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Vorwerk Kobold VR200: Der Saugroboter von Vorwerk ist eine umsichtige Reinigungskraft

Testsieger bei Stiftung Warentest, gebaut von einem deutschen Markenhersteller und gar nicht mal so teuer: Der Kobold VR200 geht mit hohen Erwartungen an den Start. 

Der Vorwerk geht sehr sensibel zu Werke.

Der Vorwerk geht sehr sensibel zu Werke.

Der Vorwerk VR200 sei der "Rolls Royce" unter den Saugrobotern, behauptet die PR von Vorwerk. Und zumindest äußerlich liegt sie nicht falsch. Der VR200 wirkt in seinem Hochglanz-Weiß und mit dem großen Chrombügel wohnlich-elegant, die meisten Konkurrenten bevorzugen ein schwarzes, technoides Design.

Gutes Saugergebnis

Und auch beim Thema Saugen muss sich der Vorwerk nicht verstecken: Im Saugergebnis gehört er zu den besten Saugern überhaupt, was die Schmutzaufnahme angeht - nur den aktuellen Neuerscheinungen der Topmodelle der Konkurrenz muss er sich auf hohem Niveau geschlagen geben. Vor allem die tückischen Tierhaare nimmt er tadellos auf. Mein Eindruck: Das kann er besser als etwa der Roomba 880.

Ruhiger Zeitgenosse

Im Einsatz erfreut das Vorwerk-Gerät durch einen relativ niedrigen Geräuschpegel. Man kann nicht im gleichen Raum ungestört lesen, man muss aber auch keine geschlossenen Türen zwischen sich und den Vorwerk bringen. Durch die Hufeisenform kommt der VR200 gut in alle Ecken.

Wenn möglich, geht der VR200 sehr systematisch ans Werk.

Wenn möglich, geht der VR200 sehr systematisch ans Werk.

Wie bei allen Robotern gibt es kein Muster, dass der Roboter bei jedem Reinigungsvorgang immer gleich abfährt. Im Prinzip arbeitet der Vorwerk einen Raum nach dem anderen ab, das ist weit angenehmer als Geräte, die erratisch durch die ganze Wohnung eilen. Dann lässt er sich aber auch Zeit. 15 bis 20 Minuten widmet er jedem Raum, den er mit lässiger Geschwindigkeit abfährt. Die Reinigungsleistung bei Hundehaaren in Teppichen ist dafür beeindruckend, da gibt es nichts zu meckern. Große Wohnungen von über 70 Quadratmetern schafft er nicht in einem Rutsch, da muss er zum Aufladen an die Box. Mit einem Magnetband kann man den Sauger von einzelnen Bereichen aussperren. Ob einem dieses System lieber ist als die Lighthouses der Konkurrenz, muss jeder selbst entscheiden. Sehr schön, dass man den Vorwerk an einem eingebauten Stutzen mit einem großen Staubsauger "leeren" kann, ohne sich einzustauben.

Die Problemzonen

Aber wo Licht ist, da gibt es auch Schatten. Der Vorwerk hat Schwächen. Ein Riesenproblem hat das Gerät mit dunkelgrauen bis schwarzen Flächen auf dem Boden oder in Bodennähe. Er meidet diese Bereiche nicht nur, weil er sie für einen Abgrund hält wie der Roomba. Sie verwirren seine Navigation und zwingen ihn früher oder später zum Abbruch seiner Mission. Große schwarze Teppiche wie bei mir daheim sind eine Todesfalle. Aber auch dunkelgraue Holme, auf denen die Schreibtische im Büro stehen, machen den Kobold kirre. Er sieht sie einfach nicht und rammt solange darauf los, bis er hilflos hängen bleibt. Das hört sich jetzt schlimmer an, als es ist. Irgendeine Marotte dieser Art hat jeder Roboter. In meinem wirklich kompliziert aufgebauten Haus kam der VR200 ausgezeichnet zurecht, nachdem der schwarze Teppich aufgerollt wurde. Weitere Störer gab es nicht.

Ein weiteres Problem kann das Navigieren in zugestellten Ecken werden. Nach vorn rangiert der VR200 viel sensibler als Roomba oder Neato, aber wehe, wenn er den Rückwärtsgang einlegen muss, dann schlägt er böse zu. Dritte Problemzone sind langflusige Teppiche, hier verbeißt sich der VR200 schneller als ein Botvac oder ein Roomba. Keine Missverständnisse: Wer weder schwarze Böden noch Flokatis zu Hause liegen hat, bekommt von diesen Zicken nichts mit, dann läuft das Gerät sehr unproblematisch.

Preislich liegt der VR200 derzeit bei 700 Euro - kaum benutzte Fehlkäufe kann man für etwa 550 Euro ergattern.  Obwohl der Name Vorwerk teuer suggeriert, muss man sagen: Man zahlt nichts drauf, billigere Geräte sind auch weniger leistungsfähig.


Urteil: Der Vorwerk ist das sensibelste und ruhigste Gerät. Eine hygienische Leerung ist ebenso möglich. Im Vergleich zum Botvac Connected und dem Roomba 980 gehört der VR200 aber zur Vorgängergeneration. Das merkt man, die einst dominate Stellung hat der VR200 verloren.