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Erste Einblicke in Chrome OS: Google macht das Netz zum PC

Schnell an, leicht zu bedienen: Google hat sein eigenes Betriebssystem vorgestellt. "Chrome OS" soll das Internet zum PC machen. Wolkiges Versprechen - oder eine Revolution?

Von Karsten Lemm, San Francisco

Für immer mehr Menschen spielt sich das digitale Leben weitgehend im Internet ab: Freunde finden bei Facebook, Fotoschau in Flickr, telefonieren via Skype, fernsehen bei Youtube, einkaufen, Reisen buchen, E-Mail schreiben - und natürlich Informationen finden. All das möchte Google, der populärste Suchmaschinen-Betreiber im Netz, künftig auf Rechnern möglich machen, die kein herkömmliches Betriebssystem mehr besitzen. Statt Windows, Macintosh OS X oder Linux soll das "Chrome OS" den Takt vorgeben: Googles eigene Basissoftware, bei der sich alles ums Internet dreht.

"Viele hundert Millionen Menschen leben weitgehend online", sagt Sundar Pichai, Google-Vizepräsident und Projektleiter. "Ich selbst verbringe praktisch meine gesamte Zeit im Browser." Um diesem Lebenswandel gerecht zu werden, müsse etwas ganz Neues her, argumentiert Google, denn Firefox & Co. seien nicht mehr als Kompromisslösungen, geboren in der Kreidezeit des Internet, und traditionelle Betriebssysteme für das reine Online-Leben weitgehend überflüssig. Wer braucht noch eine Festplatte, die vom Rechner verwaltet werden muss, wenn sich alle Daten ohnehin im Netz befinden, bei Hotmail, Myspace oder Google Docs?

Browser mit Bildschirm

Gemeinsam mit Hardware-Partnern will Google deshalb Ende nächsten Jahres Mini-Laptops - so genannte Netbooks - auf den Markt bringen, die allen Ballast abwerfen und im Grunde nicht mehr sind als ein Browser mit Bildschirm, Tastatur und etwas Elektronik drum herum. Am Donnerstag zeigten die Entwickler in der Google-Zentrale im Silicon Valley, wie das aussehen könnte: Sieben Sekunden nur braucht das Chrome OS, um den Rechner zu starten, anschließend ist das Netbook bereit zum Surfen. Selbst das allerdings ist den Programmierern noch zu lang. "Wir wollen, dass es wie beim Fernseher ist: Knopf drücken, und schon ist das Gerät bereit", sagt Pichai.

Im Gegenzug gehen Netbooks mit Chrome OS einen radikalen Schritt weiter als bisherige Mini-Laptops: Sie besitzen keine Festplatte und kein DVD-Laufwerk mehr, sondern lediglich Flash-Speicher; und sie werden auch keine traditionelle Software nutzen können - weder Word, Excel oder PowerPoint, noch Photoshop, iTunes oder eine der vielen Millionen anderen Anwendungen, die es für herkömmliche Betriebssysteme zu kaufen gibt. "Unser Ansatz für den Umgang mit Computern ist ein grundlegend anderer", sagt Pichai. Denn statt auf Programme, die eigens für das jeweilige Betriebssystem geschrieben werden müssen, wie es bisher der Fall ist, setzt Google rein auf Internet-Anwendungen: Vom Roman-Schreiben über Musikmachen und Video-Chat bis hin zu 3D-Spielen - alles soll künftig im Browser ablaufen. "Wir arbeiten hart daran, dass Web-Anwendungen genauso funktionieren wie jedes andere Programm", sagt Pichai.

Und Google ist nicht allein: Etliche Anbieter stürzen sich derzeit darauf, das Internet zu einem gigantischen virtuellen Rechner zu machen, der irgendwo über den Wolken schwebt und jederzeit angezapft werden kann, um Informationen abzurufen und Dinge zu erledigen, für die bisher teure Programme auf dem eigenen PC benötigt wurden. Dennoch sind die Netzrechner nicht als Allround-Computer gedacht. "Es wird Dinge geben, für die sich diese Maschinen nicht gut eignen", räumt Sundar Pichai ein und nennt als Beispiel intensive Büro-Arbeit: "Wenn Sie als Anwalt den ganzen Tag damit beschäftigt sind, Verträge auszuarbeiten, ist solch ein Rechner nicht das Richtige für Sie." Zunächst setzt Google daher ganz auf den boomenden Markt der Netbooks, die hauptsächlich als Mobilrechner für unterwegs dienen. Während der Absatz mit anderen Computern stagniert, können sich die Hersteller der ultraleichten Internet-Laptops vor Nachfrage kaum retten: Im zweiten Quartal verzeichneten sie weltweit ein Umsatzplus von 264 Prozent, meldet der Marktforscher Displaysearch.

