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Heimwerken: Selbermachen - welches Werkzeug benötigen Sie im Haushalt wirklich?

Auch wenn man kein ausgefuchster Handwerker ist, muss man doch ab und zu ein Loch in die Wand bohren. Wir verraten Ihnen, welches Werkzeug Sie tatsächlich brauchen.

Im Haushalt fallen immer wieder kleine Arbeiten an, dafür benötigt man das richtige Werkzeug.

Im Haushalt fallen immer wieder kleine Arbeiten an, dafür benötigt man das richtige Werkzeug.

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Im Handel gibt es komplette Werkzeugkoffer. Damit macht man nichts falsch, aber auch nicht wirklich etwas richtig. Man bekommt immer Dinge, die man nicht benötigt und andere fehlen. Natürlich kann man Fehlendes nachkaufen. In brauchbarer Qualität sind mit Werkzeug ausgestattete Koffer außerdem nicht billig, günstige Angebote taugen nichts. Lassen Sie sich bei Angeboten nicht von alten seriösen Namen täuschen. Viele der Firmen gibt es nicht mehr, nur der Name wird auf alles Mögliche aufgeklebt. Der Hauptnachteil der Alles-in-einem-Lösung: Der mitgelieferte Koffer bietet nur Platz für das gekaufte Werkzeug – alles andere muss extra untergebracht werden. Besser ist es, gleich eine Werkzeugbox zu kaufen, in der Werkzeug und nötiges Zubehör wie Dübel, Schrauben und das Elektrowerkzeug untergebracht werden können.

Qualität

Welche Qualität sollten Sie kaufen? Einfache Antwort: die Beste, die sich leisten können und wollen. Gutes Werkzeug ist eine Anschaffung fürs Leben. Auch wenn man kein Selbermacher ist, lohnt es sich nicht, an Schraubendrehern und Säge zu sparen. Gerade dann, wenn man nicht der perfekte Handwerker ist, raubt einem eine schlechte Ausrüstung den letzten Nerv. Pauschal kann man sagen: das Beste, was im Baumarkt angeboten wird, entspricht unterer Profiqualität. Im Fachhandel sollten Sie sich beraten lassen. Ein Laie muss nicht 200 Euro für einen Satz Gabelschlüssel ausgeben.

Hammer

Nägel sind aus der Mode gekommen, aber ein Hammer ist immer noch das Werkzeug Nummer eins. Allerdings werden Sie nur selten einen Nagel einschlagen, den Hammer benötigen Sie als Schlagwerkzeug. Nehmen Sie also keinen leichten Hammer, sondern einen mit 500 Gramm Gewicht.

Kneifzange

Der nächste Klassiker und ebenfalls ein Muss. Irgendetwas rausziehen muss man immer. Je nach Handgröße sollten Sie eine der beiden kleineren Größen (160 oder 180 Millimeter) wählen. Stehen auch grobe Arbeiten im Garten, Schrebergarten oder Schuppen an, benötigen sie eine zweite, größere Zange. Eine Gummierung verstärkt den Griff.

Schraubendreher

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Nägel sind praktisch ausgestorben, seit Jahrzehnten wird nur noch geschraubt. Leider mit sehr vielen verschiedenen Schraubköpfen. Die Zeiten, in denen man mit zwei Schlitz-Drehern auskam, sind leider vorbei. In jedem Haushalt begegnen Ihnen heute die unterschiedlichsten Typen an Schrauben. Sie können sich entweder einen kompletten Set an Drehern holen, bei dem dann Schlitz, Pozidriv, Phillips-Recess und Torx-Schrauben erfasst werden können. Ein Set ist sehr viel billiger als der Einzelkauf. Da sie die Dreher jeweils in mehreren Größen benötigen, nehmen sie viel Platz weg. Für den gelegentlichen Einsatz tut es auch ein Schraubendreher mit einem Bit-Magazin. Hier sollten sie aber auf gar keinen Fall ein Billigangebot nehmen. Wenn Sie keine weiteren Schraubendreher besitzen, müssen Sie ein Set mit langen Biteinstätze nehmen, um an alle Schrauben zu kommen. Ein Beispiel aus der gehobenen Preisklasse: Wera Kraftform Kompakt 62. Kleiner Tipp: Kaufen Sie eigene Schrauben nur mit einem Typ an Köpfen (Pozidriv oder Torx), damit die Vielfalt nicht überhandnimmt.

