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Produktneuheiten Googles absurde Hardware-Strategie: Viel zu zeigen, nichts zu kaufen

Google SVP Rick Osterloh
Google-Chef Rick Osterloh durfte die erste Google-Smartwatch präsentieren. Sie zählt zu den größten Neuerungen des Abends.
© Screenshot / PR
Auf der diesjährigen Entwicklerkonferenz hatte Google viele Neuheiten im Gepäck. Neben drei neuen Smartphones zeigte das Unternehmen seine erste eigene Smartwatch und eine Vorschau auf den Nachfolger der Datenbrille Google Glass.

Die I/O ist für Google, was die WWDC für Apple ist: Ein jährliches Treffen für Entwickler mit einer Auftaktveranstaltung, die alle Neuheiten präsentiert, an denen Google zuletzt gearbeitet hat. Fans spannte Google lange auf die Folter, die Hardware kam erst am Ende der Präsentation. Darunter die erste smarte Uhr von Google, ein neues Pixel-Smartphone, eine kurze Vorschau auf das kommende Pixel-Flaggschiff, neue Kopfhörer und eine Datenbrille.

Bei Google tickt die Zeit

Besonders stolz war Google auf die Pixel Watch. Die runde Smartwatch aus Edelstahl geht in direkte Konkurrenz zur Apple Watch und ist optisch sehr simpel gehalten. Die Uhr ist komplett rund, hat an der rechten Seite eine digitale Krone. Armbänder lassen sich – wieder die Apple Watch als Vorbild – leicht tauschen.

Die Uhr läuft mit Wear OS und ist tief mit den Funktionen von Fitbit verwoben. Das bedeutet viele Fitness-Optionen. Das Problem: Google will die Uhr erst im Herbst bringen, hielt sich mit weiteren Informationen und Preisen dementsprechend zurück.

Google Pixel Watch
Eine runde Sache: Die Pixel Watch ist rund, hat eine digitale Krone und darüber einen Knopf. Die Bänder sind mit wenig Aufwand austauschbar.
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Ähnlich sieht es auch bei der Vorschau des kommenden Google Tablets aus. Erst im kommenden Jahr soll das Pixel Tablet kommen, mehr als ein Bild gab es nicht zu sehen.

Kleines Smartphone ab Sommer

Schneller kommt das Pixel 6a in den Handel. Das Smartphone ist eine günstige Version des Pixel 6, soll nur 459 Euro kosten und bietet ein 6,1-Zoll-Display, ist also 0,3 Zoll kleiner als das Pixel 6 und 0,6 Zoll kleiner als das Pixel 6 Pro. Die Hardware klingt vielversprechend: In Sachen Bildwiederholrate begnügt sich Google mit 60 Hertz, der Akku misst 4306 Milliamperestunden.

Das Pixel 6a setzt auf den gleichen Prozessor wie das Pixel 6 Pro, bietet zwei Kameras auf der Rückseite mit zwölf Megapixeln und eine Acht-Megapixel-Kamera auf der Vorderseite. Sechs Gigabyte Arbeitsspeicher und 128 Gigabyte Speicherplatz runden das Paket ab. Vorbestellungen nimmt Google Ende Juli entgegen.

Google Pixel 6a
Das Google Pixel 6a kommt im Sommer und ist das kleinste Smartphone der 6er-Serie.
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Es gab zudem noch einen kurzen Blick auf das Pixel 7 und das Pixel 7 Pro – beide Geräte plant Google wieder für den Herbst. Die Kamera auf der Rückseite ist eingefasst in Aluminium, als Prozessor kommt eine neue Generation des hauseigenen Tensor-Prozessors zum Einsatz. Mehr hat Google erst einmal nicht verraten.

Google Pixel 7 und Pixel 7 Pro
So sieht der Nachfolger des Pixel 6 aus – mehr wollte Google aber nicht verraten.
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Für Augen und Ohren

Kopfhörer gibt es ebenfalls – sie heißen Google Pixel Buds Pro. Die In-Ear-Kopfhörer bieten aktive Geräuschunterdrückung (ANC) und ähneln einer Kidney-Bohne sehr. Die Akkulaufzeit gibt Google mit elf Stunden an, mit ANC sind es noch sieben Stunden. Die Vorbestellungen öffnet Google, wie beim Pixel 6a, Ende Juli. Der Preis liegt bei 219 Euro.