"Es gibt echten Bedarf"

Für Google ist das ein Zeichen, dass viele Menschen von ihrem Rechner gar nicht mehr wollen, als ins Internet zu gehen. "Es gibt echten Bedarf für Computer, die sich kinderleicht bedienen lassen", sagt Google-Mitgründer Sergey Brin, "und wir glauben, dass ein Internet-Betriebssystem die Arbeit mit dem Rechner wesentlich leichter macht." Schließlich könne sich jeder, der schon einmal vor einem Browser-Fenster gesessen hat, bei Chrome sofort zu Hause fühlen, argumentiert Google. Alles sieht aus wie gewohnt, es gibt nichts zu installieren, keine neuen Handgriffe zu lernen. Nicht mal Daten müssen vom alten Rechner übertragen werden, weil alles, was die Nutzer tun, im Netz gespeichert wird, nicht auf dem Laptop selbst. Bei den Diensten hat jeder freie Wahl: Wer etwa Googles Gmail nicht mag, kann seine E-Mail genausogut mit Yahoo, GMX oder Microsofts Hotmail erledigen.

"Für bestimmte Anwendungen macht die Idee Sinn", lobt Jeff Orr vom Marktforscher ABI Research das Konzept eines reinen Netzrechners. Die größte Hürde allerdings sieht der Analyst in der Voraussetzung, immer und überall eine funktionierende (und möglichst schnelle) Internet-Verbindung zu finden: "Zu Hause oder im Büro mag das der Fall sein, aber unterwegs kann es zum Problem werden", sagt Orr. "Womöglich fallen auch noch extra Kosten an." Google verweist darauf, dass Internetprogramme ihre Daten unter bestimmten Umständen auch auf dem Rechner selbst speichern können, um das Arbeiten ohne aktive Verbindung zu ermöglichen - zumindest vorübergehend. Skeptisch beurteilt Jeff Orr auch das Argument, ein Internet-Betriebssystem mache die Arbeit mit dem Rechner automatisch leichter: "Die Bedienung des Browsers selbst mag zwar ganz einfach sein", sagt der ABI-Analyst, aber wer viele unterschiedliche Online-Dienste nutze, müsse sich auch an entsprechend viele unterschiedliche Bedienkonzepte gewöhnen. "Insgesamt bleibt womöglich alles so komplex, wie es ist."

Wie die Arbeit mit einem Chrome-Rechner aussehen wird, können Windows-Nutzer schon jetzt erahnen: Seit einer Weile bietet Google den gleichnamigen Chrome-Browser, auf dem das Betriebssystem basiert, kostenlos zum Herunterladen an. 40 Millionen Neugierige haben das schon getan, sagt die Firma. Eine Macintosh-Version soll demnächst folgen. Die Unterschiede zu anderen Browsern sind auf den ersten Blick gering. Allerdings besitzt Chrome ein Menü, das per Mausklick ausgewählte Internet-Anwendungen anzeigt, und bietet Fenster (so genannte "Paletten"), die über anderen Fenstern schweben. Vorteile wie das schnelle Hochfahren des Rechners nach dem Start bietet Chrome jedoch nur als Betriebssystem, nicht als Browser, und es setzt auch voraus, dass die Hersteller mit Google zusammenarbeiten, um Hardware und Software aufeinander abzustimmen. Zu Preisen und Partnerfirmen machte Google am Donnerstag keine Angaben.

Kosten wird Chrome die Geräte-Hersteller nichts - anders als Windows. Eine Kampfansage an Microsoft? "So konkurrenzbetont denken wir darüber gar nicht", wehrt Sergey Brin ab. Es gehe lediglich darum, Computer einfacher, schneller, besser zu machen. Allerdings: "Wir hoffen natürlich, dass Chrome viele Freunde findet." Schließlich leben die Kalifornier davon, dass immer mehr Menschen ins Internet gehen und ihre Dienste nutzen - sei es Gmail, Youtube, die Microsoft-Office-Alternative Google Docs, die Fotoseite Picasa, Google Maps oder natürlich die Suchmaschine Google selbst. Fast 22 Milliarden Dollar Jahresumsatz, knapp 15 Milliarden Euro, macht das Unternehmen inzwischen, fast ausschließlich mit Werbung rund um solche Online-Angebote. "Wir sind in der angenehmen Lage, dass wir feststellen konnten: Je mehr Menschen auf einfache Weise das Internet nutzen können, um so besser ist es für unser Geschäft", sagt Brin.

Direkt kassieren muss seine Firma deshalb gar nicht mehr für das Betriebssystem. Es reicht, wenn immer mehr Menschen ihr Leben ins Netz verlagern und auf die eine oder andere Weise bei Google vorbeischauen.

Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.