Phasenprüfer

Ein gesicherter Elektroschraubendreher – Schlitz – ist außerdem nötig. Eine Leuchtdiode warnt, wenn Strom fließt. Wenn Sie nicht wissen, was Phase oder Nullleiter bedeutet, sollten Sie ihn besser nicht benutzen.

Sechskant

Wo wir beim Schrauben sind: Ein Set mit Sechskantschlüsseln ist ebenfalls unumgänglich. Die einzelnen Werkzeuge sollten in einer Halterung untergebracht sein, weil die kleinen Sechskantschlüssel sonst leicht verloren gehen. Die Aufbewahrung an einem Ring mit Metallfedern ist nicht zu empfehlen. Man bekommt die Schlüssel nach Gebrauch kaum wieder in die Federn gedrückt. Bessere Schlüssel haben an einer Seite einen sechskantigen "Kugel"-Kopf, damit man den Sechskant auch leicht angeschrägt noch einführen kann.

Kombizange

Eine Kombizange eignet sich zum Fixieren, Abkneifen und Biegen – ein Muss. Wenn Sie die Schneidefläche auch als Seitenschneider benutzen wollen, sollte die Zange nicht zu klein sein, muss aber dennoch in die Hand passen.

Rohrzange

Rohrzangen gibt es in den verschiedensten Größen. Wenn Sie nur eine kaufen wollen, sollten die Backen etwa 50 Millimeter umfassen können. Die Rohrzange ist verstellbar und muss daher präzise gefertigt werden, damit sie nicht wackelt. Mit einer Rohrzange kann man Abflüssen zu Leibe rücken. Denken Sie aber daran, dass sie ein raues Werkzeug ist und Spuren hinterlässt. Sanfter arbeiten Sie mit einem zusätzlichen Zangenschlüssel, wie etwa dem Knipex 86 05 250.

Spachtel

Einen Spachtel benötigen Sie auf jeden Fall – es sollte ein Exemplar mit mittlerer Breite und festem Griff sein.

Schlüsselsatz

Wenn Sie auch nur die Füße der Waschmaschine fixieren wollen, kommen Sie, um einen Schlüsselsatz nicht herum. Beste Wahl für die Erstausstattung ist ein Satz Gabelschlüssel. Achten Sie auf Qualität, ein Gabelschlüssel muss eine genaue Passform haben. Besser, aber umfangreicher ist ein Ring-Maulschlüssel-Satz. Von Gedore Red kostet das etwa 40 Euro.

Knarrensatz

Ebenso benötigen Sie einen Knarrensatz. Im Haushalt reicht der "kleine" 1/4 Antrieb. Von Gedore Red ist so ein Set relativ preiswert. 

Schönere Varianten von Wera oder in Gedore Profiqualität sind drei- bis viermal so teuer.

Säge

Hier genügt eine kleine Bogensäge mit einem Blatt, das Holz, Kunststoff und Metall schneidet.

Zollstock und Maßband

Ein Gliedermaßstab von zwei Meter und ein Maßband von fünf Metern dürfen nicht fehlen. Ein Zollstock aus Kunststoff bricht nicht.

Wasserwaage

Damit es gerade wird. Besser ist eine lange Waage, praktischer wird es, wenn Sie noch in die Werkzeugkiste passt.

Teppichmesser

Ein Messer mit rasierklingenscharfer Abbruchklinge darf nicht fehlen. Das Messer muss die Klinge fixieren und gut in der Hand liegen. Empfehlenswert und stabiler ist ein Messer mit besonders breiten Klingen.

Schere

Sie brauchen eine stabile und schwere Haushaltsschere - keine Büroschere aus recyceltem Dosenblech.

Winkel

Zur Not tut es auch ein größeres Geodreieck, damit Sie einen geraden Winkel zeichnen können. Besser ist ein spezieller Winkel aus Metall, den können Sie auch als Schneidkante verwenden.

Fahrradwerkzeug

Spezialwerkzeug findet sich hier sonst nicht, aber da ein Fahrrad in fast jedem Haushalt vorhanden ist, machen wie eine Ausnahme. Sie benötigen eine Luftpumpe. Sie sollte mit allem Ventilen arbeiten und einen Druckanzeiger haben. Eine ausziehbare Pumpe können Sie mitnehmen. Gegen einen Platten: Flickzeug und Ersatzschlauch, eventuell Dichtungsspray. Es dichtet normale Löcher ab, ohne dass das Rad ausgebaut werden muss. Heber für die Mäntel: Es gibt spezielle Werkzeugsets für Räder. Sehr kleine Werkzeuge für unterwegs sind immer etwas fummeliger, passen dafür in die Jackentasche. Gut ist das Toppeak Hummer 2. Angenehmer ist ein Set wie das Fahrrad Set Bicycle 3 von Wera, es ist aber auch deutlich größer. Angesichts des übrigen Werkzeugs in unserer Auswahl reicht auch ein kleines Set aus. Wer ein Rad komplett zerlegen will, benötigt weitere Spezialwerkzeuge.