Google Pixel Buds Pro
Jedes Böhnchen gibt ein Tönchen: Die neue Kopfhörer von Google sehen etwas aus wie Kidney-Bohnen.
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Als abschließende Überraschung hatte Google außerdem eine Vorschau auf eine AR-Brille in petto, ganz ähnlich, wie man es Anfang Juni auch bei Apple erwartet. Der Quasi-Nachfolger der Google Glass ist eine relativ normale Brille, die in der Lage ist, die Welt mit Untertiteln zu versehen. Zum Beispiel übersetzt die Brille gesprochene Sprachen und Zeichensprache, um Sprachbarrieren aus dem Weg zu räumen. Ein wirklich spannender Einsatz. Aber: Wann und wie die Brille auf den Markt kommt, ließ Google leider offen.

Software satt

Den Auftakt machte Google mit einer einstündigen Reise durch zahlreiche kleinere Verbesserungen, die teils große Änderungen im Alltag mit den Diensten der Suchmaschine versprechen. Der Übersetzer Google Translate erhält 24 neue Sprachen und soll deutlich bessere Ergebnisse liefern, da Google das System überarbeitet hat, mit dem der Dienst Sprachen und Sätze analysiert.

Google Maps erhält mit Immersive View eine Art virtuellen Rundflug über Städte und kann künftig auch Restaurants von innen zeigen. Die Bilder hat Google nicht händisch gemacht, sondern setzt die Innenansicht aus Fotos zusammen. Ferner kommen sogenannte Spritspar-Routen nach Europa, um verbrauchsoptimierte Routen zu finden.

Google Immersive Maps
Nein, das ist kein Film, sondern eine Vorschau auf Google Immersive View, eine Art 3D-Ansicht von Städten.
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Für Youtube verspricht Google mehr automatische Kapitel, präzisere Untertitel und 16 neue Sprachen, die das System erkennt und übersetzen kann.

Mehr als nur Suchbegriffe

An der Suche hat Google auch viel geschraubt. Hier ist es fortan möglich, ein Foto mit einer Frage einzuschicken, um zum Beispiel Ersatzteile zu finden oder Rezepte für Mahlzeiten zu finden, deren Namen man nicht kennt. Außerdem soll es Hilfen zu Quellen geben, um beispielsweise bei einer Spendenaktion Informationen über den zuständigen Verein zu erhalten und dessen Seriosität auf einen Blick besser einschätzen zu können.

Die Bildersuche erhält die Möglichkeit, nach Hautfarben zu sortieren. Sucht man ein Make-up für einen bestimmten Hautton, lässt sich das einfach auswählen und alle unpassenden Bilder fallen raus. Es soll auch ein Ad-Center folgen, in dem Nutzende auswählen dürfen, welche Werbung sie bevorzugen und womit Google sie nicht länger behelligen soll.

Nach dem Motto "Eine Suche für die reale Welt" bekommt die App Google Lens ebenfalls neue Funktionen. So soll es möglich sein, Regale im Supermarkt zu scannen und die Produkte nach Kategorien zu ordnen und schnell das richtige zu finden.

Seine Sprachassistenten und künstliche Intelligenzen überarbeitet Google ebenfalls, sie sollen jetzt auch Gestammel mit Redepausen verstehen und bei Geräten mit einer Kamera wie dem Nest Hub Max braucht es keinen Zuruf mehr, sondern ein Blick reicht, um die Aufmerksamkeit zu erlangen und lossprechen zu können.

Android 13 nähert sich...iOS?

Was Android 13 betrifft, veröffentlicht Google heute eine weitere Beta von Android 13, hier gibt es viele Neuerungen unter der Haube und leichte optische Anpassungen. Das betrifft zum Beispiel App-Symbole, deren Farbe sich dem eigenen Schema anpassen lässt. Auch lassen sich für Apps eigene Sprachen festlegen, falls man nicht alles in der gleichen Sprache nutzen möchte.

Die wohl größte Neuerung ist das Google Wallet, eine recht offenkundige Kopie der Apple Wallet. Die digitale Geldbörse soll Kreditkarten, Flugtickets, Ausweise, Mitgliedskarten und vieles mehr aufnehmen, damit das Portemonnaie zuhause bleiben kann. Das hängt aber, wie auch bei Apple, stark davon ab, was bereits möglich ist. Google möchte noch in diesem Jahr erste Führerscheine hinterlegen können, aber es hängt an den Behörden, das zu unterstützen.


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