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F-35 gegen Vorgänger F-16: Testkampf endet mit klarer Niederlage des High-Tech-Fighters

Die Pannenserie um die F-35 ist um ein Kapitel reicher. Der neue Stealth-Fighter der USA musste gegen seinen Vorgänger antreten. Im Luftkampf besiegte die alte F-16 die neue F-35 mühelos, berichtet der geschockte Test-Pilot.

Im Vordergrund fliegt eine F-16, dahinter eine F-35

Im Vordergrund fliegt eine F-16, dahinter eine F-35

Die F-35 ist ein Kampfflugzeug der fünften Generation und soll als Standard-Maschine der US-Streitkräfte dienen. Bislang liest sich die Geschichte des Jets, der die Flotten der F-16 und F-18 ablösen soll, eher als Pannenserie. Man kann es so zusammenfassen: Je mehr die Kosten der F-35 explodieren, umso mehr schrumpfen ihre Fähigkeiten zusammen. Nun kommt ein neues Kapitel hinzu. Die F-35 sollte sich im engen Luftkampf (Dogfight) mit einem Gegner messen. Das fünfseitige Protokoll der Erprobung wurde dem bekannten Blog "War Is Boring" zugespielt. Die Erfahrungen des Testpiloten waren demnach desaströs.

Handicap für den Oldie

Dabei waren die Grundbedingungen alles andere als ungünstig. Die nagelneue F-35 musste nämlich gegen eine F-16 antreten. Das erste Modell die F-16A wurde bereits 1979 an die Luftwaffe übergeben. Der Gegner, eine verbesserte Version, die F-16D, wird seit 2002 gebaut. Offenbar wusste man schon vor dem Test von den Problemen der F-35. Als Handicap musste die alte F-16 mit zwei Abwurftanks unter den Tragflächen antreten. Gerade im engen Dogfight verschlechtern diese Tanks die Areodynamik und Manövrierfähigkeit der Maschine massiv.


Aber selbst dieser Trick rettete die F-35 nicht. Der Testpilot urteilte, im Luftkampf sei der neue Stealth Fighter nur "totes Fleisch". Geflogen wurde am 14. Januar über dem Pazifik in der Nähe der Edwards Air Force Base in Kalifornien. Geprobt wurde der Luftkampf auf kurze Entfernung mit scharfen Anflugwinkeln. Das sind  Bedingungen, die Piloten zu aggressiven und abrupten Kursänderungen zwingen. "Die Erprobung konzentrierte sich auf die allgemeine Einsatzfähigkeit des Flugzeugs bei verschiedenen typischen Manövern in einer dynamischen Begegnung. Das beinhaltet traditionelle Grundmanöver eines Kampfflugzeugs in offensiven, defensiven und neutralen Ausgangspositionen in der Höhe zwischen 10.000 und 30.000 Fuß," beschreibt der Report.


Zu wenig Dynamik nach Manövern

Kurzum: Die Maschinen sollten versuchen sich gegenseitig auf Sichtentfernung abbzuschießen. In jeder einzelnen Begegnung konnte die F-35 die gewünschten Manöver nicht in einer Weise fliegen, um mit der alten F-16 mitzuhalten. Die Fähigkeit der F-35 zu steigen und um die eigene Achse zu rollen sei "ungenügend". Vor allem besitze sie nicht die Fähigkeit bei einer verfolgenden F-16 erfolgreich auszubrechen.

Umgekehrt habe die F-16 einfach entkommen können, auch wenn die F-35 sich in guter Schussposition befand. Selbst ein sicherer Abschuss missglückte. Geplant war, in einem Überraschungsangriff von oben auf den Gegner herabzuschießen, um ihn dann wehrlos von hinten zu erwischen. Dabei gelang es der F-35 nicht, ihre Nase rechtzeitig wieder hoch zu bekommen. Es verstrich so viel Zeit, dass die F-16 sich aus der Falle befreien konnte, und sich selbst in eine gute Position brachte.

Ungeeignet für den Luftkampf

Der entnervte Pilot endete damit, dass er in den 80er Jahren die F-15E geflogen sei, und selbst dieses Flugzeug wäre der F-35 im Luftkampf überlegen. Auch hier leidet die F-35 darunter, dass sie ein Flugzeug für jede Gelegenheit und jede Rolle sein soll. Weil sie einem Mix von Anforderungen genügen muss, zeigt sie in jeder spezifischen Situation Defizite. Im Kampf auf Sichtentfernung kommt es wesentlich auf die fliegerischen Möglichkeiten des Jets an. Die moderne Elektronik und die Stealth-Eigenschaften der F-35 kommen dabei nicht zum Tragen.


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