Multifunktionswerkzeug

So ein Multi-Werkzeug benötigt man nicht unbedingt. Es hilft aber dennoch, als Verstärkung und weil man es leicht mitnehmen kann. Die Anschaffung will aber überlegt sein. Ein Tool, das etwas taugt, ist teuer. Ein Leatherman 832524 Wave Plus kostet fast 130 Euro – bei knappem Budget sollte man darauf verzichten.

Elektrowerkzeuge

Akkuschrauber

Wenn Ihre Wände nicht bunkerhart sind, können Sie kleinere Dübellöcher auch mit einem Akkuschrauber ohne Schlag in die Wand bekommen. Dann darf das Gerät aber nicht zu schwach auf der Brust sein. 12 oder besser 18 Volt sollten es schon sein. Für die gelegentliche Verwendung reicht ein preiswertes Standardgerät. Schrauber, die Handwerker benutzen, sind mit Akku leider viermal so teuer. Für den Hausgebrauch tut es auch ein Einhell Akku-Bohrschrauber TC-CD 18-2 Li. Das Gerät kostet etwa 55 Euro.

Zubehör

Für den Schrauber benötigen Sie einen Bitsatz, mit Einsätzen zum Schrauben. Dazu einen Set Mehrzweck-Bohrer und spezielle Steinbohrer. Wenn Sie mit einem Akkuschrauber in die Wand wollen, dürfen Sie bei den Stein- bzw. Betonbohren nicht sparen.

Multiwerkzeug

Ein Multitool gehört nicht zu den Werkzeug-Klassikern, kann aber für den Heimwerker viele Aufgaben übernehmen. Vorn am Kopf befindet sich eine Werkzeugaufnahme, die leicht oszilliert. Das Multiwerkzeug kann man daher zum Schleifen wie einen Schwingschleifer benutzen. Aber auch als Elektrosäge. Vorteil für den Laien: Das Gerät sägt langsam und sehr kontrolliert. Für dicke Balken ist es nicht geeignet, aber um eine Leiste zu kürzen oder Aussparungen in Laminat zu sägen, eignet es sich perfekt. Selbst Fliesen lassen sich mit entsprechenden Aufsätzen bearbeiten. Profigeräte arbeiten präziser und sie dämpfen die Schwingungen sehr viel besser ab. Das ist wichtig, wenn man stundenlang mit dem Gerät arbeitet, für kleine Einsätze ist es nicht so entscheidend. Außerdem passen in die Aufnahme von Markengeräten nur die eigenen hochwertigen und hochpreisigen Aufsätze. Wir würden daher eher zu Akkugerät raten, das allerdings mit 18 Volt betrieben werden sollte, wenn es das Budget zulässt. Kabelgeräte sind deutlich billiger.

Verbrauchsmaterialen

Nur mit Werkzeug werden Sie nicht glücklich. Sie brauchen auch Material zum Arbeiten. Für Schrauben und Dübel sind Sets mit verschieden Größen zu empfehlen. Nehmen Sie aber kein Non-Name-Set, gerade hier macht sich Qualität bezahlt.

Set Schrauben (Spax mit Pozidriv- oder Torxkopf)

Set Dübel von Fischer. Wenn Sie "hohle" Trockenbauwände haben, benötigen Sie spezielle Dübel

Lüsterklemmen

Isolierband

Gaffa-Tape

Doppelseitiges Klebeband

Werkzeugkoffer – Werkzeugtasche

Das ganze Material passt in einen großen Werkzeugkoffer, fragt sich nur, ob Sie den Koffer dann noch locker tragen können. Wenn nicht, sind zwei Boxen besser, in eine kommt das Elektrowerkzeug. Sehen Sie sich die Koffer vor dem Kauf genau an. Wir bevorzugen Boxen, die im Deckel ein ausgefeiltes Ablagesystem für Kleinmaterial haben. Ob Sie eine Kunststoffbox oder eine Tasche wie die Stanley FatMax bevorzugen, ist letztlich Geschmackssache.

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