Malen, Schreiben und privates ChatGPT
12 nützliche KI-Tools für den Alltag

Künstliche Intelligenz kann einem bei vielen Aufgaben helfen. Einige Tools bieten jedoch Lösungen für die es noch keine Probleme gibt. 
Künstliche Intelligenz kann einem bei vielen Aufgaben helfen. Einige Tools bieten jedoch Lösungen für die es noch keine Probleme gibt. 
© Getty Images
Beim Videochat stets in die Kamera schauen, obwohl man tatsächlich gerade nebenbei E-Mals liest? Für KI ist so ein kleiner Fake ein Klacks. Zwölf KI-Werkzeuge, die einem das digitale Leben leichter machen. 

 

Nvidia Canvas - links wird grob gemalt, rechts kommt klein das Ergebnis der KI
Nvidia Canvas - links wird grob gemalt, rechts kommt klein das Ergebnis der KI
© stern-online

Wer seine Nvidia RTX Grafikkarte nicht nur zum Spielen, sondern auch für kreatives Malen und Zeichnen nutzen möchte, sollte sich das kostenlose Toole Nvidia Canvas anschauen. Canvas ist ein KI-Werkzeug, das durch die Nvidia-Grafikkarte beschleunigt wird. Mit dem Tool lassen sich mit wenigen Pinselstrichen beeindruckende Landschaftsbilder erstellen, von fotorealistisch bis fantastisch. Der User malt dabei im Grunde nur grobe Farbflächen mit Materialpinseln, die KI baut daraus dann ein Landschaftsbild in Echtzeit. Gelangweilt von den Desktophintergründen? Mit Canvas lassen sich schnell eigene erstellen. 

 

Die eigenen Daten von Word-Dokumenten, PDFs bis zu Bildern und Videos mit ChatGPT durchsuchen, ohne dafür seine Daten irgendwo hochzuladen oder überhaupt eine Verbindung zum Internet zu haben?  Genau das geht mit ChatRTX. Wie der Zusatz schon andeutet, ist dafür eine Nvidia Grafikkarte mit dem Zusatz RTX notwendig. Nvidia ist der größte Hersteller von KI-Prozessoren und ein Teil dieser Tensor-KI-Chips befinden sich auf den RTX-Grafikkarten der Serie 40+. Das Tool kann kostenlos bei Nvidia heruntergeladen werden. Im ersten Schritt muss die KI auf die eigenen Daten „angelernt“ werden, dabei helfen vorgefertigte Trainingsprogramme, die sogenannten Large-Language-Modelle LLM. Der Vorgang dauert je nach Datenmenge und Grafikkarte unterschiedlich lang. Anschließend lassen sich die Daten per Fragen durchsuchen. So gut wie bei ChatGPT klappt das zwar noch nicht, aber es ist auch noch eine Beta in einer frühen Entwicklungsphase. Was auffällt: Selbst die schnellste RTX Grafikkarte wird bei diesen KI-Aufgaben zu fast 100 Prozent ausgelastet. KI hilft auf vielen Gebieten, wenn auch mit gewaltigem Energiehunger. 

 

Reels oder YouTube-Shorts wirken erst mit der passenden Hintergrundmusik. Meist hört man in sechs, sieben Vorschläge rein und nimmt den aus der kleinen Auswahl besten Soundclip. Oder es wird schlicht jene Musik gewählt, die man schon kennt. Die KI Hans von Audiio sucht anhand der Szenenbeschreibung die passende Musik aus Tausenden Musikstücken. Ausprobieren ist kostenlos, der volle Service für 25 US-Dollar im Monat dürfte jedoch nur Profis ansprechen. 

 

Videoschnittsoftware Blackmagic Davinci Resolve 19
Videoschnittsoftware Blackmagic Davinci Resolve 19
© stern.de

Das Unternehmen Blackmagic Design aus Australien ist ein Spezialist für Filmproduktionen. Viele Hollywood-Blockbuster erhielten ihren typischen "Filmlook" erst druch das Colorgrading-Tool von Blackmagic. Seit ein paar Jahren machen die Australier dem Platzhirschen Adobe bei Videoschnittsoftware das Revier streitig. Die neuste Version von Davinci Resolve ist vollgepackt mit KI-Tools von denen vor allem User von Nvidia-Grafikkarten und Mac profitieren. Die KI erkennt automatisch Objekte, Menschen und Tiere und maskiert sie für weitere Effekte; sie kann Menschen identifizieren und Videoclips nach den erkannten Gesichtern durchsuchen, sie erzeugt automatisch aus gesprochenen Worten Untertitel und übersetzt sie zugleich in verschiedene Sprachen. Zudem sind zahlreiche Videoeffekte nur dank KI möglich. Es gibt Davinci Resolve als kostenlose Version mit nur wenigen Einschränkungen. Die Vollversion kostet einmalig rund 300 Euro. Eine Kampfansage an Adobe. Hier kosten Premiere Pro und After Effects je 34 Euro – pro Monat. 

