hier stagniert der Automarkt schon seit Jahren. "Es ist das gute Asiengeschäft, allen voran in China, aber auch die Erholung des US-Marktes die den Export kräftig antreiben," stellt der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann fest. Und tatsächlich: Immerhin konnten nach einer Studie des CAR-Instituts der Universität Duisburg-Essen die deutschen Autobauer ihre Verkäufe in den ersten neun Monaten dieses Jahres weltweit um rund 17 Prozent steigern.

Umso wichtiger werden die Automessen in eben diesen Wachstumsregionen. So stärkt die deutsche Autoindustrie bereits seit Jahren die Los Angeles Autoshow. Die Stadt steht für Lebensqualität, viele Autohersteller unterhalten Designbüros in Kalifornien, außerdem gilt der US-Bundesstaat am Pazifik als Sprungbrett nach Asien. Detroit ist zwar immer noch die Automesse Nummer eins in den USA, aber sie steht für eisige Kälte im Januar und tristes Ambiente. L.A. lockt mit Sonnenschein, Stars und Sternchen.

Der Trend geht wieder zum SUV

Und immerhin werden 20 Weltpremieren gezeigt. Große Überraschung, im doppelten Wortsinn: Die bereits totgesagten SUVs fahren in Los Angeles wieder selbstbewusst vor. Elektrohype und Kleinstwagenwelle können nicht darüber hinwegtäuschen, dass SUVs nach wie vor extrem beliebt sind. Kleinwagen kommen in den USA dagegen nicht gut an. Kunden, die auf dem Höhepunkt der Benzinpreise auf kleinere Modelle gewechselt sind, äußerten sich in Befragungen enttäuscht.

Und so feiert in Kalifornien auch die fünftürige Version des neuen Range Rover Evoque selbstbewusst ihre Enthüllung. Lange Zeit hatte Land Rover unter dem Deckel gehalten, dass der kleine Evoque nicht nur als Dreitürer kommen sollte. Auch Saab zeigt seinen neuen Crossover Saab 9-4 X auf dem wichtigsten SUV-Markt. Als größtes Designwagnis der Messe gilt das mit Spannung erwartete Murano Cross Cabriolet. Es kommt 2011 auf den US-Markt, ein Import nach Deutschland ist bislang nicht vorgesehen. Einen offenen Geländegänger bzw. Crossover hat es lange nicht mehr gegeben. Der Erfolg des Qashqai hat Nissan offenbar mutig gemacht.

Aus Europa kommen auch Hingucker wie die neuen Porsche-911-Versionen Speedster und Carrera GTS sowie eine besonders sportliche Version des Cayman. Seine US-Premiere feiern ferner der luxuriöse Audi A7 Sportback, der insbesondere gegen den Mercedes CLS kämpfen soll und der ganz frische BMW X3, der nicht mehr aus Graz angeliefert wird, sondern nunmehr in Spartanburg in den USA produziert wird. Ebenfalls neu im Los Angeles Convention Center: der überarbeitete VW Eos.

Käufer mit deutschen Autos unzufrieden

Die erste Elektro-Welle ist in den USA wegen der derzeit wieder moderaten Kraftstoffkosten etwas abgeebbt. Aber natürlich gibt es auf der Messe in Los Angeles auch zahlreiche Elektrofahrzeuge zu sehen. Nissan Leaf, Chevrolet Volt, Mitsubishi MiEV, der Toyota RAV A4 EV mit Tesla-Genen, der Fisker Karma und das Coda-Elektromobil sind nicht neu, aber nähern sich der Serienfertigung. Ebenfalls wird wieder das "Green Car of the year" gewählt. In den letzten Jahren erhielten die Trophäe Audi A3 und VW Jetta. 2010 dürfen nur Elektroautos am Wettbewerb teilnehmen, die deutschen Autobauer werden leer ausgehen, da sie solche Fahrzeuge noch nicht herstellen.

Für die Deutschen läuft es übrigens trotz guter Verkäufe in den USA auch in anderen Bereichen nicht rosig. Beim jährlichen "Consumer Report" wurden 1,3 Millionen Autofahrer zur Zufriedenheit mit ihren Fahrzeugen befragt. Nach der Auswertung der US-Verbraucherschützer zählen ausgerechnet BMW, Mercedes und Audi zu den schlechtesten Automarken der Welt. Die Käufer waren vor allem von der Zuverlässigkeit der deutschen Nobelautos enttäuscht. Diese Imagedelle wird man allein mit Messeschmuckstücken nicht wegbekommen.

Gernot Kramper mit Press-Inform

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.