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Elektrischer Antrieb Bill Gates erklärt, warum sich elektrische Flugzeuge niemals durchsetzen werden

Elektrischer Antrieb: Bill Gates erklärt, warum sich elektrische Flugzeuge niemals durchsetzen werden
Elektroautos gelten als die Zukunft. Geht es nach Elon Musk, sind sie jedoch nur der erste Schritt zu Flugzeugen mit E-Antrieb. Microsoft-Gründer Bill Gates hat nun jedoch seine Zweifel an dieser Vision erklärt. Er plädiert stattdessen für eine Alternative.

Elon Musk hat mit Tesla die Elektro-Auto-Revolution maßgeblich vorangetrieben. Mit immer effizienteren Batterien und einem gut ausgebauten Ladenetz möchte er Autos unabhängig von fossilen Treibstoffen machen. Doch Musks Vision endet nicht auf der Straße: Musk ist überzeugt, dass rein elektrisch betriebene Flugzeuge innerhalb von fünf Jahren ihren kommerziellen Betrieb aufnehmen könnten, wenn sich die Energiedichte von Akkus im gleichen Tempo verbessere wie bislang.

Bereits vor Jahren hat Tesla-Gründer Musk verraten, dass er ein Konzept für ein senkrecht startendes Fluggerät entwickelt hat. Dafür sei eine Energiedichte der Batterien von mehr als 400 Wattstunden pro Kilogramm nötig. Derzeit beträgt die Energiedichte der leistungsfähigsten Akkus rund 300 Wattstunden je Kilogramm.

Bill Gates glaubt nicht an Elektroflugzeuge

Doch einer ist deutlich pessimistischer, was die Zukunft des elektrischen Fliegens angeht: Microsoft-Gründer und Multimilliardär Bill Gates. "Elektrische Antriebe sind eine großartige Option für Personenkraftwagen und sogar für mittelschwere Fahrzeuge wie Stadtbusse und Müllwagen", schreibt er auf seinem Blog "GatesNotes". "Aber selbst wenn wir billige Langstrecken-Fahrzeuge entwickeln, die mit kohlenstofffreien Quellen betrieben werden, ist Elektrifizierung für viele Verkehrsmittel keine Option."

Gates ist eigentlich ein Mann des technischen Fortschrittes, der mehr die Chancen als die Risiken wahrnimmt. Doch er sieht die Probleme genau in den Bauteilen, die für Musk die Hoffnungsträger sind: die Batterien. Zu groß und zu schwer seien sie, schreibt Gates auf seinem Blog "GatesNotes", und je mehr man transportieren wolle, umso mehr Batterien sind dafür notwendig.

Nun wird die Akkutechnologie nicht ewig auf dem Niveau von 2020 verharren. Doch selbst bei größeren Durchbrüchen würde die E-Mobilität im Bereich von großen Transportmitteln - dazu zählt Gates nicht nur Flugzeuge, sondern auch Trucks mit 18 Rädern und Frachtschiffe - "vermutlich nie zu einer praktischen Lösung" werden.

Nachhaltiger Treibstoff

Was sind also die Alternativen? Sollen wir alle Zuhause bleiben, wie es derzeit der Fall ist? "Wie wir in den letzten Monaten gesehen haben, leidet die Wirtschaft, wenn die Menschen gezwungen sind, in der Nähe ihres Wohnortes zu bleiben", schreibt Gates. Hinzu kommt: "Für einige der ärmsten Menschen der Welt - wie Kleinbauern in Afrika südlich der Sahara - kann die Möglichkeit, Waren aus ländlichen Gebieten auf städtische Märkte zu bringen, den Unterschied zwischen Leben und Tod ausmachen. Um dies zu erreichen, müssen wir sicherstellen, dass der Transport für alle erschwinglich bleibt. Produkte wie Benzin, Diesel und sogar Flugturbinenkraftstoff sind aus gutem Grund Standard: Sie können Sie für einen geringen Preis pro Gallone weit weg befördern."

Gates setzt deshalb große Hoffnungen auf Biokraftstoffe. Diese seien noch nicht weit genug entwickelt, um Benzin und Diesel im großen Stil zu ersetzen. Synthetische Kraftstoffe - die sogenannten E-Fuels - bergen jedoch riesiges Potenzial, so der Microsoft-Gründer. Diese werden mittels Strom aus Wasser und CO2 hergestellt und können auch in klassischen Verbrennungsmotoren genutzt werden. Stammt der Strom aus erneuerbaren Energiequellen, sind die E-Fuel sogar klimaneutral.

Quellen: GatesNotes, Elon Musk


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