 

Canva: Malen für die Firma

Die beliebte Softaware aus Australien hat sich zum KI-Kreativtool für den Geschäftsbereich entwickelt. Canva kann mittels KI Fotos und Videoerstellen, unterstützt beim Corporate Design und im Marketing. Gerade für Startups und kleinere Unternehmen ist das ein sehr praktisches Werkzeug, seine Firma ansprechend zu präsentieren. Die KI-Unterstützung gibt es jedoch erst für die Pro-Variante für 6 Euro pro User. 

 

Malen, Schreiben und privates ChatGPT: 12 nützliche KI-Tools für den Alltag
© Descript

Sie wollen schnell ein virales Video erstellen haben aber keine Ahnung vom Videoschnitt? Dann könnte das KI-Tool Discript eine Lösung sein. Clips in die webbasierte Anwendung hochladen und im Textfenster beschreiben, wie man sich den Film vorstellt. Beeindruckend sind insbesondere die Möglichkeiten bei der Spracherkennung. Statt eine Szene neu drehen zu müssen, weil man sich versprochen hat, kann man der KI die eigene Stimme beibringen, den gewünschten Text hinzufügen und von der KI einsprechen lassen.  Mit 12 Dollar pro Monat wendet sich Descript jedoch eher an professionelle User.

 

Einfach Schreiben lassen

Simple Autokorrektur war gestern. Die Künstliche Intelligenz spürt Rechtschreibfehler auf, korrigiert Grammatik und formuliert auf Wunsch sogar um. Das funktioniert bereits mit ChatGPT sehr gut. Dienste wie Languagetool und Duden Mentor haben sich auf diese Aufgabe spezialisiert. Die Grundfunktionen sind kostenlos, für komplexere Textanalysen verlangen beide ein Monats- beziehungsweise Jahresabo. 

 

Deepl und der Hauch von Star Trek

Durch die Kraft der neuronalen Netzwerke rangiert das deutsche Unternehmen DeepL mit seiner Übersetzungssoftware auf Augenhöhe mit zum Beispiel dem Google Translator.  Kleintexte übersetzt DeepL kostenlos, die volle Übersetzungskraft mit Spezialisierungen auf zum Beispiel Fachvokabular aus den Bereichen Recht, Gesundheit und Finanzen gibt es nur gegen Geld. Der neuste Clou der Berliner ist die Übersetzung gesprochener Sprache in Echtzeit. Star Trek lässt grüßen. 

 

Artvy: Malen mit Worten

Malen, Schreiben und privates ChatGPT: 12 nützliche KI-Tools für den Alltag
© Artyvy

Sie können keinen Pinsel halten, wissen aber recht genau, wie ihr Bild aussehen sollte? Dann ist Artvy die perfekte digitale Leinwand. Einfach im Prompt eingeben, was auf dem Bild in welcher Form dargestellt werden soll, und die KI macht sich ans Werk. Die Möglichkeiten sind riesig. Für aufwändigere Bilder muss man sich jedoch intensiver mit der KI-Sprache beschäftigen. Die kostenlose Variante genügt lediglich zum Herumspielen. Mit dem Tool deepartitio lassen sich eigene Bilder mittels KI eindrucksvoll entfremden.

 

Großartige Bilder aus mäßigen Fotos

Wer kennt es nicht. Da hat man diesen großartigen Schnappschuss gemacht, die Personen sind gut getroffen, doch der Himmel war grau, am Bildrand steht dieser überfüllte Mülleimer und das Bild ist leider insgesamt zu dunkel. Kein Problem für ein Bildbearbeitungs-KI So zaubert Luminar selbst aus mäßigem Ausgangsmaterial wunderschöne Bilder. Damit sich die 59 Euro pro Jahr lohnen, sollte man die Dienstleistung jedoch häufiger benötigen – oder sich intensiver mit Fotografie beschäftigen. Alternativ gibt es das kostenlose PIXLR. Gleichwohl kostenlos nur für die grundlegenden Dinge gilt. 

 

Nvidia Broadcast: Augen geradeaus!

Ebenfalls von Nvidia ist das kostenlose Videokonferenz-Software Broadcast. Die KI in Broadcast filtert in Echtzeit störende Hintergrundgeräusche heraus, richtet die Augen stehts auf die Kameralinse, obwohl man tatsächlich gerade nicht dorthin schaut, sie glättet Bildrauschen und fügt sehr präzise Hintergrundbilder oder -videos ein. 

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