Suzuki Zwergenwachstum mit Modelmaßen


Suzuki ist ein Autozwerg, gemessen an den Dimensionen der Großen. Experten prophezeien eine Konzentration auf nur eine Handvoll Konzerne. Trotzdem lebt es sich in der Nische zumindest im Moment komfortabler als woanders.

Axel Seegers, Manager Press & PR Automobile von Suzuki Deutschland: "Wir packen bestimmt nicht unsere Reifen im Jahr 2009 ein, nur weil wir klein sind. Mit 36.840 verkauften Einheiten haben wir 2008 sogar ein kleines "Plus" hingelegt. Angesichts der Gesamtsituation in Deutschland ist das nicht schlecht." Die schiere Größe des Konzerns bringt allein keine Vorteile, dass zeigt der Blick auf die großen Drei in Amerika oder die unglückselige "Daimler-Welt AG". 2008 konnte Suzuki wie bereits 2007 seine Anteil in einem rückläufigen Markt steigern. Auf kleinem Niveau. Vom "Erfolgsfahrzeug" Swift wurden 14.278 Einheiten neu zugelassen.

"Unserer Situation wird nicht maßgeblich davon bestimmt, ob wir ein, zwei oder drei Millionen Einheiten produzieren. Die Frage ist doch, wie wettbewerbsfähig die Produkte in den einzelnen Märkten sind," so Seegers. Ein Hersteller von Klein- und Kleinstwagen hält sich in der Krise besser als andere Marktteilnehmer. Der größte Suzuki ist der Grand Vitara mit einem Einstiegspreis von 22.000 Euro, ein eher kleiner SUV. Kleine Wagen haben von Haus aus einen Vorteil beim Verbrauch und den Unterhaltskosten. Das macht sich beim Verkauf bemerkbar, denn Deutschland kauft tendenziell kleiner.

"Wir von Suzuki Deutschland können schlecht sagen, was andere Hersteller richtig und was sie falschen machen. Jede Firma hat einen anderen Schwerpunkt unser Schwerpunkt ist der kleine Kompaktbereich. Wir sind in einer Nische und arbeiten nebenbei seit vielen Jahren profitabel", so Axel Seegers.

Im Jahr 2009 wird neben den Kleinwagen Splash und Swift noch der Alto hinzukommen. Mit diesem extrem kleinen und sparsamen Fahrzeug geht Suzuki einen anderen Weg als manche Premiumhersteller. Der Alto erreicht geringe Verbräuche durch klassisches Downsizing und nicht durch ein Mehr an teurer Technik. "Der Alto hat einen Einliter-Motor, 4,4 Liter Benzinverbrauch und 103 Gramm CO2 - das ist doch genau das, was im Moment verlangt wird." Der Verzicht auf Sprit-Spar-High-Tech kann für den normalen Kunden sogar zum Vorteil werden, denn einfache Wagen wie der Alto sind verfügbar und bleiben bezahlbar.

Dennoch erwartet Suzuki für den Alto in einem Geschäftsjahr nur 6000 verkaufte Einheiten. Das liegt am kleinen Marktanteil. Mit etwa 1.2 Prozent Marktanteil haben viele Käufer eine Marke wie Suzuki nicht im Bewusstsein. Nur der Swift ist in seiner Zielgruppe so präsent, dass er eine Bekanntheit durch die Straßenpräsenz erreicht. Im Bereich der SUV wie mit dem Grand Vitara erwartet Suzuki keine weitere Steigerung. "Wir sehen kein rabenschwarzes Jahr, wir wollen die Position halten, aber mehr werden wir kaum erreichen können."

Damit die Präsenz in den Köpfen besser wird, ist Suzuki bei einem der großen TV-Ereignisse eingestiegen. Im Februar gehen die Japaner mit "Germany’s next Topmodel" auf Sendung, mit diesem Engagement wurde der Autogigant Volkswagen beerbt. VW hat im letzten Jahr dort für den Scirocco geworben. "Damit erreichen unsere Zielgruppen für die Kleinwagen Splash und Alto", so Susanne Franz, Manager Marketing and Communication Automobile bei Suzuki. Denn beim Catwalk hockt die richtige Zielgruppe vor der Mattscheibe, junge Frauen und ihre Partner.

Kra


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker