"FairPlay" Norweger knackt Apples Kopierschutz


Jon Lech Johansen ist kein Unbekannter in der High-Tech-Branche. Schon als Teenager hatte der Norweger den Kopierschutz der DVD geknackt. Jetzt hat er Apples Datensicherung ausgehebelt.

Ein bekannter norwegischer Hacker hat nach eigenen Angaben Apples Kopierschutz "FairPlay" geknackt und will die Barrieren zwischen den Musikangeboten verschiedener Anbieter einreißen. Mit dem Software-Code von Jon Lech Johansen könne Musik anderer Anbieter auf Apples iPod-Playern abgespielt werden, sagte seine Geschäftspartnerin Monique Farantzos dem Branchendienst "c'net". Umgekehrt könnten damit auch in Apples Online-Shop iTunes gekaufte Songs, die eigentlich nur zur Wiedergabe auf den iPods bestimmt sind, auf Playern von Konkurrenten gehört werden. Apple kommentierte die Angaben nicht. Der heute 22-jährige Johansen hatte als Teenager den Kopierschutz der DVD geknackt und dafür den Spitznamen "DVD-Jon" bekommen.

Apples Geschäftsmodell

Das Geschäftsmodell von Apple basiert darauf, dass im iTunes-Store gekaufte Musik oder Videos nur auf iPods laufen. Da es sich in den vergangenen Jahren bewährt hat, wird es derzeit von anderen Anbietern kopiert - zum Beispiel von Microsoft für seinen MP3-Player Zune, der Mitte November kommt. Johansen und Farantzos wollen mit dem Aufbrechen der proprietären Formate Geld verdienen und haben dafür die Firma DoubleTwist gegründet.

Es ist unklar, ob Apple die neuen Möglichkeiten durch eine Software-Aktualisierung verhindern kann und ob sie rechtlich gestoppt werden können. Farantzos zeigte sich zuversichtlich, dass die Lücke in "FairPlay" nicht so leicht zu schließen sein werde. Das Prinzip erklärte sie bildhaft: Um den Song eines anderen Anbieters auf einen iPod zu bringen, "wickele" man ihn quasi in "FairPlay" ein. Und ähnlich könne ein Apple-fremder Player iTunes "vorschwindeln", dass er ein iPod sei.

DPA DPA

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