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Aufrüstung Sarmat RS-28 – Putin lässt die mächtigste Interkontinentalrakete der Welt testen

Die Sarmat RS-28 steht kurz vor der Indiensstellung
Die Sarmat RS-28 steht kurz vor der Indiensstellung
© Verteidigungsministerium Russland / PR
Die NATO nennt diese Rakete "Satan 2" – sie wurde für den Hyperschallgleiter Avantgard entwickelt und kann jeden Punkt der Erde erreichen. Derzeit gibt es keine Möglichkeit, Rakete und Gleiter abzufangen.

Im Jahr 2018 kündigte Wladimir Putin ein ganzes Bündel neuer Hightech-Waffen an. Ein zentraler Bestandteil ist die neue Trägerrakete RS-28 Sarmat ICBM. Sie ist unter anderem dafür konzipiert, die neuartigen lenkbaren Hyperschallgleiter in die Höhe zu bringen. Sie werden erst am Scheitelpunkt vor dem Wiedereintritt in die Atmosphäre  von der Rakete freigeben. Die anderen Raketen sind: der Hyperschallgleiter Avangard, die Antischiffsrakete Zirkon, der Weltuntergangstorpedo Poseidon, die Luftboden-Rakete Kinzhal und ein nuklear angetriebener Marschflugkörper.

Auf dem Weg in den Dienst

Nun wurden die ersten Teststarts der silobasierten Rakete angekündigt. "Der erste Start der Sarmat ICBM im Rahmen von Flugentwicklungstests wird vorläufig im dritten Quartal 2021 durchgeführt. Ein Feld im Kura-Testbereich auf Kamtschatka wird ein Ziel sein", zitierte TASS einen Beamten der russischen Verteidigungsindustrie Sprichwort. Die Sarmat übertrifft die Leistungen ihres Vorgängers R-36M2 deutlich. Die Rakete wiegt 208,1 Tonnen, die Nutzlast liegt bei fast 10 Tonnen. Diese Reichweite beträgt 18.000 Kilometer. Diese Erhöhung der Reichweite ist wichtig, weil es der Rakete erlaubt, auf verschiedenen Bahnen Ziele in den USA anzugreifen. Die tatsächliche Einsatzreichweite kann sogar noch weit höher sein, nämlich dann, wenn Hyperschallgleiter transportiert werden. Kein Wunder, dass der NATO-Codename maximal dramatisch "Satan 2" lautet. Die Sarmat kann daher auf unvorhersehbaren Routen fliegen und so die Raketenabwehrzonen der USA umgehen. Sie kann sogar über den Südpol fliegen. Das Verteidigungsministerium soll bereits seriell produzierte Raketen gekauft haben. Mit dem Beginn der Indienststellung wird im Jahr 2022 gerechnet.

Wenige ab er gefährliche Wiedereintrittskörper

Teilweise haben westliche Medien die Nutzlast so umgerechnet, dass die Rakete erschreckend viele Nukleargefechtsköpfe transportieren kann. Bis zu 16 Atomsprengköpfe wären denkbar. So eine Nutzung ist eher unwahrscheinlich. Die RS-28 Sarmat wird stattdessen Abwehrwaffen gegen angreifende Raketen mit sich führen. Auch ist damit zu rechnen, dass die Rakete neben dem echten Gefechtskopf Dummies transportieren wird, um so die US-Abwehr zu täuschen. Weiterhin soll die neue Rakete weit schneller beschleunigen können, damit wird die aktive Flugphase, in der die Rakete beschleunigt und für die Raketenabwehr sichtbar und angreifbar ist, verkürzt.

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Gefährliches Duo

Der stärkste und gefährlichste Wiedereintrittskörper für die Sarmat dürfte der Avangard-Hyperschallgleiter sein. Er soll inzwischen bereits auf einer älteren Rakete montiert worden sein, Experten gehen jedoch davon aus, dass Avangard und Sarmat für den gemeinsamen Einsatz entwickelt wurden. Dieser Gleiter bleibt beim Wiedereintritt in die Atmosphäre voll lenkbar. Da er dann keiner ballistischen Bahn mehr folgt, ist es nicht möglich, ihm eine Abwehrrakete entgegenzuschicken. Zusammen mit der größeren Reichweite der Startrakete wird die heute vorhandene US-Raketenabwehr so weitgehend nutzlos. Um Sarmat und Avantgard auszuschalten, müssten ganz neue Systeme entwickelt und bezahlt werden. Im Kräftemessen zwischen den USA und dem wirtschaftlich weit schwächeren Russland spielt der Kampf der Rüstungsdollar eine entscheidende Rolle. Die neuen Waffen Russlands zielen immer auch darauf, weitaus teurere Waffensysteme der USA zu bedrohen oder obsolet zu machen.

Gegen bestehende Rüstungsabkommen verstößt die Sarmat nicht. Wenn die RS-28 den strategischen Streitkräften zugeführt wird, wird die ältere Voevoda ICBM in gleicher Zahl aus dem Dienst genommen.


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