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Elektronische TV-Zeitschriften: Mundgerecht serviertes Fernsehprogramm

Google pirscht sich in ein neues Feld für Suchanfragen: das TV-Programm. Doch Medienhäuser und Technikanbieter wollen den Markt für digitale Programmführer nicht dem US-Konzern überlassen.

Von Lutz Knappmann

Die Zukunft des Fernsehens erinnert an eine Mischung aus Google und dem Onlineladen iTunes: Über den TV-Bildschirm flimmert eine dunkelrote Suchmaske. Auf die Frage nach der Arztserie "Dr. House" spuckt sie reihenweise Empfehlungen aus: etwa die aktuelle Folge im Livefernsehen am nächsten Tag oder Online-Abrufangebote bei US-Videoportalen für den Sofortgenuss. Außerdem sind da ja noch die aufgenommenen Folgen auf dem heimischen Recorder. Und weil das Krankenhausthema offenbar interessiert, empfiehlt der "Total Guide" des US-Anbieters Rovi noch ein paar Folgen "Grey's Anatomy" zur Vertiefung. All das flankiert mit Werbung.

Der "Total Guide" ist einer der neuesten in der wachsenden Zahl elektronischer Programmführer (EPG). Eingebaut in Empfangsboxen oder Fernseher sollen sie für Zuschauer das Eingangstor zur Bewegtbildwelt bilden. Je stärker klassisches Fernsehen und Internet verschmelzen, desto uninteressanter wird es für die Nutzer, aus welcher Quelle eine Sendung kommt. Hauptsache, sie können sie in der großen Angebotsvielfalt überhaupt finden. "Es erzeugt Stress, Zugang zu vielen Inhalten zu haben", sagt Rovi-Manager David Jordan.

EPGs sollen beim Finden helfen - und ihren Anbietern ein attraktives Geschäft liefern. Laut der Berliner Medienberatung Goldmedia wird sich der Umsatz mit digitalen Programmführern in Westeuropa, etwa durch Lizenzgebühren und die Vermarktung der Technologie, bis zum Jahr 2014 auf 450 Mio. Euro verdreifachen - Werbeerlöse nicht eingerechnet.

"Werbung in EPGs ist bislang noch ein recht kleines Thema", sagt Goldmedia-Berater Mathias Birkel. Doch weil sie reichlich Daten über die Nutzungsgewohnheiten der Zuschauer sammeln, sind EPGs ein Traum für die Werbeindustrie, die Reklame gezielt an den Mann bringen will: "Diese Targeting-Funktionen sind für Werbungtreibende durchaus interessant", sagt Frank-Peter Lortz, Chef der Mediaagentur Zenithmedia.

Die wachsende Bedeutung der digitalen Programmportale weckt Begehrlichkeiten. Der anhaltende Streit darüber, ob deutsche EPG-Anbieter für Programmdaten bezahlen müssen, die ihnen die hiesigen Privatsender liefern, gibt einen Vorgeschmack auf Verteilungskämpfe, die noch bevorstehen. Programmdatensammler und Technologiehersteller, Sender und Verlage, Kabelbetreiber und Onlineanbieter versuchen, ihre Claims abzustecken - möglichst bevor Google den Markt aufrollt.

Mitte Mai, so wird kolportiert, soll der Suchkonzern Details zu seinem Angebot Google TV bekannt geben: Zusammen mit dem Elektronikhersteller Sony und dem Chipkonzern Intel entwickelt Google Empfangsboxen mit dem Betriebssystem Android, die TV- und Internetinhalte in einem Gerät verschmelzen sollen. "Ernst zu nehmen sind Googles Pläne allemal", sagt Matthias Büchs, Onlinechef der Sendertochter RTL Interactive.

Marktgewichte werden verschoben

Denn schon ohne die Konkurrenz durch den mächtigsten Digitalkonzern der Welt verschiebt das Zusammenwachsen von TV und Internet die Marktgewichte. "Bislang enthalten die EPGs auf Digitalreceivern oder Fernsehern eher nur die Basisfunktionen", sagt Jonathan Beavon, Marketingchef der News-Corp.-Tochter NDS, die EPG-Plattformen entwickelt und an Kabelfirmen und Pay-TV-Sender vertreibt. "Viel interessanter als die reinen Suchfunktionen sind digitale Empfehlungssysteme." Wie der Onlinebuchhändler Amazon analysieren sie Nutzerinteressen - und suchen passende TV-Angebote.

Das trifft zum Beispiel Zeitschriftenverlage: "Wer glaubt, Programminformation sei an Papier gebunden, den wird die Wahrheit überholen", sagt Lortz. "Die Verlage von Programmzeitschriften müssen die neuen Kanäle erschließen, wenn sie überleben wollen." Viele tun das längst: "Wir erstellen über unsere Programmredaktion Inhalte für EPGs und betreiben auch eigene EPG-Dienste", sagt Stephan Zech, zuständig für Programm- und Frauentitel beim Axel-Springer-Verlag. Mit dem Digitalportal Watchmi, das automatisch TV-Sendungen nach dem Geschmack der Nutzer zusammenstellt, versucht Springer, an der Entwicklung teilzuhaben.

Den TV-Sendern erwächst in den EPG-Plattformen gleichberechtigte Konkurrenz durch Videoquellen im Internet. Die Sender, die eigene Online-Abrufdienste aufbauen, müssen darum kämpfen, für die Zuschauer auffindbar zu bleiben. "Es sind derzeit noch sehr viele Fragen offen", sagt RTL-Manager Büchs. "Bevor wir unsere Inhalte in solche Angebote geben, müssen wir etwa klären, nach welchen Spielregeln empfohlen wird." Neben Google könnten da bald auch Onlinedienste wie Facebook und Twitter mitspielen: Das US-Startup Starling stellte kürzlich einen Dienst vor, der die Kommentare von TV-Zuschauern in den Onlinenetzen neben dem TV-Bild einblendet. Eine Grundlage für weitere Empfehlungssysteme: Die Einbindung von Facebook und Twitter in EPGs "ist der nächste logische Schritt", sagt Birkel.

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FTD
Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.